• 29.03.2011, 11:22:36
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Ärztekammer zu e-Medikation: Pilotbetrieb entscheidet über Umsetzung

Dorner: Patientennutzen, Datensicherheit, Verhältnismäßigkeit sind Kriterien

Wien (OTS) - Im deutlichen Gewinn an Patientensicherheit sieht der
Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner, das
einzig wichtige Ziel, um die elektronische Erfassung und zentrale
Speicherung individueller Medikationsdaten zu rechtfertigen. Von der
demnächst startenden Pilotphase zur E-Medikation erwartet er sich
Aufschluss darüber, inwieweit das mit angemessenen Mitteln in der
Praxis zu erreichen sei, sagte der Ärztechef Dienstag auf einer
Pressekonferenz zum Start des Probebetriebes der e-Medikation.

"Es stehen organisatorische, technische und finanzielle Bedingungen
auf dem Prüfstand. Im Vordergrund der e-Medikation hat der
Patientennutzen zu stehen. Deshalb erwarten wir uns eine detaillierte
Auswertung des Pilotbetriebes in Beziehung auf Patienten- und
Datensicherheit, Funktionalität und Bedienerfreundlichkeit sowie
Kosten der Einführung und des laufenden Betriebes", sagte der
Kammerpräsident. Nur nach Vorliegen positiver Ergebnisse sei die
österreichweite Umsetzung aus Sicht der Ärzteschaft sinnvoll.

In der Theorie bringe die e-Medikation mehr Sicherheit, so Dorner.
Dies gelte insbesondere dann, wenn mehrere Ärzte aufgesucht oder auch
Arzneimittel ohne ärztliche Verschreibung direkt in der Apotheke
bezogen werden. Dorner dazu: "Der Aspekt der Selbstmedikation ist
nicht ungefährlich. Die häufigsten unerwünschten Wechselwirkungen
treten nach einschlägigen Erfahrungen bei Medikamenten auf, die sich
jeder rezeptfrei besorgen kann."

Datenschutz und Datensicherheit

Dem Sicherheitsziel für Patienten entgegenwirken könnten
mögliche Lücken in den Aufzeichnungen. Denn die Patienten seien nicht
zur Teilnahme verpflichtet oder könnten die Dokumentation einzelner
Präparate verweigern. Es müsse daher klargestellt werden, dass Ärzte
nicht die Haftung für Lücken in der Medikamentendokumentation
übernehmen könnten, für die ein Patient verantwortlich sei. "Der
Erfolg ist von der sorgfältigen Mitarbeit der Patienten abhängig",
verdeutlichte der Ärztepräsident.

Im Weiteren sollten die Zugriffsberechtigungen laut Dorner auf
Personen beschränkt bleiben, für die Medikamentendaten zur Hebung der
Patientensicherheit essentiell seien - medizinisches Personal in
Spitälern und Ordinationen.

Ebenso sei darauf zu achten, dass nicht mehr benötigte
Medikationsdaten gelöscht werden - im Regelfall nach sechs Monaten.
Der Ärztepräsident: "Eine längere Datenspeicherung zur Auswertung
durch Sozialversicherungen, Bundesländer oder Pharmaindustrie ist zu
unterbinden, da sie für die Patientensicherheit und die unmittelbare
Behandlung eines Patienten unerheblich sind."

Das letzte Testkriterium ist für den Ärztepräsidenten der mit der
Einführung und dem laufenden Betrieb der E-Medikation verbundene
zeitliche und finanzielle Aufwand. (ms)

Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Mag. Martin Stickler
Tel.: (++43-1) 513 18 33-14
Mail: [email protected]

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