Gesundheitsreform: Lösungen für die Versicherten und Patienten: Verantwortung statt Machtspiele
Wien (OTS) - "Eine Reihe von Gesundheitsreformen ist gescheitert,
weil sie nur dazu gedient haben, Macht und Geld zu verschieben. Wir
haben die Aufgabe, die Interessen unserer Versicherten, Patienten und
Beitragszahler in die Diskussion einzubringen - damit die kommende
Reform echte Verbesserungen bringt und solche Machtspiele diesmal
unterbleiben", mahnt OÖGKK-Obmann Felix Hinterwirth. Anstelle der
Schaffung neuer Finanztöpfe schlägt die OÖGKK vor, auch im
Spitalsbereich auf Verhandlungssysteme zwischen Zahlern - also vor
allem Kassen, Bund und Ländern - auf der einen und den Spitälern auf
der anderen Seite zu setzen.
Aus Sicht des OÖGKK-Obmannes muss jede Reform die Versicherten in
den Mittelpunkt stellen und an drei Zielen orientiert sein: "Erstens:
Bessere Gesundheit, also wirksame Gesundheitsförderung und optimale
Versorgung. Zweitens: Zufriedenheit der Versicherten. Drittens:
Nachhaltige Finanzierbarkeit."
Österreichweite Gesundheitsziele sind für die OÖGKK die Basis
dafür, dass die Gesundheitspolitik sich mit ihrer Kernaufgabe
beschäftigt, nämlich der Frage: "Wie helfen wir den Menschen dabei,
so gesund wie möglich leben zu können?" Dazu gehört auch die
bestmögliche Versorgung der großen Volkskrankheiten wie Diabetes,
denn auch hier können - durch bestmögliche Behandlung und Begleitung
der bereits Erkrankten - schwere Folgekrankheiten, Schmerz und
Pflegebedarf erspart werden. "Wir brauchen gemeinsame Ziele. Wir
brauchen aber ebenso die Möglichkeit, regional die optimalen
Lösungsansätze zu entwickeln und neue Wege auszuprobieren", weist
OÖGKK-Direktorin Andrea Wesenauer auf die Bedeutung der Innovation
hin.
"Finanzierung und Verantwortung gehören zusammen. Darin sind sich
ja grundsätzlich alle Reformpapiere einig... solange es die Autoren
selbst nicht betrifft, könnte man ironisch anmerken", resümiert
OÖGKK-Obmann Felix Hinterwirth über die verschiedenen Forderungen
nach neuen Finanztöpfen. Allerdings: Schon bisher gab es keinen
Mangel an Finanztöpfen, in denen Geld gebündelt wurde. "Die
Spitalsgelder der Sozialversicherung - das sind rund 50 Prozent der
gesamten Spitalsfinanzierung - werden schon heute bundesweit beim
Hauptverband gebündelt. Das Geld wird von dort an die Landesfonds
überwiesen, wo jeweils 100 Prozent der Spitalsgelder auf Landesebene
gebündelt werden", berichtet Andrea Wesenauer. "Diese Töpfe haben
sich nicht bewährt. Neue Töpfe werden daher kein Problem lösen,
sondern zu noch weniger Verantwortung und Innovation führen", meint
die OÖGKK-Direktorin.
Viel wichtiger als das "Pooling" von Geld, wie es die Experten
nennen, ist für die OÖGKK-Spitze, dass Verantwortung wahrgenommen
wird, anstelle nur nach mehr Geld und Macht zu rufen. "Der
Rechnungshof hat in seinem aktuellen Bericht unsere Argumente
bekräftigt. Die Länder hätten - in der seit Jahren geltenden
Rechtslage! - alle Möglichkeiten in der Hand gehabt, um die Kosten im
Spitalsbereich im Griff zu behalten", stellt OÖGKK-Obmann Hinterwirth
fest.
Verantwortung durch Transparenz
Die OÖGKK-Spitze fordert daher eine neue Kultur der Verantwortung
im Gesundheitssystem. Das bedeutet konkret: Bestehende Probleme,
seien es Qualitäts-, oder Kostenprobleme, zunächst ehrlich zu
analysieren und selbst an der Lösung zu arbeiten. "Transparenz ist
dafür eine wichtige Grundlage. Unsere Versicherten haben ein Recht
darauf, zu erfahren welche Leistungen sie bekommen und wo gute
Qualität erreicht wird. Die Beitrags- und Steuerzahler haben ein
Recht zu wissen, ob mit ihrem Geld gut gewirtschaftet wurde. Und die
Bürger haben ein Recht darauf, ob Gesundheitsziele erreicht wurden
und sich der Gesundheitszustand der Bevölkerung verbessert oder
verschlechtert hat", fordert OÖGKK-Direktorin Andrea Wesenauer.
Verhandlungssysteme statt Eintopf
"Die OÖGKK hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass in der
Kooperation mit den Partnern im Gesundheitssystem der Schlüssel zum
Erfolg liegt: Bessere Leistungen für die Versicherten, vernünftige
Kosten und nicht zuletzt optimale Arbeitsbedingungen für die
Gesundheitsberufe. Ein solches System, in dem die Finanziers mit den
Leistungsanbietern auf Augenhöhe verhandeln, könnte auch im
Spitalsbereich bessere Ergebnisse bringen", meint OÖGKK-Direktorin
Andrea Wesenauer. "Es müssen aber einige Bedingungen erfüllt sein. So
müssen die Finanziers auch den Patienten gegenüber verant-wortlich
sein. Und es braucht einen klaren äußeren Rahmen, welche
Versorgungsqualität bei den Patienten ankommen soll und welche Mittel
dafür zur Verfügung stehen", betont die OÖGKK-Direktorin.
Gesundheit fördern statt reparieren
Die OÖGKK kann auf große Erfahrung und Kompetenz in der
Gesundheitsförderung verweisen: Hier befindet sich die
österreichweite Koordinationsstelle in der Betrieblichen
Gesundheitsförderung, hier wurde die Österreichische Gesellschaft für
Public Health gegründet. In der Gesundheitsförderung fordert
OÖGKK-Obmann Hinterwirth vor allem mehr Bedacht auf die Wirksamkeit:
"Das Ziel muss die Gesundheit der Menschen sein. Und das erfordert
eine Orientierung an wissenschaftlich fundierten Modellen und eine
Entrümpelung von Konzepten, die wenig bringen aber viel kosten." Die
Gesundheitsförderung muss daher weitaus stärker als bisher auf die
sozialen Unterschiede und Bildungsniveaus zugeschnitten werden. Nicht
nur der Einzelne muss Verantwortung für seine Gesundheit übernehmen,
sondern auch die Politik: "Gesundheit findet nicht nur zu Hause
statt, sondern vor allem in den Kindergärten und Schulen, in den
Betrieben und Gemeinden. Wir können mit unseren Steuergeldern gesunde
oder ungesunde Lebensmittel subventionieren, wir können Kindern in
der Schule Lust auf Bewegung machen - oder eben nicht."
Direktionsbüro und Kommunikation
Mag. Harald Schmadlbauer
Tel: 05 78 07 - 10 24 01













