• 19.03.2011, 09:20:40
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Zirkuslöwe nach Ausbruch in Brandenburg erschossen

VIER PFOTEN fordert endlich umfassendes Wildtierverbot im Zirkus

Wien (OTS) - Am gestrigen Freitag sind im Brandenburgischen
Neuruppin aus dem Zirkus Humberto zwei Löwen ausgebrochen. Eine
Großkatze konnte schnell eingefangen werden, doch das zweite Tier
erschoss die Polizei, da offenbar Gefahr für die Menschen bestand.
"Der tragische Fall zeigt erneut, dass die Sicherheit im Zirkus weder
für Menschen noch für Tiere gewährleistet werden kann. Ein
Wildtierhaltungsverbot für Zirkusse ist überfällig", erklärt Thomas
Pietsch,
Wildtierexperte von VIER PFOTEN.

Nach Medienberichten entkam ein Löwe am Nachmittag während der
Vorstellung aus der Manege. Der Zirkus gastiert in unmittelbarer Nähe
eines Wohngebietes und eines Sportplatzes "Unter diesen Bedingungen
scheint es pures Glück, dass keine Menschen zu Schaden gekommen
sind", sagt Pietsch. Und Vorfälle dieser Art sind keine Einzelfälle:
in den letzten sieben Jahren hat VIER PFOTEN 19 zehn Vorfälle
gezählt, bei denen in Deutschland Menschen von Wildtieren im Zirkus
verletzt wurden. Hinzu kamen 38 Ausbrüche von Wildtieren, bei denen
nur durch viel Glück Schlimmeres verhindert werden konnte.

"Wildtierhaltung im Zirkus ist einfach unverantwortlich - den
Tieren gegenüber, die unter der Haltung leiden, und den Menschen
gegenüber, die gefährdet werden. Außerdem kann es nicht angehen, dass
gefangene und dressierte Wildtiere immer noch als Attraktion gelten",
betont Thomas Pietsch: "Deutschland sollte sich ein Beispiel am
Nachbarland Österreich nehmen. Dort ist die Wildtierhaltung im Zirkus
seit Jahren verboten." Der Zwischenfall in Brandenburg ist der zweite
in kürzester Zeit: Bei Dreharbeiten zu einer deutschen Serie starb
kürzlich eine Regieassistentin, die von einem als dressiert geltenden
Geparden angegriffen worden war. Immer wieder zeigt sich: Wildtiere
sind unberechenbar und nicht zur Dressur geeignet.

Ein Wildtierverbot im Zirkus aus Tierschutzgründen wird von den
meisten Bundesländern und der Bundestierärztekammer gefordert. Der
aktuelle Fall zeigt nun erneut, dass ein Verbot auch aus
Sicherheitsgründen dringend nötig ist. Allein die CDU/CSU und die
verantwortliche Verbraucherministerin Ilse Aigner blockieren seit
Jahren jegliche Fortschritte. So scheiterte vor wenigen Wochen eine
erneute Bundestags-Initiative für ein Verbot an der CDU/CSU.
Ministerin Aigner hat eine Initiative für den Tierschutz angekündigt.
"Nun müssen den Worten endlich auch für Zirkustiere Taten folgen",
fordert Pietsch. Ihnen wird nur ein konsequentes Verbot helfen, das
jetzt endlich vom Ministerium umgesetzt
werden muss".

Rückfragehinweis:
Thomas Pietsch, Wildtierexperte
mailto:[email protected]
Tel: 0049 171 4910784

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