• 14.03.2011, 13:54:11
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Huainigg begrüßt fünf Reformschritte zur schulischen Integration des ÖVP-Bildungspapiers

Sonderschulen sollen zu Förderschulen für alle Kinder weiter entwickelt werden!

Wien (OTS/ÖVP-PK) - "Das ÖVP-Bildungspapier zeigt klar auf, wo
angesetzt werden muss, um die schulische Integration von behinderten
Kindern weiterzuentwickeln und ein inklusives Bildungssystem zu
sichern. Das Ziel ist klar: Alle Kinder müssen entsprechend ihren
Fähigkeiten bestmöglich gefördert und gefordert werden", sagt Dr.
Franz-Joseph Huainigg, ÖVP-Sprecher für Menschen mit Behinderungen,
heute Montag.

Fünf Reformschritte sind auf dem Weg zu einem inklusiven Schulsystem
von besonderer Bedeutung und finden sich im Bildungskonzept der ÖVP
wieder:

1. Sonderschulen müssen sich zu Förderschulen weiter entwickeln
Sonderschulen haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr zu
einem "Auffangbecken" für verhaltensauffällige Kinder entwickelt.
Hier setzt auch das ÖVP-Bildungspapier an: "Durch die schulische
Integration behinderter Kinder ist die Zahl der Sonderschulen nicht
wie erwartet gesunken. Vielmehr finden sich heute in den
Sonderschulen viele verhaltensauffällige Kinder. Die
dahinterliegenden Probleme wie mangelnde Sprachkenntnisse in
Verbindung mit Migrationshintergrund, persönliche Probleme, labile
Familienverhältnisse und andere Faktoren bewirken, dass es diese
Schüler/innen und Schüler später schwieriger haben, Arbeit und damit
einen Platz in der Gesellschaft zu finden. Vor diesem Hintergrund ist
darauf zu achten, dass kein Kind nur aufgrund mangelnder
Sprachkenntnisse in eine Sonderschule wechseln muss."
Es gilt, künftig die Expertise der Sonderpädagogik und
Integrationspädagogik für das gesamte Schulsystem und für alle Kinder
zu nutzen. Huainigg schlägt daher vor: "Die Sonderschulen müssen zu
Förderschulen weiter entwickelt werden, wo auf die Bedürfnisse jedes
Kindes speziell eingegangen wird. Davon könnten sowohl behinderte als
auch nicht-behinderte Kinder profitieren, da jedes Kind entsprechend
seinen Fähigkeiten unter besten Rahmenbedingungen gefordert und
gefördert wird. Die zu schaffenden Förderschulen müssen daher auch
für nicht-behinderte Kinder geöffnet werden. Durch die Durchmischung
und den inklusiven Pädagogikansatz wird die heutige Sonderschule
aufgewertet, wodurch vor allem die Schüler/innen profitieren.
Jährlich sollen die neuen Förderschulen um zehn Prozent mehr
nicht-behinderte Kinder aufnehmen, wodurch in fünf Jahren eine
durchmischte Integrationsstruktur geschaffen wird.

2. Weiterführung der schulischen Integration
Die positiven Erfahrungen im Bereich der schulischen Integration von
behinderten Kindern sind auch nach der achten Schulstufe
weiterzuführen. Das ÖVP-Bildungspapier verweist besonders auf die
Erfolge im Bereich der Integrativen Berufsausbildung, die als Vorbild
dienen: "Die integrative Berufsausbildung bzw. die Teillehre sind in
diesem Zusammenhang ein Schritt in die richtige Richtung und sollen
als Vorbild für die Integration von Kindern mit besonderen
Bedürfnissen im gesamten Schulsystem dienen."

3. Integration soll der Regelfall werden
"Die Integration von Kindern mit besonderen Bedürfnissen soll in
Regelschulen dann zum Regelfall werden, wenn dies dem Wohl der Kinder
am besten entspricht", hält das ÖVP-Bildungspapier fest und verweist
auf die positiven Konsequenzen schulischer Integration:
"Wissenschaftliche Untersuchungen und praktische Erfahrungen aus
Integrationsklassen zeigen, dass sowohl behinderte als auch
nicht-behinderte Kinder von Parametern wie zwei Lehrer pro Klasse,
geringerer Schülerzahl, Individualisierung und offenen
Unterrichtsformen profitieren."

4. Lehrer/innen-Ausbildung für behinderte Studierende öffnen
Das ÖVP-Bildungspapier fordert, dass "nur die Besten Lehrer werden
sollen". Weiter heißt es im ÖVP-Bildungspapier: "Entsprechend den
Anforderungen des jeweiligen Unterrichtsfaches, sind die Wege der
Lehrer/innen- und Lehrerausbildung auch für Menschen mit Behinderung
verstärkt zu öffnen." Huainigg begrüßt diesen Weg und meint, "es geht
wirklich um die besten Köpfe, die Behinderung darf kein
Ausschließungsgrund vom Lehrerberuf bleiben".

5. Reform des SPF-Bedarfs
Einen wichtigen Reformbedarf zeigt das ÖVP-Bildungskonzept bei den
geltenden Kriterien für sonderpädagogischen Förderbedarf (SPF) auf:
"Von Verhaltensauffälligkeiten bis hin zur Förderung
schwerstbehinderter Kinder wird momentan alles unter dem Etikett
"Sonderpädagogischer Förderbedarf" subsumiert - flexible
Handhabungsmöglichkeiten fehlen. Aus diesem Grund sollen die
Kriterien für den Sonderpädagogischen Förderbedarf in Hinblick auf
flexible Förder- und auch Fordermöglichkeiten, die der Vielzahl der
Herausforderungen im Schulalltag entsprechen, überarbeitet werden."

Abschließend verweist Huainigg auf das ÖAAB-Bildungspapier, wo die
genannten Anliegen konkret ausformuliert sind, und hält fest: "Die
Ziele sind klar definiert - nun geht es um die konsequente
Umsetzung!"
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel.: 01/40110/4436
http://www.oevpklub.at

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