• 04.04.2011, 12:01:29
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Berlakovich: Trotz Krise 3,7% mehr Beschäftigte in der Umweltwirtschaft

Größter Wachstumsmarkt bietet bereits 200.000 Menschen green jobs

Wien (OTS) - "Der Umweltsektor ist unser größter Wachstumsmarkt,
der weit weniger von der Krise betroffen war als die
Gesamtwirtschaft. Mit plus 3,7% green jobs in der Umweltwirtschaft
liegt die Anzahl der Beschäftigten heute bei rund 200.000. Es ist uns
gelungen, diese Entwicklung mit gezielten Förderungen maßgeblich zu
forcieren. Jede Investition in den Ausbau von green jobs bringt mehr
Klimaschutz, Energiesicherheit, Wirtschaftswachstum und Aufschwung",
präsentierte Umweltminister Niki Berlakovich heute bei der
gemeinsamen Pressekonferenz mit Konrad Pesendorfer, Generaldirektor
der Statistik Austria, die Daten der aktuellen green jobs-Erhebung.

Die Umweltwirtschaft gilt als einer der wichtigsten Arbeitgeber
der Zukunft. Während hier die Beschäftigungszahlen steigen, weist die
Gesamtwirtschaft im Vergleichzeitraum 2008 und 2009 einen
entsprechenden Rückgang um 0,6% aus. Gleichzeitig ist das
Bruttoinlandsprodukt (nominell) um 3,1% gesunken, während der
Umweltumsatz mit -1% nur schwach zurückge-gangen ist. Insgesamt gab
es 2009 in der Umweltwirtschaft (Produktion, Dienstleistung und
Handel) exakt 199.824 green jobs, das sind ca. 6.000 mehr als 2008.
Neben den 178.394 Be-schäftigten in Produktion und Dienstleistung
waren 2009 im Handel mit Umweltgütern und -technologien 21.430
Personen tätig. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen, vom
Lebensmi-nisterium in Auftrag gegebenen Studie der Statistik Austria
über Umsatz und Beschäftigte im Bereich der umweltorientierten
Produktion und Dienstleistung (EGSS).

Starke Entwicklung im Ressourcenmanagement

Besonders stark entwickelt sich der Bereich der Erneuerbaren
Energie und Energieeinspa-rung. Rund 40% der Beschäftigten
erwirtschaften in diesem Bereich die Hälfte des gesamten
Umweltumsatzes. Zwischen 2008 und 2009 steigerte dieser Sektor seinen
Umsatz um 5% und die Beschäftigung um 7%. Umweltminister Berlakovich
zeigte die Gründe dieser positiven Entwicklung klar auf: "Hier
greifen maßgeblich unsere Maßnahmen zur Forcierung der
Ther-mosanierung sowie intensiveren Energieberatung und -planung, die
wir vor allem im Rahmen des 1. Konjunkturpakets gesetzt haben. Das
zeigt: Jeder investierte Euro in die Umweltwirt-schaft bringt
Vorteile für die Menschen, den Klimaschutz und die Wirtschaft".

Pesendorfer, fachstatistischer Generaldirektor von Statistik
Austria, führte die konkreten Zah-len aus: "Im Bereich der
umweltorientierten Produktion und Dienstleistung wurden 2009 rund
Euro 31,5 Milliarden erwirtschaftet. Damit stieg der Umweltumsatz um
0,3% auf 11,5% des österrei-chischen BIP (nominell). Der Anteil der
Erwerbstätigen in der umweltorientierten Produktion und
Dienstleistung erhöhte sich gegenüber 2008 von 4,4 auf 4,6% der
gesamten österreichi-schen Erwerbstätigen."

Jeder zehnte Euro aus der Umweltwirtschaft

green jobs und Wirtschaftswachstum hängen eng zusammen. Bereits
jetzt wird in Österreich jeder zehnte Euro mit der Umwelt verdient.
Daher forciert Umweltminister Berlakovich auch weiterhin massiv den
Ausbau von green jobs. Mit dem "Masterplan green jobs", mit der
jährli-chen Euro 100-Millionen-Förderoffensive zur thermischen
Sanierung bis 2014 sowie mit den Pro-grammen im Klima- und
Energiefonds, der Klimaschutzinitiative klima:aktiv, der green
jobs-Qualifizierungsoffensive und gezielten Förderaktionen zum
Einsatz erneuerbarer Energie ver-bucht der Minister bereits heuer
konkrete Erfolge, die er auch in Zukunft fortschreiben wird. Allein
die Sanierungsoffensive bringt jährlich rund 10.500 Arbeitsplätze,
die klima:aktiv Mobili-tätsprojekte betreffen rund 2.700 green jobs,
die Umweltförderung (UFI) sichert 7.300 green jobs und die Klima- und
Energie-Modellregionen sowie auch die
Elektromobilitäts-Modellregionen schaffen und sichern ebenfalls
regional Wertschöpfung und Arbeitsplätze.

In Schlüsselbereichen 100.000 neue green jobs bis 2020

Bis 2020 können in den Schlüsselbereichen 100.000 neue green jobs
entstehen. Die Top-Potenziale stehen dabei ganz eindeutig fest: im
Ausbau der thermischen Sanierung und in Heizungsumstellungen liegen
zusätzliche 35.000 green jobs, im Ausbau der erneuerbaren Energie
plus 20.000 und im Ökotourismus plus 13.500 green jobs. Weitere
Schlüsselbereiche sind vor allem die Steigerung der Exportquote bei
der Umwelttechnik (+6.000 green jobs), die verstärkte Biomassenutzung
(+6.500), Verbesserungen im Öffentlichen Verkehr (+15.000) und die
Verbreiterung der Umweltdienstleistungen (+4.000 green jobs).

Energieautarkie braucht green jobs

Weiters machte Berlakovich einmal mehr sein Ziel für Österreich
deutlich: "Ich möchte Öster-reich in die Energieautarkie führen und
unsere Energiesystem auf eine sichere, saubere und unabhängige
Versorgung umbauen. Atom, Öl und Gas sind von gestern, wer jetzt
nicht han-delt und auf erneuerbare Energie und Energieeffizienz
umschwenkt, wird morgen unter die Räder kommen. Es ist Pflicht und
Herausforderung unserer Generation, für eine lebenswerte Zukunft
unserer Kinder heute die Weichen neu zu stellen. green jobs spielen
dabei eine ganz wesentliche Rolle", betonte Berlakovich.

Rückfragehinweis:
Lebensministerium, Pressestelle
Tel.: (+43-1) 71100 DW 6703, 6963

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