- 24.03.2011, 09:44:41
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Evangelischer Oberkirchenrat fordert eindeutige Kennzeichnung des Atomstroms
Schiefermair: "Ausstieg aus Atomtechnologie einzig verantwortbarer Weg" - Für Reform des Euratom-Programms - Evangelische Kirche bietet Ökostrompool
Wien (OTS/epdÖ) - Für eine eindeutige Kennzeichnung des
verkauften Stroms hat sich der evangelische Oberkirchenrat Karl
Schiefermair ausgesprochen. Hier sei dringend die Politik gefordert,
"damit Deckmäntel der Kennzeichnung ausgeschlossen werden", erklärt
das Mitglied der evangelisch-lutherischen Kirchenleitung im Gespräch
mit dem Evangelischen Pressedienst. Darüberhinaus brauche es
"deutliche Schritte zur Senkung des Stromverbrauchs", meint der
Oberkirchenrat, der hier an die Forderungen der evangelischen und
katholischen Umweltbeauftragten erinnert. Diese hatten u.a. für eine
Kostenwahrheit bei den Energiepreisen plädiert. Gefordert wird auch
eine "transparente" Reform des Euratom-Forschungsprogramms, das im
Herbst im EU-Forschungsministerrat beschlossen werden soll. So soll
es nach den Vorstellungen der Kirchen zusätzlich die effiziente
Nutzung erneuerbarer Energieträger beinhalten.
Durch die Katastrophe in Japan sind, so der Oberkirchenrat, "die
Grenzen technischer Machbarkeit wieder sichtbar" geworden. Es zeige
sich, dass der Mensch die Energiegewinnung mittels Atomkraftwerken
nicht beherrschen könne. Hilfreich könne nur der Verzicht darauf
sein, "alles andere führt zu unüberschaubaren und irreversiblen
Folgeschäden". Verschärft werde die Situation durch die ungelöste
Frage der jahrtausendelangen Aufbewahrung des Atommülls. Einzig
verantwortbarer Weg könne nur der Ausstieg aus der Atomtechnologie
sein, ist der Oberkirchenrat überzeugt. Weil österreichische
Energielieferanten beträchtliche Mengen an Atomstrom importieren,
genüge es nicht, im eigenen Land kein Atomkraftwerk zu haben.
Der Oberkirchenrat appelliert daher an die evangelischen
Pfarrgemeinden, Einrichtungen und Privathaushalte, vom jeweiligen
Stromanbieter atomstromfreien Strom zu verlangen. Schiefermair weist
in diesem Zusammenhang auf den neuen "Ökostrompool" der evangelischen
Kirche hin, der zertifizierten Ökostrom garantiere. "So wird
ausschließlich ein Anbieter bezahlt, der sauberen Strom ohne CO2 und
Atom herstellt", unterstreicht der Oberkirchenrat. Angesichts der
Verantwortung gegenüber der Schöpfung sollten im eigenen Bereich Wege
gesucht werden, den Stromverbrauch zu senken. Hohes
Einsparungspotential sieht Schiefermair auch bei kirchlichen
Gebäuden. Die Evangelische Kirche habe hier etwa ausgehend von der
Modelldiözese Kärnten mit einem eigenen Energiebilanz-Projekt,
Energieausweisen für kirchliche Gebäude und einer umfassenden
Zusammenarbeit mit Energieberatungsstellen wichtige erste Schritte
gesetzt.
Rückfragehinweis:
epdÖ
Dr. Thomas Dasek
Tel.: Tel.: 0664 22 395 11
mailto:[email protected]
http://www.evang.at
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