• 14.03.2011, 14:59:12
  • /
  • OTS0197 OTW0197

Japan-Katastrophe drückt Getreidemärkte kurzfristig noch tiefer

Japan einer der global größten Importeure - Umschlags- und Verarbeitungskapazität zerstört

Wien (OTS/aiz.info) - Das verheerende Erdbeben und der folgende
Tsunami sowie die Nuklearkatastrophe in Japan gehen auch an den
weltweiten Rohstoffmärkten und damit an den Terminnotierungen für
Getreide nicht spurlos vorbei. Sowohl an der wichtigsten europäischen
Warenterminbörse Euronext in Paris als auch an der US-Leitbörse CBOT
in Chicago rasselten die Notierungen am Montag nach ihren vorwöchigen
Kursverlusten noch tiefer in den Keller.

Bis Montag, 14.00 Uhr, verlor der europäische Mai-Weizenfutures an
der Euronext um 4% auf ein Dreieinhalb-Monate-Tief von zeitweise bis
zu EUR 214,50 pro t. In der Vorwoche hatte Weizen in Paris schon
insgesamt EUR 21,- pro t abgeben müssen. In der gleichen
Größenordnung ging es mit dem Pariser August-Maisfutures auf bis zu
EUR 231,25 pro t hinunter. Japan benötigt zur Ernährung seiner 127
Millionen Einwohner umfangreiche Importe von Agrarrohstoffen und
Lebensmitteln. Diese könnten nach Ansicht von Analysten nun durch den
Rückgang der Nachfrage sowie die Zerstörung von Umschlagskapazitäten
in den Häfen sowie in Futtermittelwerken und Mastställen zumindest
vorübergehend einbrechen.

Japan ist weltgrößter Mais- und einer der bedeutendsten
Weizenimporteure

Japan ist nach Angaben von Toepfer International mit jährlich 16,1
Mio. t Maiszukäufen und einem Weltmarktanteil von 18% mit deutlichem
Abstand die Nummer eins der Maisimporteure auf der Welt und beim
Weizen mit 5,2 Mio. t Einfuhren ebenfalls im Spitzenfeld. Weiters ist
das fernöstliche Kaiserreich mit jährlichen Einkäufen im Wert von
knapp USD 1,65 Mrd. (EUR 1,20 Mrd.) der größte Kunde der
US-Schweinefleischindustrie.

Analysten: "Psychologische" Erstreaktion der Märkte - Zukunftstrend
offen

Wenngleich Analysten die ersten Reaktionen auf den
Warenterminmärkten als "psychologisch" und nicht als nachhaltige
Einbrüche auf den agrarischen Rohstoffmärkten sehen, weiß niemand
zurzeit die kurz- und mittelfristig weitere Entwicklung
einzuschätzen. Großflächige nukleare Verseuchung des raren Ackerlands
in Japan könnte den Importbedarf sogar zusätzlich anwachsen lassen.
Mittelfristig könnte zum Beispiel eine verstärkte Nachfrage nach
Biosprit als Folge eines Atomausstiegsszenarios die Märkte auch
wieder beleben. Verstärkt wurde der Kurzfristeffekt heute, Montag,
jedenfalls auch noch dadurch, dass viele Fonds aus Angst vor einem
Einbruch der Weltwirtschaft ihre Positionen auf den Rohstoffmärkten
auflösten.
(Schluss) pos

Rückfragehinweis:
aiz.info - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst,
Tel.: 01/533 18 43
mailto: [email protected]
www.aiz.info

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AIZ

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel