- 22.03.2011, 16:06:03
- /
- OTS0259 OTW0259
"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Transparente Lobbys"
Wegen Strasser Interessenvertreter aus der Politik zu verbannen, wäre falsch.
Wien (OTS) - Dieser Tage hat sich Ernst Strasser wohl gewünscht,
nicht EU-Parlamentarier, sondern Volksvertreter in Österreich zu
sein. Hätte er als solcher gegen Bezahlung versucht, ein Gesetz zu
beeinflussen, würde ihm keine Strafe drohen. Hier wäre das legal.
Das zu illegalisieren, ist das Mindeste, was jetzt getan werden
muss.
Lobbyiert wird freilich nicht nur im Verborgenen und dumm-dreist à
la Strasser. Im heimischen Nationalrat sitzen viele Gewerkschafter,
Wirtschafts- und Bauernkämmerer. Die sind nun auch wieder im
öffentlichen Fokus. Wem fühlen sie sich verpflichtet? Ihrer Klientel?
Oder dienen sie zwei Herren? Schließlich bekommen sie nicht nur ein
Abgeordneten-Salär, sondern auch eines von ihrer Institution.
Sie mit Strasser gleichzusetzen, wäre ungerecht. Den
ÖVP-Delegationsleiter in Brüssel hat nicht interessiert, wer ihn
bezahlt; wäre die Affäre nicht publik geworden, hätte auch nie jemand
erfahren, wer ihm wie viel Geld geboten hat. Und: Strasser hatte nur
seine eigenen Interessen im Sinn. Seinetwegen sollten die
Sozialpartner nicht aus dem Hohen Haus verbannt werden. Zwischen
ihnen und Strasser liegen Welten.
Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
www.kurier.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PKU






