- 21.03.2011, 10:00:13
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EPCON 2011: Meistern die Energieunternehmen den Sprung aus der Defensive?
Wien (OTS) - Der österreichischen Energiewirtschaft stehen große
Veränderungen unmittelbar bevor. Auf dem Branchenevent EPCON 2011
wurde der Umbruch des Energiesystems offen diskutiert. Das neue
Energiezeitalter hat längst begonnen. Gerade die aktuellen Ereignisse
in Japan und politischen Unruhen im Nahen Osten zeigen die
Wichtigkeit einer raschen Weichenstellung der Energiepolitik in
Europa und Österreich.
Keine Königswege im Energiemix der Zukunft
Ein paneuropäisches Energienetz kann nur dann funktionieren, wenn
jedes Land seine Assets ausspielt. Im Zentrum von Europa behauptet
sich Österreich als Energiedrehscheibe und grüne Batterie. Fossile
Energieträger sind aus Sicht des globalen Energieversorgers Schell in
unmittelbarer Zukunft nicht zu verdrängen. "Tatsache ist, dass die
Mehrheit der Energie auch in Zukunft aus endlichen Energiequellen
gespeist wird. Erfahrungen haben gezeigt, bis sich eine neue
Energietechnologie auf dem Weltmarkt durchsetzt, braucht es 30
Jahre", erklärt Ing. Friedrich Schalk, Vorsitzender der
Geschäftsleitung der Shell Austria GmbH. Städte und Ballungszentren
können treibender Motor für Energieinnovationen sein. Mag. Maria
Vassilakou, Vizebürgermeisterin und amtsführende Stadträtin, betont
die akute Zeitnot: "Die Abhängigkeit von Öl und Gas ist einfach nicht
mehr leistbar. Wir müssen weg von einer Politik, die nur von einem
Klimagipfel zum nächsten reicht, hin zu einer Politik des Handelns."
Die Backup-Funktion von Gas ist gerade im Zusammenhang mit dem
Ausbau fluktuierender Energiemengen nicht zu unterschätzen. "Gas ist
das einzig sichere Medium für den Ausbau von Windkraft", stellt DI
Markus Mitteregger, MBA, Generaldirektor der Rohöl
Aufsuchungsgemeinschaft (RAG), klar. "Der Ausgleich kann nur über ein
entsprechendes Speichersystem passieren."
Kann der österreichische Binnenmarkt mit der Energie Union Schritt
halten?
Die Umsetzung des dritten EU-Binnenmarktpakets trifft auf wenig
Begeisterung der österreichischen Energielandschaft. Nicht nur
national werden die Kompetenzen verlagert. Der Start von
Regulierungsagentur ACER mischt die Karten auf europäischer Ebene
neu. "ACER ist kein europäischer Regulator. Die Aufgaben sind
Stellungnahmen und Empfehlungen abzugeben", gibt DI Walter Boltz,
Geschäftsführer der Energie-Control GmbH und Vice Chair der ACER
Board of Regulators, zu verstehen. Mit der Aufsichtsfunktion über
Entso-E und Entso-G rückt für ACER vor allem der strategische
Netzausbau ins Zentrum. Eine rein nationale Sicht in der
Energiestrategie führt nicht zum Erfolg. "Europa muss sich behaupten.
China strebt unaufhaltsam auf den Markt. Die OPEC-Länder dominieren
gemeinsam mit Russland die Rohöl und Gasförderung. Die Strategie der
EU muss es sein, neue Quellen zu erschließen", so Dr. Lukas Repa von
der Generaldirektion Energie der Europäischen Kommission.
Wer nascht aller am Kuchen der intelligenten Energienetze mit?
Die Dynamik und der Umfang der intelligenten Energienetze sind noch
schwer abschätzbar. Der Verbraucher wird zum Erzeuger,
Geschäftsmodelle müssen neu entwickelt werden und mit der
Telekommunikationsbranche tritt ein neuer Player auf den Markt. "Die
schnellen Innovationszyklen der IKT prallen auf die trägen
Energieversorger. Mit Unternehmen wie Google drängen sich plötzlich
neue Dienstleistungen auf. Die Energieversorger sind gefordert
innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln", erklärt Christian
Reimsbach-Kounatze, Politikanalyst der OECD. Der Kunde muss wie bei
der Elektromobilität erst für neue Energiedienstleistungen begeistert
werden. Dr. phil. DI Harald Schäffler, Geschäftsführer der EnCT GmbH,
Forschungsgruppe Energie & Kommunikationstechnologien, sieht noch
enorme Defizite bei der Aufklärungsarbeit und Einführung in die neuen
Möglichkeiten.
Die Energiebranche bewegt sich. Isolierte Denkmuster bringen
keinen mehr weiter. Energie muss grenzenlos und branchenübergreifend
bis zum Smart Consumer gedacht werden. Eine Aufgabe, an die sich
andere Branchen bereits gewöhnt haben. Fehlende Marktregeln und
technische Standards stellen Hemmnisse dar. Sobald die Politik die
notwendigen Rahmenbedingungen gesetzt hat, wird der Markt um die
Smart Grids ins Rollen geraten. Die Fragen nach Verfügbarkeit der
Energie, Steuerbarkeit und Energieeffizienz gewinnen an Bedeutung.
Der Maßstab für den Erfolg der Smart Grids ist schlussendlich die
Erreichung der 20-20-20-Ziele.
Mehr Informationen und das genaue Veranstaltungsprogramm finden
Sie unter: www.epcon.at.
Rückfragehinweis:
Elisabeth Wiederseder, IIR Österreich GmbH, www.epcon.at
Tel.: +43 (1) 891 59-316, E-mail: [email protected]
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