• 31.03.2011, 16:37:04
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Hausärzteverband zu e-medikationsstart

Offensichtlich gibt ÖÄK- Präsident Dorner nicht die Meinung aller ÄrztInnen Österreichs wieder!

Wien (OTS) - Der ÖHV legt daher seinen Standpunkt dar:

Morgen, 1.4. startet der Pilotversuch zur e-medikation.

Der Ausverkauf der Krankenbetreuung an private Investoren beginnt.

Financier der elektronischen Infrastruktur ist die pharmazeutische
Gehaltskasse. Eine private Institution mit wirtschaftlichen
Ambitionen um Gehälter und Pensionen der Apotheker zu sichern.

Ineffizienz spielt keine Rolle, wenn nur die Hoffnung auf
finanziellen Gewinn besteht.

Eine nicht genannte beträchtliche Summe wird aufgewendet um
bestenfalls 25% eines Problems zu lösen, denn nur in einem Viertel
der Fälle sind Medikamentenunvertäglichkeiten Schuld an unerwünschten
Nebenwirkungen der Pharmakotherapie. 60% können ausschließlich durch
die Aufmerksamkeit und die vertrauensvolle Begleitung durch die
Hausärztin, den Hausarzt verhindert werden. Menschen aber zählen
nicht, weder auf Seiten der Patienten- noch auf Seiten der
Ärzteschaft.

Die Freiwilligkeit der Patiententeilnahme- eine Alibiverbeugung
vor dem Datenschutz- führt das System von Beginn an ad absurdum.
Die Gesundheitsbürokraten sind unbelehrbar.

Ihr Credo Ärztinnen und Ärzte von der Diskussion rund um die
Gesundheitsreform auszuschließen sperrt die praktische Vernunft aus.

Der einzig mögliche Datenschutz ist das zentrale Sammeln sensibler
Daten zu unterlassen.

Der österr. Hausärzteverband fürchtet nicht den kriminellen
Datenmissbrauch sondern warnt vor der legalisierten Nutzung der
Patientendaten durch die Gesundheitsbürokratie.

Der Österreichische Hausärzteverband distanziert sich von der
zustimmenden Stellungnahme des Präsidenten der österr. Ärztekammer
und registriert mit großer Aufmerksamkeit alle, die hier und jetzt
ein Euro-Millionen-Grab schaufeln um die Basis eines
menschenzentrierten Gesundheitssystems, das vertrauensvolle
Arzt-Patientenverhältnis, darin zu versenken.

E-Medikation wäre bei längst fälliger Aufwertung des Hausarztes
überflüssig

Für uns Hausärzte und Hausärztinnen war es schon immer eine
selbstverständliche Aufgabe, die Medikation aus dem Spital oder vom
Facharzt zu koordinieren. In unseren EDV-Systemen sind längst
entsprechende Programme implementiert, die der
Unverträglichkeitsprüfung dienen. Wird der Hausarzt zum Zentrum der
medizinischen Versorgung erhoben, erübrigt sich jede Form der
zentralen Datenspeicherung. Einzig und allein in hausärztlichen
Ordinationen kann ein sinnvoller Versuch erfolgen, gemeinsam mit den
betroffenen Patienten den Gefahren einer Multimedikation erfolgreich
zu begegnen.

Rückfragehinweis:
Dr Christian Euler
Tel heute: 0660 5266779
Tel. morgen ab 8:00 Uhr: 02685 60760
mailto:[email protected]

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