• 11.03.2011, 09:10:24
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Lebensmittel dämpften 2010 die Teuerung - Treibstoffe stärkste Preistreiber

Experten warnen vor hoher Importabhängigkeit bei Energie

Wien (OTS/aiz.info) - Treibstoffe wirkten im Jahr 2010 als
stärkste Preistreiber, während Lebensmittel die Teuerung dämpften.
Dies geht aus aktuellen Berechnungen der Statistik Austria hervor.
Konkret lag die österreichische Inflationsrate im Schnitt bei 1,9%.
Während des ganzen Jahres wurde die Inflation von der
Preisentwicklung der Mineralölprodukte dominiert: In der
Ausgabengruppe "Verkehr" kam es zu durchschnittlichen Preiserhöhungen
von 3,4%, wofür in erster Linie die um 14% teureren Treibstoffe
verantwortlich waren. Die Preissteigerungen für Haushaltsenergie
(+3,2%) wurden fast ausschließlich durch die Teuerung bei Heizöl
(+22%) bestimmt. Nahrungsmittel wirkten im ersten Quartal noch
inflationsdämpfend und dann als stabilisierender Faktor - die Preise
stiegen hier im Mittel nur um 0,5%.

Teures Tanken und Wohnen ließ die heimische Inflation bis Dezember
2010 auf 2,3% klettern. Im Jänner 2011 stieg dieser Wert auf 2,4%.
Hauptpreistreiber im Jahresabstand war abermals die Ausgabengruppe
"Verkehr" mit einer mittleren Teuerung von 5,2%, wobei sich
insbesondere die Treibstoffpreise, die um 18% höher als vor einem
Jahr waren, auswirkten. Haushaltsenergie wurde im Jänner um
durchschnittlich 4,2% teurer; Heizöl aber um 21%, Gas um 2%. Die
Veränderungen bei den Lebensmittelpreisen lagen bei 2,4% und
entsprachen somit der durchschnittlichen Teuerung im Berichtsmonat.

Agrar-Rohstoffe haben meist nur geringen Anteil an Konsumentenpreisen

Agrarexperten geben in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass
landwirtschaftliche Rohstoffe meist nur einen sehr geringen Anteil an
den Endverbraucherpreisen von verarbeiteten Lebensmitteln haben. So
stieg der Index der Agrarpreise (einschließlich öffentlicher Gelder)
zwischen 1986 und 2010 um knapp 9%, während den Bauern die
Produktionskosten um fast 40% davonliefen. Gleichzeitig wurden
Nahrungsmittel für den Endverbraucher um fast die Hälfte teurer.

Der Kostenanteil von Getreide am Preis einer Semmel macht nur 4%
aus, bei einem Wecken Mischbrot sind es knapp 6%. Laut Berechnungen
der Bundesinnung des Lebensmittelgewerbes beträgt der Anteil der
Personalkosten innerhalb dieser Branche im Schnitt 44% und stellt
somit den größten Kostenfaktor dar. Auch hier hat die Energie einen
bedeutenden Stellenwert in der Kalkulation der Endverbraucherpreise.

Die bäuerliche Interessenvertretung warnt angesichts der extremen
Preissteigerungen bei Energie vor weiteren Kostenerhöhungen, die auch
den Agrarsektor betreffen. Derzeit müssten mehr als 70% des
heimischen Energiebedarfes importiert werden. Diese dramatische
Abhängigkeit Österreichs von den Krisenregionen dieser Erde koste
jährlich mehr als EUR 10 Mrd. Kaufkraft für Öl- und Gasimporte, wird
betont. Einen Ausweg aus dieser Misere biete der rasche Umstieg auf
erneuerbare Energie, dadurch würden auch Arbeitsplätze im Land
geschaffen.
(Schluss) kam

Rückfragehinweis:
aiz.info - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst,
Tel.: 01/533 18 43
mailto:[email protected]
www.aiz.info

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