• 23.03.2011, 09:31:31
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Energiehandel: Nettospritpreise sind unter den niedrigsten Europas - Steuern verursachen teuren Treibstoff

WKÖ-Roth: "Tankstellen verdienen nur 0,045 Euro pro Liter Treibstoff - Mammut-Anteil kassiert der Finanzminister" - Steuerliche Belastung überdenken

Wien (OTS/PWK198) - In Hinblick auf den morgigen
Spritpreisgipfel von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner meldet
sich der Fachverband des Energiehandels der Wirtschaftskammer
Österreich (WKÖ) zu Wort: "Die Nettopreise beim Treibstoffverkauf in
Österreich sind unter den niedrigsten in der Europäischen Union. Doch
die Mineralölsteuer ist auf Rekordhöhe. Der Staat kassiert den
Mammut-Anteil beim Treibstoff", betont Jürgen Roth, Obmann des
Energiehandels. "An einem Liter Treibstoff verdient eine Tankstelle
gerade einmal 0,045 bis 0,05 Euro. Der Staat hingegen kassiert
doppelt: Erstens zwischen 40 und 48 Cent an der Mineralölsteuer und
zweitens 22 Cent durch die Umsatzsteuer. Der Handel ist nur für etwa
vier Prozent der Treibstoffpreise verantwortlich. Der Rest ergibt
sich aus Steuern und den Produkteinkaufspreisen." Der Fachverband des
Energiehandels fordert daher von den politischen Entscheidungsträgern
ein Überdenken der steuerlichen Belastung der Autofahrer.

Bei den hohen Spritpreisen verweist der Energiehandel auf die
Rolle des Staates: "Durch Mineralölsteuer-Erhöhungen, zuletzt im
Jänner 2011, und Biobeimengungen werden Produkte unabhängig vom
Rohölpreis teurer. Die Ursachen für die Spritpreisentwicklung sind
nicht bei Verarbeitern oder Händlern zu suchen: Die Verursacher des
teuren Benzins sind neben den Spekulanten die unverhältnismäßig hohen
Steuern." Bei einem durchschnittlichen jährlichen Treibstoffverkauf
von zehn Milliarden Liter nimmt der Finanzminister allein durch die
Preiserhöhungen der vergangenen Jahre eine Milliarde Euro mehr an
Umsatzsteuererträgen ein. Und das, ohne eine zweckgerichtete
Entlastung der Autofahrer sicherzustellen, wie das etwa durch die
uneingeschränkte Vorsteuerabzugsmöglichkeit für betrieblich genutzte
Fahrzeuge möglich wäre.

Roth übt harsche Kritik an den Belastungen der Autofahrer: "Zu den
immensen Einnahmen des Finanzministers aus dem Verkauf von
Mineralölprodukten kommen obendrein noch weitere Belastungen der
Autofahrer mittels Roadpricing, Vignette sowie der jüngst im Rahmen
der NoVA verankerten "CO2-Strafsteuer" und vieles mehr dazu. Dies,
obwohl viele Österreicherinnen und Österreicher durch den mangelnden
Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes täglich auf ihr Auto
angewiesen sind." Hinzu kommt, dass beispielweise die Steiermark in
ihrem aktuellen Sparpaket die Landeszuschüsse für die
Pendlerpauschale gestrichen hat. (AC)

Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich
Fachverband Energiehandel
Obmann Mag. Jürgen Roth
T 05 90 900 3343 (Fachverband) oder 0316 472212 612 (Firma Roth)
E-Mail: [email protected]

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