- 24.03.2011, 12:35:59
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Fischler fordert Energiedebatte ohne Tabus
Präsident des Ökosozialen Forums mahnt in Kirchenzeitungs-Interview Kostenwahrheit bei Atomstrom ein
Salzburg, 24.03.11 (KAP) Für eine gründliche Debatte ohne Tabus über
die Energiezukunft hat sich Franz Fischler, Präsident des
Ökosozialen Forums, ausgesprochen. Dabei forderte er auch
Kostenwahrheit für Atomstrom ein. Fischler äußerte sich in einem
Interview für die aktuelle Ausgabe der westösterreichischen
Kirchenzeitungen.
Da nicht einmal die Befürworter eines Atomausstiegs meinen, dass man
alle Atomkraftwerke von heute auf morgen abschalten kann, halte er
es für vernünftig, in einem ersten Schritt die Sicherheit der
Kraftwerke genau zu überprüfen und zumindest ältere Reaktoren
stillzulegen. Die atomare Katastrophe von Fukushima könnte auch ein
Anstoß sein, "dass man die in Planung befindlichen Atomanlagen nicht
mehr baut", so der frühere österreichische Landwirtschaftsminister
und EU-Landwirtschaftskommissar.
Wenn das Ziel, dass die Erderwärmung nicht über zwei Grad
hinausgeht, erreicht werden soll, müssten die Industrieländer in den
nächsten 30 bis 40 Jahren ihren Öl- und Gasverbrauch um achtzig
Prozent reduzieren. Diese schwierige Lage versuche die Atomindustrie
zu nutzen und biete sich als vermeintlich umweltfreundliche und
kostengünstige Alternative an, kritisierte Fischler. Dieses
"Angebot" sei ökologisch höchst fragwürdig und wirtschaftlich
unredlich, solange es keine Kostenwahrheit gibt. Würden man nämlich
die bis heute ungelöste Endlagerungsfrage oder gar die möglichen
Folgekosten bei Störfällen in den Preis des Atomstroms einrechnen,
"dann schaut die Welt ganz anders aus".
Die Energiedebatte muss laut dem Präsidenten des Ökosozialen Forums
in zwei Richtungen gehen: Einerseits brauche es mehr Investitionen
in Forschung, Entwicklung und den Ausbau alternativer Energieträger,
andererseits eine effizientere Energienutzung.
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