• 24.03.2011, 10:59:17
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Testfall Nordafrika

Lernen wir aus dieser Lektion?

Wien (OTS) - Unter dem Titel Testfall Nordafrika: Auswirkungen auf
österreichische Wirtschaft und EU-Außenpolitik findet morgen (25.3.)
eine Diskussion mit namhaften VertreterInnen aus Politik und
Wirtschaft statt.

Natürlich haben wir Sorge, dass die Unruhen und politischen
Umbrüche sich negativ auf unsere Wirtschaft, auf unseren Handel mit
den betroffenen Ländern auswirken werden.

"Gaddafi liefert uns weiterhin Öl!", lautete eine empörte
Schlagzeile am 7.3. "Meine Empörung richtet sich nach innen:
Österreich kauft noch immer Öl bei Gaddafi - das ist der eigentliche
Skandal!", entrüstet sich Petra Navara, Geschäftsführerin der AG
Globale Verantwortung. "Österreich hat oft - und wie man in
Nordafrika sieht: zu lange - seine Wirtschaftsinteressen über
gesamtstrategische Interessen gestellt."

Dass das Pulverfass in Nordafrika hochgeht, muss uns nicht
wundern: 80% der Jugendlichen sind arbeitslos, 30% der Bevölkerung
kann nicht lesen und schreiben, 20% lebt unter der Armutsgrenze. Die
Menschen revoltieren gegen die tristen sozialen und wirtschaftlichen
Verhältnisse, in denen sie leben, gegen die Arbeitslosigkeit, gegen
schlechte Bildungschancen, gegen Zensur und Einschränkung ihrer
Meinungsfreiheit. Sie fordern ihr Recht auf eine bessere,
selbstbestimmte Zukunft ein, mit Parolen oder mit Gewalt. Und wer
nicht kämpft, flüchtet.

Strategien entwickeln - Vorsorge treffen

Natürlich wird Österreich Strategien entwickeln, wie wir mit der
neuen Situation weiter umgehen. Aber setzen wir nicht an der falschen
Stelle an? Wäre es nicht wesentlich zielführender und vor allem
nachhaltiger, Vorsorge zu treffen, dass unsere Wirtschaftspartner
nicht in Chaos und Gewalt untergehen?

Die Staatengemeinschaft - und jedes ihrer Mitglieder, auch
Österreich - ist gefordert, die Demokratieentwicklung zu fördern, die
soziale Veränderung nach Kräften zu unterstützen und internationale
Rahmenbedingungen zu schaffen, damit eine friedliche und nachhaltige
Entwicklung, stattfinden kann. Nicht nur in Nordafrika, in all jenen
Ländern, wo die Zivilgesellschaft unterdrückt und ausgebeutet wird,
müssen die reichen Länder in Menschenrechte, Entwicklung und
Demokratie investieren, wenn sie zuverlässige Wirtschaftspartner
wollen.

Rückfragehinweis:
Dr.a Roberta Rastl-Kircher, AG Globale Verantwortung,
Tel. 01/ 522 44 22-15, [email protected], www.globaleverantwortung.at

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