• 08.04.2011, 08:54:00
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Nach der Krise wird aus normalen Jobs oft Leiharbeit AK fordert Begrenzung der Überlassungsdauer

Linz (OTS) - Die Leiharbeit boomt. In der Branche sind wieder so
viele Menschen beschäftigt wie vor der Krise. Viele, die ihr normales
Arbeitsverhältnis verloren haben, sind mangels Alternativen in einem
Leasingjob gelandet. Aber auch viele Jugendliche schaffen den
Einstieg in den Arbeitsmarkt nur noch über Leiharbeit. "Leiharbeit
soll Spitzen abdecken und nicht zum Normalfall werden", sagt
AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Die Analyse der Arbeiterkammer Oberösterreich zeigt: Knapp ein
Drittel der etwa 18.500 Personen, die im Jänner 2011 in der Branche
Arbeitskräfteüberlassung tätig waren, hatte bei Beginn der Krise im
Juli 2008 noch ein Normalarbeitsverhältnis.

Ein Drittel davon war vor der Krise in der Industrie beschäftigt.
In dieser Gruppe waren 43 Prozent seit Beginn der Wirtschaftskrise
zumindest einmal arbeitslos. Der Wechsel in die Leiharbeitsbranche
dürfte also nicht freiwillig erfolgt sein. Vielmehr dürfte die
krisenbedingte Arbeitslosigkeit den "Abstieg" vom Stammpersonal in
den Leiharbeiter-Status bewirkt haben.

Die restlichen zwei Drittel jener Personen, die 2008 noch ein
Normalarbeitsverhältnis hatten, rekrutieren sich vorwiegend aus dem
Handel, dem Bauwesen und der Gastronomie. Auch in dieser Gruppe
führte der Weg in die Leasingarbeit häufig über Arbeitslosigkeit.
Immerhin 30 Prozent waren seit 2008 zumindest einmal arbeitslos.

Erschreckend ist auch, dass viele Jugendliche den Einstieg in den
Arbeitsmarkt nur noch über Leiharbeit schaffen. 23 Prozent der
aktuellen Leiharbeitskräfte haben erst 2008 oder später das erste
Arbeitsverhältnis in Oberösterreich aufgenommen. Mehr als ein Viertel
dieser Neuzugänge ist höchstens 24 Jahre alt.

Rund ein Drittel der aktuellen Leiharbeitnehmer/-innen hat bereits
vor der Krise in dieser Branche gearbeitet. Allerdings hat nur die
Hälfte davon seit Beginn der Krise ein durchgehendes
Beschäftigungsverhältnis bei der gleichen Leasingfirma. Von allen
derzeit in der Leiharbeitsbranche Beschäftigten sind nur 17 Prozent
bei der gleichen Firma beschäftigt wie 2008. Die Fluktuation ist also
sehr hoch.

Um die Zeitarbeit wieder auf ihre ursprüngliche Funktion
(Abdeckung von außergewöhnlichen Arbeitsspitzen etwa in der
Produktion) zurückzuschrauben, sollte die Überlassungsdauer auf sechs
Monate begrenzt werden. Danach muss dem Betroffenen ein verbindliches
Job-Angebot in der Beschäftigerfirma gemacht werden, fordert die AK.
Der Anteil an Leiharbeitskräften in einem Betrieb sollte außerdem auf
maximal 10 Prozent beschränkt werden. "Wir unterstützen aber auch
Bestrebungen, ein Gütesiegel für Zeitarbeitsfirmen zu entwickeln. Zum
Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, aber auch zum Schutz
seriöser Firmen", so AK-Präsident Kalliauer.

Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Ulrike Etlinger
Tel.: 0732 6906-2193
mailto:[email protected]
http://www.arbeiterkammer.com

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