- 29.03.2011, 09:00:14
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Allianz Studie: Österreich "Vize-Europameister" bei Pensionsdauer
Wien (OTS) - Die Österreicher verbringen heute durchschnittlich
mehr als 23 Jahre in Pension - das ist in etwa doppelt so viel wie
1970. Damit liegt Österreich europaweit auf Platz 2. Das
Langlebigkeitsphänomen lässt bis 2060 die altersabhängigen
staatlichen Ausgaben auf knapp 30 Prozent des BIP ansteigen. Künftig
sei daher beim österreichischen Pensionssystem, das in Sachen
Nachhaltigkeit im EU-Vergleich auf Platz 18 liegt, eine stärkere
Diversifizierung der Risiken und Ertragsquellen der
Altersvorsorgesysteme notwendig, sind die Allianz Experten überzeugt.
"Die weltweite Alterung ist ein struktureller Trend mit potenziell
dramatischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Auswirkungen,
sowohl für die Staatshaushalte als auch für jeden einzelnen",
kommentiert Dr. Wolfram Littich, Vorstandsvorsitzender der Allianz
Gruppe in Österreich, die aktuellen Ergebnisse des Allianz
Demographic Pulse.
Phase in Ruhestand: Österreich auf Platz 2
Die zunehmende Lebenserwartung hat in Verbindung mit dem sinkenden
Pensionsantrittsalter bis zum Ende der 1990er Jahre zu einer enormen
Zunahme der Zeit geführt, die der Einzelne in Rente verbringt. In
Österreich hat sich diese Zeitspanne seit den 1970er Jahren
verdoppelt: War die damals durchschnittliche Verweildauer im
Ruhestand 12,4 Jahre, beträgt sie heute 23,1 Jahre. Nur die Franzosen
sind noch länger in Pension - durchschnittlich 24 Jahre. "Einerseits
ist es erfreulich, dass die Lebenserwartung steigt und wir im Schnitt
um drei Monate pro Jahr älter werden. Andererseits muss klar sein,
dass Österreich den eingeschlagenen Reformweg beim Pensionssystem
prolongieren, wenn nicht sogar deutlich beschleunigen muss", so
Littich.
Österreich: Ausgaben für Pflege verdoppelt
Hohe Lebenserwartungen und alternde Gesellschaften sind in vielen
Ländern der Welt entweder heute Realität oder werden es bald sein.
Der Anteil der über 60-jährigen Bevölkerung in Österreich wird von
aktuell 23,1 Prozent auf 35,8 Prozent im Jahr 2050 steigen. Hinter
dieser positiven Entwicklung verbergen sich gewaltige
gesellschaftliche, medizinische und soziale Fortschritte. Doch die
Langlebigkeit hat ihren Preis: Die altersabhängigen Staatsausgaben in
Österreich werden von aktuell 26,0 Prozent des BIP auf 29,1 Prozent
des BIP in 2060 wachsen, was über dem Durchschnitt der EU-27 liegt.
Die Ausgaben für Pflege werden relativ am stärksten wachsen, von 1,3
Prozent auf 2,5 Prozent des BIP bis 2060. Die Ausgaben für Pensionen
werden von 12,8 Prozent auf 13,7 Prozent des BIP steigen, der Bereich
Gesundheit von 6,5 Prozent auf 8 Prozent des BIP.
Nachhaltigkeit der Systeme: Schweden auf Platz 1, Griechenland
Schlusslicht
Eines verdeutlicht die neue Untersuchung: Die Alterung der
Gesellschaften wird in hohem Maße die Staatsfinanzen der
Industrieländer belasten. Die Einrichtung von nachhaltigen und
finanzierbaren Systemen im Bereich der Rente, Pflege und Gesundheit
sind unerlässlich. Ein Indikator, der die Nachhaltigkeit der globalen
Altersvorsorgesysteme misst, ist der "Allianz Pension Sustainability
Index": Eine Gesamtbewertung von 1 bedeutet keinen Bedarf für eine
Reform - ein Score von 10 deutet auf hohen Reformdruck hin. Die
aktuellen Ergebnisse zeigen, dass jene Länder gut positioniert sind,
deren Altersvorsorgesysteme eine kapitalgedeckte Komponente
beinhalten und welche ihre Reformen frühzeitig begonnen haben: Im
Europavergleich weist Schweden mit einem Wert von 2,65 das derzeit
nachhaltigste Pensionssystem mit dem geringsten Reformdruck auf. Auf
Platz 2 liegt, mit einigem Abstand, Dänemark (3,19), gefolgt von
Lettland (3,33). Auf dem 27. und damit letzten Platz befindet sich
Griechenland (6,63), Österreich (4,56) liegt lediglich auf Platz 18
und damit am Ende des mittleren Drittels. Eine Kapitaldeckung in der
Altersvorsorge und ein ausgebauter Wohlfahrtsstaat sind in Schweden
kein Widerspruch, sondern ergänzen sich gegenseitig. "Nachhaltige
Sozialsysteme und Wirtschaftswachstum sind die zwei hauptsächlichen
Werkzeuge, um die Auswirkungen der Alterung auf die staatlichen
Finanzen zu kontrollieren. Wenn die Weichen rechtzeitig und richtig
gestellt werden, kann der Staat seine gestaltende Rolle bewahren und
die Aufmerksamkeit von den Herausforderungen auf die Chancen
alternder Gesellschaften verlagern. Nachhaltige Systeme und private
Vorsorge sind die Grundvoraussetzungen für einen finanziell
abgesicherten Ruhestand für jetzige und zukünftige Generationen", so
Littich abschließend.
Downloads im Internet unter
http://www.unternehmen.allianz.at/presse/news
- Foto: Dr. Wolfram Littich ((C) Allianz) - Abdruck honorarfrei
- Pressemeldung als PDF
- Allianz Demographic Pulse als PDF
- Tabelle Langlebigkeit als PDF
- Tabelle Sustainability Index als PDF
Rückfragehinweis:
Mag. Manfred Rapolter, MA Unternehmenskommunikation Allianz Gruppe in Österreich Hietzinger Kai 101-105, 1130 Wien Tel: 01/878 07 - 80690, Fax: - 40261 E-Mail: [email protected] Internet: http://www.allianz.at
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