- 22.03.2011, 16:39:20
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Arbeitsgespräch mit Petr Necas - Kanzler Faymann unterstreicht Österreichs Position für ein atomfreies Europa
Atomenergie ist nicht beherrschbar - Schulterschluss von europäischen Regierungen, NGOs und Bürgern für Atomausstieg Europas
Wien (OTS/SK) - Bundeskanzler Werner Faymann unterstrich beim
heutigen Arbeitsgespräch mit dem tschechischen Ministerpräsidenten
Petr Necas erneut Österreichs Position für einen schrittweisen
Ausstieg Europas aus der Kernenergie. "Die Bilder aus Japan müssen
uns mahnen, dass wir die Gefahren und Risiken der Atomenergie niemals
unterschätzen und dass wir der Atomlobby nicht glauben dürfen", so
der Kanzler in seinem gemeinsamen Pressestatement mit dem
tschechischen Ministerpräsidenten. Österreich vertrete schon seit
1978 eine klare Anti-Atom-Politik. Die schrecklichen Ereignisse von
Japan hätten erneut gezeigt, dass Atomenergie "nicht beherrschbar ist
und hohe Risiken birgt". Deswegen werde gemeinsam mit anderen
europäischen Regierungen und NGOs über eine Initiative auf
europäischer Ebene die Forderung nach einem Atomausstieg Europas
erhoben. ****
Auch nach der Katastrophe in Tschernobyl habe die Atomlobby versucht,
den verheerenden Unfall mit der veralteten Technologie des Landes zu
erklären, so der Bundeskanzler am Dienstagnachmittag vor
Journalisten. "Das kann man in Japan nicht mehr behaupten", so
Faymann weiter. Er verwies darauf, dass es neben der Gefahr von
Unfällen in Atomkraftwerken auch die immer noch nicht gelöste
Problematik der Endlagerung von atomaren Brennstäben gebe.
Zum geplanten Ausbau des tschechischen Atomkraftwerks Temelin und der
Forderung Österreichs nach Einbeziehung von ausländischen NGOs in
die Umwelt- und Verträglichkeitsprüfung und der Information
Österreichs über die Sicherheitspolitik der tschechischen AKW betonte
der Kanzler, dass er hier auf einen "Dialog der gegenseitigen
Information" setze.
Der Bundeskanzler erklärte, dass es "in einer guten Nachbarschaft"
auch möglich sein müsse, kontroversielle Themen wie die Atompolitik
anzusprechen. Ministerpräsident Necas verwies darauf, dass sich
Tschechien an EU-Maßnahmen, die zu einem Mehr an Sicherheit führen,
beteiligen würde. Neben der unterschiedlichen Meinung zur
Nuklearenergie gebe es aber viele Gemeinsamkeiten wie den Einsatz für
den Euro-Schutzschirm und eine gute wirtschaftliche Zusammenarbeit
zwischen Österreich und Tschechien. (Schluss) sv/bj
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