Offizieller Startschuss zum Neubau der Bahnbrücke in Lustenau
LH Sausgruber: Wichtiger Schritt für die weitere Verbesserung der Hochwassersicherheit
Lustenau (OTS/VLK) - Bis 2015 werden in den Ausbau der Bahnstrecke
zwischen Lauterach und dem Schweizer Grenzort St. Margrethen (Kanton
St. Gallen) rund 90 Millionen Euro investiert. Bei der neu zu
errichtenden Brücke über den Rhein in Lustenau, dem Herzstück des
Projekts, ist heute, Freitag, der offizielle Baustart erfolgt.
Landeshauptmann Herbert Sausgruber und Verkehrslandesrat Karlheinz
Rüdisser sprachen von einem Meilenstein in Sachen Hochwasserschutz
und grenzüberschreitendem öffentlichem Verkehr.
Die alte Eisenbahnbrücke in Lustenau über den Rhein entspricht
aufgrund ihrer tiefen Lage nicht mehr den heutigen hohen
Anforderungen im Bereich Hochwasserschutz. Im Zuge des Ausbaus der
Strecke zwischen Lauterach und St. Margrethen wird daher eine neue
Brücke unmittelbar flussaufwärts der bestehenden Eisenbahnbrücke
errichtet. "Das Projekt bringt eine deutliche Verbesserung des
Hochwasserschutzes für die Marktgemeinde Lustenau und das Rheintal
insgesamt", betonte Landeshauptmann Herbert Sausgruber. Darüber
hinaus würden die Anrainer von Verbesserungen im Lärmschutz und die
Fahrgäste von kürzeren Fahrtzeiten profitieren, ergänzte
Verkehrslandesrat Rüdisser.
Beachtliche Investitionen
Die Gesamtkosten für den Streckenausbau mit der neuen Rheinbrücke
belaufen sich auf rund 90 Millionen Euro. Die Schweiz beteiligt sich
am Neubau der Rheinbrücke mit 20 Millionen Franken (15,7 Mio. Euro),
das Land Vorarlberg steuert zum Gesamtprojekt rund 12 Millionen Euro
bei. Die Europäische Union hat aus dem Fonds für regionale
Entwicklung (EFRE) die Planungskosten für das Projekt mit 1,5
Millionen Euro unterstützt. Aktuell laufen die Arbeiten an den sechs
Brückenpfeilern - vier auf Schweizer und zwei auf Österreichischer
Seite - sowie an den Tragwerken als Verbindungen zwischen den
Pfeilern. Die Arbeiten an der neuen Brücke sollen bis Mitte 2013
abgeschlossen sein.
Hochwassersicherheit weiter ausbauen
Derzeit werden mit der Schweiz Verhandlungen über einen neuen
Staatsvertrag geführt, der den Hochwasserschutz am Rhein neu regeln
soll. Die bestehenden Verträge laufen 2015 aus. "Es geht um ein
höchstmögliches Maß an Sicherheit für die rund 500.000 Menschen, die
im 90 Kilometer langen Alpenrheintal leben und arbeiten", betonte
Sausgruber. Dementsprechend sei zu hoffen, dass die Verhandlungen zur
Erhöhung der Hochwassersicherheit am Rhein zügig zu einem Abschluss
gebracht werden, damit das Jahrhundertprojekt am Alpenrhein rasch in
Angriff genommen werden kann.
Die Ergebnisse einer von der Internationalen Rheinregulierung bei
der ETH Zürich in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie zeigen, dass
eine Erhöhung der Abflusskapazität von derzeit 3.100 auf 4.300
Kubikmeter pro Sekunde durch flussbautechnische Maßnahmen -
Aufweitung der Flusssohle bzw. Erhöhung der Dämme - notwendig,
sinnvoll und technisch machbar ist. Von den Investitionskosten in der
Höhe von rund 140 Millionen Euro allein auf österreichischer Seite
übernimmt das Land Vorarlberg 15 Prozent in Form von jährlichen
Beiträgen bis zu 1,05 Millionen Euro über eine Laufzeit von 20
Jahren.
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