OTS0066   28. März 2011, 10:52

Knapp ein Fünftel der heimischen KMU sucht in der nächsten Dekade neue EigentümerInnen - BILD


Knapp ein Fünftel der heimischen KMU sucht in der nächsten Dekade neue EigentümerInnen vergrößern

BILD zu OTS - Anteil der potenziellen Übergabefälle von kleinen und mittleren Unternehmen (inkl. EPU) im Zeitraum 2011 - 2020 nach Sparten in Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen (inkl. EPU) insgesamt.


  • Übergabepotenzial von mehr als 57.000 KMU in der nächsten Dekade
  • Sicherung von mehr als 500.000 Arbeitsplätzen durch erfolgreiche Übergabe möglich

Unternehmen sind dynamische Organisationen, die sich entlang von
Entwicklungspfaden im Zeitablauf verändern. Typischerweise wird der
Unternehmenslebenszyklus durch vier bzw. fünf Phasen charakterisiert:
Gründungsphase, Wachstumsphase, Reifephase, Revitalisierungsphase
bzw. Degenerationspase und Schließung. Eine Unternehmensnachfolge
kann prinzipiell in allen Lebensphasen stattfinden; häufig ist dies
in der Revitalisierungsphase der Fall. Da in der Reifephase - nicht
zuletzt auf Grund des zunehmendes Alters des/der UnternehmerIn -
oftmals Flexibilität, Kreativität und der Mut zu Neuem abnehmen,
sollen mit der Übergabe neue Impulse gesetzt werden und damit die
Revitialisierungsphase eingeleitet werden. Laut einer Einschätzung
der KMU FORSCHUNG AUSTRIA befinden sich in Österreich etwa 30 % in
der Reifephase und mehr als 20 % in der Revitalisierungs- bzw.
Degenerationsphase.

Eine aktuelle Hochrechnung der KMU FORSCHUNG AUSTRIA zeigt, dass
in der Dekade 2011 bis 2020 rd. 57.300 kleine und mittlere
Unternehmen (KMU, inkl. Ein-Personen-Unternehmen (EPU)) mit insgesamt
rd. 501.000 selbständig und unselbstständig Beschäftigten vor der
Herausforderung der Unternehmensnachfolge stehen. Dies entspricht in
etwa einem Fünftel der Unternehmen bzw. fast zwei Drittel der
Arbeitsplätze der Gewerblichen Wirtschaft in Österreich.

Nach Größenklassen differenziert handelt es sich beim größten Teil
dieser KMU (rd. 71 %) um Kleinstbetriebe mit 1 bis 9 unselbstständig
Beschäftigten. Rd. 15 % der Übergabefälle sind den Kleinbetrieben mit
10 bis 49 MitarbeiterInnen zuzurechnen.

Die relativ größte Betroffenheit zeigt sich in den Sparten Handel
sowie Tourismus und Freizeitwirtschaft, da in diesen beiden
Wirtschaftsbereichen das Durchschnittalter der UnternehmerInnen am
höchsten ist. Jeweils mehr als 20 % der kleine und mittelere Handels-
und Tourismusunternehmen stehen in den nächsten zehn Jahren vor der
Herausforderung, die Nachfolgethematik zu meistern.

Die Übergabetauglichkeit spielt für den Fortbestand des
Unternehmens eine wichtige Rolle. Bei einem Teil der Unternehmen, die
in den nächsten Jahren vor der Heraus-forderung der Nachfolge steht,
ist eine Fortführung des Unternehmens durch einen Dritten
unwahrscheinlich. Bei rd. 9 % ist die schlechte
betriebswirtschaftliche Situation (im Durchschnitt von 3 Jahren
besteht eine buchmäßige Überschuldung von mindestens 20 % und diese
Unternehmen schreiben jährlich Verluste in der Höhe von 5 % oder mehr
des Umsatzes) dafür verantwortlich, wobei der Anteil gegenüber dem
Vorjahr (rd. 10 %) zurückgegangen ist.

"Die Analysen zeigen, dass die Unternehmensnachfolge weiterhin ein
wichtiges wirt-schaftspolitisches Thema für viele KMU, vor allem aber
inhabergeführte Kleinst-unternehmen bleiben wird", so Mag. Peter
Voithofer, Direktor der KMU FORSCHUNG AUSTRIA.

"Positiv ist, dass trotz Wirtschaftskrise der Anteil der Betriebe,
die aus betriebswirt-schaftlichen Gründen nicht übergabetauglich
sind, nicht gestiegen ist. Unternehmens-nachfolgen ermöglichen eine
teilweise erforderliche Anpassung des Geschäftsmodells an die
Veränderungen im Wettbewerb, die von der Nachfolgerin oder dem
Nachfolger Nachfolger mit neuem Elan umgesetzt werden. Dadurch wird
die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gestärkt."

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0066 2011-03-28 10:52 281052 Mär 11 KMU0001 0482



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Rückfragehinweis: Mag. Peter Voithofer
KMU FORSCHUNG AUSTRIA
Gußhausstr. 8,
1040 Wien
p.voithofer@kmuforschung.ac.at
Tel.: +43 1 5059761

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