• 21.03.2011, 13:38:17
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Rübenbauern-Chef Karpfinger für Vernunft und Seriosität in Energiedebatte

Wer aus Atom und Erdöl raus will, muss Bioenergie als Teil eines Energiemix akzeptieren

Wien (OTS/aiz.info) - "Wer 'A' sagt, muss auch 'B' sagen. Das
heißt, wer 'A' wie Atomkraft für eine gefährliche Energiequelle hält
und einen allmählichen Ausstieg herbeiführen will, muss dann auch 'B'
sagen, nämlich Bioenergie als eine der Alternativen dazu
akzeptieren", forderte der Präsident der Rübenbauern, Ernst
Karpfinger, heute eine von Vernunft und Seriosität statt von
ideologischen und parteipolitischen Interessen getragene
Energiedebatte. "Die von der Reaktorkatastrophe in Japan
aufgeworfenen Sicherheitsfragen bei der Atomkraftnutzung und die mit
der Erdölnutzung verbundene CO2-Problematik Endlichkeit der
Ressourcen sowie Auslandsabhängigkeit zeigt deutlich, dass wir bei
unserer Energieversorgung in Zukunft stärker in die Entwicklung von
Alternativen zu Erdöl und Kernkraft investieren und auf einen
breiteren Energiemix umstellen müssen. Bioenergie ist ein Teil dieses
Energiemix, die vernünftig und nachhaltig produziert sowie richtig
eingesetzt, zu einem umweltverträglichen Umstieg in der Versorgung
beiträgt."

Karpfinger verwehrt sich gegen "ein Schwarz-Weiß-Denken und
einseitiges Verteufeln der einen oder anderen Energieform" in der
laufenden Debatte. Es sei sowohl klar, dass Atomkraft und
Erdölnutzung nicht von heute auf morgen ersatzlos abgeschafft werden
könnten. "Es muss aber auch klar sein, dass wer aus dem Einen
allmählich raus will, in was Anderes rein muss. Wer sich dabei mit
objektiv falschen Killerargumenten justament, ideologisch oder aus
Gewinndenken motiviert, gegen alternative Energieformen wie
Bioenergie, die nachweislich Umweltvorteile bringt, stellt,
verhindert jegliche Entwicklung und schadet der Zukunft", so
Karpfinger. Die Landwirtschaft als Produzent von Rohstoffen für
Bioenergie habe dabei immer betont, dass für sie das Prinzip "zuerst
der Teller, dann der Trog und dann erst der Tank" gelte und es nicht
um schnellen Gewinn auf Kosten der Nahrungsmittelpreise und des
nachhaltigen Umganges mit den Produktionsressourcen gehe.

"Wir stellen keinen Anspruch, die allein seligmachende
Heilbotschaft aufzwingen zu wollen, wir wissen aber, mit Bioenergie
einen Beitrag zu einem nachhaltigen und umweltverträglichen
Energiemix leisten zu können. Wer aber strikt 'Njet' zu Bioenergie
sagt, der verhindert auch auf diesem Sektor jede Weiterentwicklung,
die selbstverständlich auch hier notwendig ist. Ohne eine erste
Generation von Bioenergie wird es aber auch keine zweite und dritte
geben können", so Karpfinger.

Kritik an Torpedieren der E10-Einführung in Deutschland durch
Autoindustrie

Als "besonders fies" kritisierte Karpfinger, "wie Erdöllobbyisten
und -gewinner wie jüngst die deutsche Autoindustrie mit
vorgeschobenen Argumenten der vermeintlichen technischen
Unverträglichkeit ihrer Produkte gegen Bioethanol zum Beispiel die
Einführung des Kraftstoffes E10 torpedieren wollen. Ich frage mich,
ob das ein Aushängeschild für die nach eigenen Angaben beste
Autoindustrie der Welt ist, wenn sie behauptet, ihre Fahrzeuge nicht
mit E10 zum Laufen bringen zu können, wenn es ihr Mitbewerb aus Japan
oder den USA ohne viel Aufhebens mit Selbstverständlichkeit schafft?"
Selbst deutsche Autos, die in Brasilien auf den Markt kommen, seien
"biosprittauglich", während ihre europäischen Markengeschwister das
nicht sein sollten.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
aiz.info - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst,
Tel.: 01/533 18 43
mailto:[email protected]
www.aiz.info

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