- 25.03.2011, 10:53:33
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Medizinquote: Ärztekammer unterstützt Bundesregierung
Dorner: Moratorium notwendig - postpromotionelle Ausbildung reformieren - Arbeitsbedingungen für Ärzte attraktiver machen
Wien (OTS) - Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) unterstützt die
Bemühungen der Bundesregierung zur Verlängerung der Quotenregelung an
den medizinischen Universitäten Österreichs. Dies sei laut
ÖÄK-Präsident Walter Dorner eine von mehreren notwendigen Maßnahmen,
um einen zukünftigen Ärztemangel zu verhindern. Ohne Quoten an den
Medizinuniversitäten würde Österreich buchstäblich von ausländischen
Studenten überschwemmt, die dann zum überwiegenden Großteil in ihre
Heimat zurückkehren und schwere Probleme in der österreichischen
Gesundheitsversorgung hinterließen, sagte Dorner Freitag in einer
Presseaussendung.
Großen Veränderungsbedarf sieht der Ärztepräsident in diesem
Zusammenhang aber bei der postpromotionellen praktischen Ausbildung.
Wie der Jungärzte-Referent der Ärztekammer für Wien, Martin Andreas,
erläuterte, gebe es zurzeit "das ungeschriebene Gesetz, wonach junge
Medizinabsolventen nicht direkt in eine Facharzt-Ausbildung
einsteigen können, sondern den Umweg über eine Ausbildung zur
Allgemeinmedizin - den Turnus - gehen müssen". Das verlängere die
praktische Ärzteausbildung auf mindestens neun Jahre. Andreas: "Das
führt zur Situation, dass gerade in Wien die Wartezeiten auf
Ausbildungsstellen in den Spitälern nach wie vor drei Jahre
betragen." Daher würden immer mehr Jungärztinnen und Jungärzte nach
Deutschland auswandern, die sehr attraktive Stellen in den
Krankenhäusern anböten. "Um einem hausgemachten Ärztemangel in
Österreich entgegenzuarbeiten, ist es dringend erforderlich, etwa
auch in Wien den direkten Einstieg in eine Facharztausbildung nach
dem Medizinstudium zu ermöglichen", forderte Andreas.
Ärztepräsident Dorner sieht generell die Gefahr, dass immer weniger
junge Ärztinnen und Ärzte bereit sein würden, sich auf Dauer in
Österreich in einer Ordination niederzulassen oder im Spital zu
arbeiten. Dorner: "Wir bilden zwar genügend Mediziner aus, doch
wollen diese zunehmend nicht mehr unter den gegebenen Bedingungen als
Ärzte in Österreich arbeiten." Anforderungsprofil, Verantwortung und
Einsatz entsprächen nicht mehr den Lebenserwartungen der jungen
Menschen. Dorner: "Ich appelliere an die politisch Verantwortlichen,
den Ärzteberuf wieder attraktiver zu machen!" (ms)
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Mag. Martin Stickler
Tel.: (++43-1) 513 18 33-14
Mail: [email protected]
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