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"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Die Karten werden neu gemischt" (Von Kurt Horwitz)
Ausgabe vom 10.03.2011
Wien (OTS) - Wettbewerb macht lustig, aber nicht immer und nicht
alle. Flyniki beispielsweise war gar nicht froh, dass die AUA ihr auf
der Strecke Innsbruck-Wien preislich Paroli geboten hat. Sie streicht
die Verbindung, weil "die erforderliche Wirtschaftlichkeit nicht
eingeflogen werden konnte". Grund sei die "nicht nachvollziehbare
Preispolitik der AUA", was als Argument einer deklarierten
Billig-Airline doch einigermaßen überraschend klingt.
Seit die AUA der ertragstarken Lufthansa gehört, scheut Preiskämpfe
nicht mehr. Welche Preispolitik sie verfolgt, sobald sie verlorenes
Terrain zurückerobert hat und praktisch wieder einziger Anbieter ist,
wird sich weisen.
Das wird auch für die Flüge zwischen St.Gallen-Altenrhein und Wien
eine interessante Erfahrung sein. In Altenrhein nimmt Ende März die
People?s Viennaline den Flugbetrieb auf. Die AUA wird das Terrain
nicht kampflos räumen und mit neuen, günstigeren Angeboten kontern.
Die Strategie lautet, zwar nicht unbedingt der Billigstbieter, aber
preislich konkurrenzfähig zu sein.
Für AUA und Viennaline zusammen wird das Passagieraufkommen in
Altenrhein wohl nicht reichen, zumal ja auch die Intersky von
Friedrichshafen aus mitmischt. Die könnte letztendlich überhaupt zum
lachenden Dritten werden: Wenn die AUA von den hohen
Passagiergebühren und der Nebelanfälligkeit in Altenrhein zu sehr
genervt ist, bietet sich ein Code-sharing-Programm mit Intersky an.
Entsprechende Verhandlungen und die Installation eines neuen
Buchungssystems bei Intersky sind im Laufen.
Passagiere könnten dann künftig unter einer gemeinsamen Flugnummer
der beiden Gesellschaften (und unter Einbindung in das
Vielfliegerprogramm der AUA) von Friedrichshafen nach Wien und zurück
fliegen, wo die AUA ein dichtes Netz von Anschlussflügen anbietet.
Dass auf Dauer drei Gesellschaften von Altenrhein und Friedrichshafen
aus Wien anfliegen, ist unwahrscheinlich. In nächster Zeit ist also
vorerst zur Freude der Konsumenten das große Geldverbrennen angesagt.
Mittelfristig werden die Karten mit Sicherheit neu gemischt, was im
Extremfall auch das generelle "Aus" für Flüge aus Altenrhein, eine
neuerliche Einschränkung des Wettbewerbs und höhere Preise bedeuten
könnte.
Rückfragehinweis:
Vorarlberger Nachrichten, Chefredaktion
Tel.: 0676/88005382
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