- 22.03.2011, 16:28:45
- /
- OTS0264 OTW0264
Bundeskanzler Faymann: "Offener Dialog mit Tschechien trotz gegensätzlicher Standpunkte"
Tschechischer Premierminister Petr Necas zu Gast bei Bundeskanzler Werner Faymann
Wien (OTS) - "Eine gute Nachbarschaft verträgt nicht nur viele
gemeinsame Themen, sondern auch kontroversielle Fragen, wie etwa die
Nuklearenergie. Österreich ist für den Ausstieg aus der Atomenergie
als nachhaltige Politik in Europa. Ausgehend vom bekannten
tschechischen Standpunkt wird es jedoch nicht überraschen, dass
unsere beiden Länder in der Frage der Nuklearenergie gegensätzliche
Standpunkte vertreten", sagte Bundeskanzler Werner Faymann heute nach
einem Arbeitsgespräch mit dem Premierminister der Tschechischen
Republik, Petr Necas.
Der Bundeskanzler betonte, dass die aktuellen Bilder aus Japan
zeigten, dass es sich bei der Nutzung der Atomenergie um keine
sichere Technologie handle. Die Risiken seien nicht zu unterschätzen
und würden die Lebensbedingungen der Bevölkerungen gefährden. "Ich
bin überzeugt davon, dass die Atomenergie letztlich keine
beherrschbare und nachhaltige Energieform ist. Was den Ausbau von
Temelín betrifft, werden wir dazu mit unseren Nachbarn einen offenen
Dialog führen", so Faymann. Der Bundeskanzler fordert unter anderem
von Tschechien, dass auch österreichische Umweltschutzorganisationen
in der Umweltverträglichkeitsprüfung zum Ausbau des Kernkraftwerks
Temelín Parteienstellung eingeräumt werden. Diese Position wird er
auch beim Treffen mit Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso noch
einmal verdeutlichen.
Premier Necas sagte dazu: "Wir respektieren den österreichischen
Standpunkt in der Atomenergie, wir erwarten jedoch, dass auch unserer
Ansichten der gleiche Respekt entgegengebracht wird. Für die
tschechische Regierung steht die Sicherheit der Bevölkerung an erster
Stelle. Wir würden es nicht zulassen, dass unsere Bevölkerung einem
Risiko ausgesetzt wird. Dieser Grundsatz kann als die beste Garantie
für unsere Nachbarn gelten. Im Hinblick auf den Ausbau des
Atomkraftwerkes Temelín werden wir mit unseren österreichischen
Partnern einen offenen und transparenten Dialog führen."
"Wir freuen uns über die gute Gesprächsbasis mit unseren
tschechischen Nachbarn. Dennoch können die Vorkommnisse in Japan dazu
führen, Österreichs Verhandlungsposition zu stärken. Die Ereignisse
in Japan geben Österreich bessere Chancen, mit seinem Standpunkt
besser gehört zu werden und seine Ansichten durchzusetzen", so der
Bundeskanzler.
Premier Necas zeigte sich trotz der gegensätzlichen Standpunkte beim
Thema Atomenergie vor allem über die positiven wirtschaftlichen
Entwicklungen erfreut. Innerhalb der letzten Jahre sei Österreich zum
größten ausländischen Investor in der Tschechischen Republik
geworden, betonte er.
Bilder zu dieser Veranstaltung sind über das Fotoservice des
Bundespressedienstes, http://fotoservice.bundeskanzleramt.at,
kostenfrei abrufbar.
Rückfragehinweis:
Mag. Leo Szemeliker
Pressesprecher des Bundeskanzlers
Tel.: (01) 531 15 - 2090, 0664/282 25 00
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NBU






