Rechnungshofbericht bestätigt OÖGKK-Position zur Gesundheitsreform
Wien (OTS) - Ein aktueller Bericht des Rechnungshofs zur
Kostenentwicklung im Gesundheitswesen zeigt eine ganze Reihe
notwendiger Verbesserungen auf. An die OÖGKK adressiert der
Rechnungshof hingegen im Wesentlichen: "Den begonnenen Weg
fortsetzen!" Darüber hinaus bestätigt er alle Forderungen und
Argumente der OÖGKK in Bezug auf die laufende Reformdiskussion. "Wir
werden bei allen Reformdiskussionen darauf drängen, dass an den
tatsächlichen Problemen gearbeitet wird - denn sonst droht die
Gesundheitsreform zum tagespolitischen Verschiebebahnhof für Macht
und Geld zu verkommen", betont OÖGKK-Obmann Felix Hinterwirth.
Der Rechnungshof kommt zum Ergebnis, dass in den vergangenen drei
Jahren die Endkosten im stationären Bereich um 18,3 Prozent stiegen,
bei den Ambulanzen sogar um 20,3 Prozent. Dieser, von den Ländern
allein zu verantwortenden Kostensteigerung, steht ein
Ausgabenwachstum der Krankenkassen von 11,8 Prozent im selben
Zeitraum gegenüber.
Der Mythos, dass sich die Krankenkassen auf Kosten der Spitäler
und Ambulanzen entlasten würden, wird vom Rechnungshof gleich
zweifach widerlegt, berichtet OÖGKK-Direktorin Andrea Wesenauer:
"Erstens stellen die Prüfer in ihrem Bericht fest, dass die Länder
die Kompetenz zur Verlagerung von Leistungen vom stationären in den
ambulanten und in den Hauskrankenpflege-Bereich selbst in der Hand
haben. Und auch die Möglichkeiten zur Spitalsentlastung liegen
großteils bei den Ländern. Zweitens schreibt der Rechnungshof, eine
höhere Facharztdichte im niedergelassenen Bereich führte vor allem in
den Ballungsräumen zu keinen Reduktionen von spitalsambulanten
Leistungen. Eine klare Bestätigung der OÖGKK-Argumentation."
Vor allem bei den Ambulanzen wirkt sich ein zentraler Fehler in
der Steuerung der Spitäler deutlich aus: Das bestehende
Abgeltungsmodell setzt die verkehrten Anreize für die
Entscheidungsträger vor Ort. So ist es laut Rechnungshof für ein
Spital finanziell ein erheblicher Nachteil, einen Patienten in der
Ambulanz umfassend zu behandeln, während eine stationäre Aufnahme
lukrativ ist. Damit wird auch verständlich, warum die Österreicher so
oft in einem Spitalsbett landen und daher so viele teure Betten
benötigt werden, wie in sonst keinem anderen Land.
"Alle aufgezählten Probleme könnten mit den heute zur Verfügung
stehenden Möglichkeiten verbessert werden. Wir haben schon einen
bundesweiten Topf in dem die Krankenkassengelder für den
Spitalsbereich beim Hauptverband gebündelt werden. Dieser Topf zahlt
an einen Landestopf, in dem das gesamte Spitalsgeld für das
Bundesland gebündelt wird. Wir brauchen also mit Sicherheit keine
neuen Töpfe, sondern einfach verantwortungsvolle Steuerung. Daran
würden wir sehr gerne mitarbeiten", resümiert Felix Hinterwirth den
Rechnungshofbericht.
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