• 28.03.2011, 15:06:52
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Tumpel fordert neue Unternehmenskultur und alternsgerechte Arbeitsplätze

Wien (OTS) - "Wer will, dass die Menschen länger arbeiten, muss
auch dafür sorgen, dass die Menschen dies auch können. Das muss bei
der pensionspolitischen Diskussion immer mitbedacht werden", sagt AK
Präsident Herbert Tumpel. Die AK wird daher in den laufenden
Verhandlungen der Sozialpartner insbesondere Maßnahmen und Strukturen
einfordern, die ein längeres Verbleiben im Erwerbsleben auch möglich
machen. Die Menschen gehen später in Frühpension - aber die
Invaliditätspension wird früher in Anspruch genommen als noch vor
zehn Jahren. "Das zeigt: Wir haben nicht ein Pensionsproblem, wir
haben ein Gesundheitsproblem", so Tumpel. Daher ist es richtig, wenn
die Pensionskommission ihre Beratungen fortsetzt und ihr
Hauptaugenmerk darauf legt, wie man ArbeitnehmerInnen gesund im Beruf
halten kann.

Tumpel spricht sich auch für eine Revision des Pensionsmonitorings
aus, das die Gesamtkosten der Alterssicherung unter Einbeziehung der
Beamten umfasst. Das neue Monitoring soll auch einen Überblick über
die Kosten der privaten und beruflichen Altersvorsorge bieten.
"Entscheidend sind die öffentlichen Aufwendungen für alle
Pensionsbezieher, einschließlich der Beamten. Nur so bekommen wir ein
richtiges Bild über die Finanzierbarkeit der Alterssicherung. Der
Blick auf die privaten und beruflichen Vorsorgemodelle wird zeigen,
dass das gesetzliche Pensionssystem für eine verantwortungsvolle
Altersvorsorge für alle alternativlos ist", sagt Tumpel.

"Wenn Menschen länger in Arbeit bleiben können, wird sich das
positiv auf die Absicherung des Pensionssystems auswirken, höhere
Pensionen bringen und damit einen Beitrag zur Vermeidung von
Altersarmut leisten", sagt Tumpel. Nach wie vor ist die AK aber der
Ansicht, dass das Langfristszenario der Pensionskommission auf viel
zu pessimistischen Annahmen beruht. Die Effekte der Wirtschaftskrise
werden weiterhin bis 2050 fortgeschrieben, die deutlich günstigere
Wirtschaftsentwicklung wird außer Acht gelassen.

Ist auf der einen Seite das Zugangsalter in die vorzeitige
Alterspension von 1999 bis 2010 um über ein Jahr gestiegen, ist auf
der anderen Seite das Zugangsalter zu den krankheitsbedingten
Pensionen beträchtlich gesunken. "Besonders besorgniserregend ist,
dass immer mehr Menschen immer jünger aus psychischen Gründen
arbeitsunfähig werden. Hier muss dringend gegengesteuert werden",
fordert Tumpel, "wir brauchen bei den Pensionen keine
Abschlagsdiskussion oder eine Anhebungsdiskussion des gesetzlichen
Pensionsalters, wir brauchen eine neue Unternehmenskultur und
alternsgerechte Arbeitsplätze."

Die AK setzt sich daher ua für eine neue Unternehmenskultur für
ältere Arbeitnehmer ein, in deren Zentrum die Schaffung von
alternsgerechten Arbeitsplätzen steht. Außerdem sollen alternative
Berufskarrieren bei anhaltend hoher Gesundheitsgefährdung ermöglicht
werden. Neben der Einschränkung gesundheitsschädlicher Arbeit
(Nachtarbeit, Schwerarbeit) durch schrittweisen freiwilligen Ausstieg
für ältere Personen sollen auch die psychischen Belastungen am
Arbeitsmarkt erhoben werden. Den Betrieben sollten auch ein
entsprechendes Beratungsprogramm bereitgestellt werden, die Offensive
für eine flächendeckende Prävention und Gesundheitsförderung endlich
in Gang gebracht werden

Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Thomas Angerer
Tel.: +43-1 501 65-2578
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at

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