- 16.03.2011, 14:09:37
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Getreide-Terminmärkte spinnen: Hysterie löst wildeste Bocksprünge aus
Nach Absturz der Kurse setzt "Schnäppchen-Jagd" ein und springt physische Nachfrage an
Wien (OTS/aiz.info) - Die Warenterminmärkte spinnen zurzeit.
Anders lässt sich nicht ausdrücken, dass die durch die Erdbeben- und
folgende Atomkatastrophe in Japan ausgelöste Hysterie an den
internationalen Warenterminbörsen für Agrarrohstoffe wildeste
Bocksprünge der Notierungen bewirkt. Massive Liquidierungen der von
Fonds gehaltenen Positionen prägten das Bild einer Angst von
Investoren, die nach der Natur- und Reaktorkatastrophe erhebliche
Auswirkungen auf die globale Konjunkturentwicklung befürchten,
Kapital aus den Agrarmärkten abziehen und in "sichere Häfen"
flüchten. Nachdem die Terminnotierungen von Agrarrohstoffen dadurch
am Montag und Dienstag dieser Woche ins Bodenlose gestürzt waren,
ging heute, Mittwoch, die Post dagegen wieder nach oben ab. Es hieß,
die Investoren hätten sich angesichts der fundamental nicht
rechtfertigbaren Tiefpreise auf "Schnäppchen-Jagd" begeben und jene
Verkäufer, die den Markt zuletzt von einer Long- in eine
Short-Position ausverkauften, streiften nun ihre Gewinne ein.
Die Terminmärkte für Agrarrohstoffe scheinen mit diesen
Bocksprüngen das Auf und Ab an den Aktien- und Rohölmärkten
unreflektiert nachzuvollziehen.
An der Euronext in Paris verlor der europäische Weizenfutures für
den vordersten Liefertermin, Mai 2011, gestern 6,3% oder EUR 13,75
pro t auf einen Schlusskurs von EUR 203,- pro t bei einem äußerst
großen Handelsvolumen von umgerechnet 2,1 Mio. t. Der für die neue
Ernte 2011 maßgebliche November-Weizenfutures schloss mit EUR 12,-
pro t im Minus bei EUR 187,75 pro t. Heute holte der Weizen an der
Euronext im Vormittagshandel seine Verluste der Vortage wieder um bis
zu 5,5% oder EUR 9,25 pro t auf. Ähnlich erging es den Mais- und
Rapsfutures an der europäischen Leitbörse in Paris.
Ähnlich wild auf und ab ging es auch an der US-Leitbörse CBOT in
Chicago und am New Yorker Rohzuckermarkt. Sojabohnen und Mais
stürzten gestern in Chicago ins Limit-Down, also in den
größtmöglichen Kursverlust an einem Handelstag. Weizen schrammte
knapp am Limit-Down vorbei, ehe heute, Mittwoch, der vorbörsliche
elektronische Handel ebenso kometenhafte Anstiege der Notierungen
vorwegzunehmen schien.
Weiters heißt es, dass die gesunkenen Preise nun auch frische
Nachfrage auf den physischen Märkten stimulierten und die Käufer
wieder von den Seitenoutlinien aufs Spielfeld lockten. So folgte
Tunesien mit einer Ausschreibung für 25.000 t Weizenimport einem
jordanischen Tender auf den Fersen und soll die Türkei am Montag bei
deutschem Weizen zugeschlagen haben.
(Schluss) pos
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