Brauner/Frauenberger: "Viel gemeinsam mit den Frauen erkämpft!"
"Seit 100 Jahren in Bewegung": Frauenpolitik und beste Unterhaltung beim ega-Frauenfest
Wien (OTS/SPW) - "Es ist ein besonderer Tag vor einem fröhlichen
Hintergrund, aber auch einem ernsten und traurigen Hintergrund!",
begrüßte die Vorsitzende der Wiener SPÖ Frauen, Vizebürgermeisterin
Renate Brauner am Samstag die zahlreichen Gäste im ega zum Frauenfest
anlässlich des 100-jährigen Frauentages unter dem Motto "Seit 100
Jahren in Bewegung". Es sei ein fröhlicher Tag, da in den letzten 100
Jahren viel gemeinsam mit den Frauen erkämpft wurde. Fest stehe
jedoch: "Viel gibt es noch zu erreichen!" So sei die Forderung nach
gleichem Lohn für gleiche Arbeit aktueller denn je. Aus derzeitigen
Anlass erinnerte die Frauenvorsitzende mit großer Betroffenheit auch
an "die grauenvolle, auch von Menschenhand gemachte Katastrophe in
Japan. Dieses Unglück soll uns zu denken geben und wir müssen
Schlussfolgerungen ziehen", betonte Brauner und verwies auf etliche
Atomkraftwerke in der unmittelbaren Nähe Wiens mit viel geringeren
Sicherheitsstandards. Die Atomkraft sei eine Fehlentwicklung, gegen
die sich die Wiener SPÖ immer einsetze, unterstrich Brauner.
Nichtsdestotrotz sei das heutige Frauentagsfest ein wichtiger
Fixpunkt des Jahres, denn "wir feiern nicht, um uns zurückzulehnen,
sondern um Kraft zu schöpfen, gemeinsam auch die nächsten hundert
Jahre für die Interessen der Frauen zu kämpfen!"****
Nach diesen einleitenden Begrüßungsworten wurde der Festtag mit einem
Video zu 100 Jahre Frauentag eröffnet. Dabei wurden die vielzähligen
Errungenschaften der SPÖ-Frauenministerinnen der letzten Jahrzehnte
beleuchtet, seien es Johanna Dohnal, Helga Konrad, Barbara Prammer
oder Doris Bures und Gabriele Heinisch-Hosek - all diese
Politikerinnen konnten wichtige Errungenschaften verwirklichen, wie
die Fristenregelung, die Familienrechtsreform, das
Gleichbehandlungsgesetz, oder das Gewaltschutzgesetz, den Ausbau der
Kinderbetreuung und aktuell die Einkommenstransparenz.
Generationen im Gespräch: Die Hälfte der Welt für die Frauen
Anschließend wurde über die Situation von Frauen einst und heute
diskutiert. Der ehemaligen Frauenvorsitzende und Wiener Stadträtin
Ingrid Smekal wurde in Wien erstmalig das Frauenressort zugeteilt. Es
sei ein "drängender Wunsch" gewesen und die Verwirklichung dieses
Ressorts "war sehr wichtig. Damit konnte Frauen der richtige Weg
gewiesen werden, ob bei Rechts-, Gleichbehandlungs- oder
Wohnungsfragen", stellte Smekal fest. "Viele Dinge sind heutzutage
zur Selbstverständlichkeit" geworden, umso wichtiger sei es, mehr
Frauen in entscheidende Positionen zu bringen.
In Wien sei Frauenpolitik seit jeher ein zentrales Thema für die
Politik. So erinnerte sich Renate Brauner an ihre Zeit als
Frauenstadträtin: "Mit dem 24-Stunden-Frauennotruf wurde ein
einzigartiges Projekt verwirklicht, dass es in vielen Städten heute
noch immer nicht gibt." Mit dem Gender-Budgeting, das in Wien in
allen Bereichen und Stadtressorts zur Anwendung komme, werde
Geschlechtergerechtigkeit und Gleichstellung überprüft. Für die
Zukunft wünsche sich die Frauenvorsitzende, dass "es nicht mehr um
die Frage gehe, ob Mann oder Frau und wir auch nicht mehr über Quoten
diskutieren müssen. Denn die Quote ist kein Ziel, sondern ein
Instrument."
Frauenstadträtin Sandra Frauenberger appellierte an alle Wienerinnen,
an der bevorstehenden großen Frauendemo am 19. März 2011
teilzunehmen: "Wir haben immer für die Frauen gekämpft und müssen
deshalb kraftvoll und bestärkt gemeinsam demonstrieren, damit alle
Frauen sicher, selbstbestimmt und unabhängig leben können." Seit
jeher stehe außerdem fest: "Privates ist politisch!" In diesem
Zusammenhang betonte Frauenberger, dass viele Frauen nach wie vor
Opfer von Gewalt im privaten Bereich werden. Hier zeige sich am
deutlichsten, dass Privates immer auch politisch sei und es hier noch
viel Handlungsbedarf gebe. Hinsichtlich der auseinanderklaffenden
Einkommensschere sei es von zentraler Bedeutung, auch Betriebe in die
Pflicht zu nehmen. Das gelinge in Wien mit der Koppelung der
öffentlichen Auftragsvergabe an Frauenförderung bestens: "Die
Betriebe machen es und damit wird die Schere wieder etwas
geschlossen. Das ist ein Programm, an dem wir kontinuierlich arbeiten
und in Zukunft frauensolidarisch viel weiterbringen werden!"
Als jüngste Diskussionsteilnehmerin unterstrich die Frauensprecherin
der SJ Wien, Laura Schoch, die Anliegen der jüngsten Generation.
Heutzutage sei es wichtig, auch über den zunehmenden Sexismus in der
Gesellschaft aufzuklären. "Mir geht es darum, junge Frauen zu
bestärken und deren Themen aufs Tapet zu bringen." Angesprochen auf
ihre zukünftigen Pläne in der Politik, stellte die Jungpolitikerin
fest, dass es ihr nicht um eine bestimmte Position gehe: "Man hat
überall eine feministische Aufgabe, sei es als Stadträtin oder im
Gespräch mit Freundinnen."
Musikalische und künstlerische Highlights: Polly Adler, Luttenberger*Klug und Mieze Medusa
Weiter ging es mit der Kabarettistin Andrea Händler und der Autorin
Angelika Hager, die Auszüge aus "Polly Klinik" von Polly Adler zum
Besten gaben. Musikalisch sorgten Mieze Medusa, Maria Bill und
Luttenberger*Klug für abwechslungsreiche Einlagen und beste
Feierstimmung. Alle Kunstliebhaber kamen mit der Vernissage-Eröffnung
von Ewa Jablonski auf ihre Kosten. Abgerundet wurde das
Frauentagsfest zu späterer Stunde mit Elektro-Sounds von DJane
G:Rizo. Die zahlreichen BesucherInnen und prominenten Gäste genossen
das abwechslungsreiche Programm und freuten sich über ein gelungenes
Fest. (Schluss) nk
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