- 12.03.2011, 11:03:14
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Walser zu ÖVP-Bildungspapier: schwarzes Bildungs-Chaos
Grüne: ÖVP soll ideologische Scheuklappen ablegen
Wien (OTS) - "Das vorliegende ÖVP-Bildungspapier ist Ausdruck des
schwarzen Bildungschaos. Bei der ÖVP weiß die linke Hand nicht, was
die rechte tut", verweist Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen,
auf Widersprüchlichkeiten im gestern vorgestellten ÖVP-Papier.
"Einerseits hat die inzwischen entmachtete Wissenschaftsministerin
Beatrix Karl noch im Jänner gemeint, die mittlere Reife sei keine
'bestimmte Prüfung am Tag X', dann wurde sie entmachtet und im
Programm war sogar von einem 'teilstandardisierten Reifezeugnis' am
Ende der achten Schulstufe die Rede, dessen 'positive Absolvierung'
'Voraussetzung für den Aufstieg in die Angebote der Sekundarstufe II'
sei. Jetzt rudert man zurück und will'eine freiwillige Prüfung am
Ende der neunten Schulstuf'. "Das ist Chaos pur, eine freiwillige
Prüfung am Ende der Schulpflicht, wenn die meisten Jugendlichen schon
in einem Gymnasium oder einer berufsbildenden Schule sind, ist
natürlich völlig sinnlos und dient wohl nur noch der Rechtfertigung
für die sachlich peinliche Diskussion der letzten Monate", kritisiert
Walser.
Walser kritisiert weiters: "Einerseits steht im letzte Woche
verbreiteten Papier, die Sekundarstufe I soll von "Durchlässigkeit"
geprägt sein, andererseits fordert man für das Gymnasium ab der 3.
Klasse zusätzliche Fächer, die es in der Hauptschule nicht gibt. Das
verhindert Durchlässigkeit statt sie zu schaffen. SchülerInnen, die
ins Gymnasium wechseln wollen, müssten dann zwei Jahre Unterricht in
Fächern aufholen, die sie nie hatten", bemängelt Walser und fragt:
"Was gilt jetzt, Durchlässigkeit oder Hürde?" Die ÖVP kann nach wie
vor nicht schlüssig erklären, warum sie gegen eine gemeinsame Schule
auftritt und 10- bis 14-Jährige unbedingt trennen und in drei
verschiedene Schulformen aufteilen will. Die ÖVP-Bildungspolitik soll
ihre ideologischen Scheuklappen ablegen und endlich die Pädagogik zum
Leitprinzip ihres bildungspolitischen Handelns machen", appelliert
Walser.
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]
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