• 31.03.2011, 15:30:18
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Ärztekammer zu Spitalsreform: Krankenkassen brauchen mehr Geld für Spitalsentlastung

Dorner: Länder wollen Geld für Spitalsfinanzierung von Arztpraxen abziehen - Ärztekammer für zwei Kostenstellen

Wien (OTS) - Ein lauter Einspruch gegen den vom
oberösterreichischen Landeshauptmann Josef Pühringer und der Wiener
Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely geäußerten Wunsch nach Mitsprache
bei Planung und Steuerung des niedergelassenen Bereichs kommt nun aus
der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK). ÖÄK-Präsident Walter Dorner
sieht darin "einen offenen Versuch, weitere Gelder in den
Einflussbereich der Länder und damit zu den Spitälern zu lenken".
Dies bedeute mehr Verstaatlichung und Zentralisierung und die
tendenzielle Aushöhlung der wohnortnahen medizinischen Versorgung,
sagte Dorner Donnerstag in einer Aussendung.

Aus Sicht Dorners hätten die Länder "weder die inhaltliche noch die
faktische Kompetenz" bei der Gestaltung der Gesundheitsbetreuung
durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. "Bund und Länder tragen
zur Finanzierung des niedergelassenen Bereiches nichts bei. Dies
liegt im Aufgabenbereich der Sozialversicherungen, denen durch eine
kontraproduktive Gesetzgebung in den letzten Jahren zusätzliche
Finanzierungsaufgaben zugeteilt wurden, die mit einer sozialen
Krankenversicherung überhaupt nichts zu tun haben", erläuterte der
Ärztepräsident. Wolle man die Spitäler und ihre Ambulanzen entlasten,
dann müsse man den Ausbau des niedergelassenen Bereiches fördern.
Dorner: "Deshalb treten wir für die Finanzierung auf Basis zweier
Kostenstellen ein. Die Krankenkassen sollen dabei für den
niedergelassenen Bereich und die Spitalsambulanzen zuständig sein,
der Bund und die Länder für die stationären Einrichtungen der
Krankenhäuser." Das bedeute jedoch auch, dass Geld der Leistung
folgen müsse. Wenn ärztliche Niederlassungen in Form von Ordinationen
oder Gruppenpraxen Leistungen der Spitäler übernähmen, dann müssten
die Krankenkassen auch mit zusätzlichen Mitteln ausgestattet werden.
"Es sieht so aus, dass die Länder das Gegenteil planen", sagte der
Ärztechef.

Dorner plädierte abschließend nachdrücklich für einen "massiven
Ausbau" Spitals-entlastender Organisationsformen. Dies betreffe die
rasche Umsetzung von Ärztekooperationen aber auch die Finanzierung
eines ausgeweiteten zeitlichen und inhaltlichen Leistungsangebotes in
den Ordinationen. (ms)

Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Mag. Martin Stickler
Tel.: (++43-1) 513 18 33-14
Mail: [email protected]

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