• 09.03.2011, 12:16:06
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AK fordert Offensive zum Gesundheitsschutz der im Gesundheitsbereich Beschäftigten

Wien (OTS) - Der Arbeitsalltag stellt an die Beschäftigten im
Gesundheitsbereich hohe Ansprüche. Die Arbeit erfüllt in hohem Maßen,
sie belastet aber auch enorm. Die Beschäftigten müssen zu oft an die
Grenzen ihrer Belastbarkeit gehen. Sie sind wesentlichen
Arbeitsbelastungen durch Arbeitsorganisation, psychischen und
körperlichen Belastungen und Problemen im Umgang mit PatientInnen
ausgesetzt. Eine Offensive zum Gesundheitsschutz der in diesem
Bereich Beschäftigten soll rasch Abhilfe schaffen, fordert Alice
Kundtner, Bereichsleiterin für Soziales in der AK Wien: "Denn es
stehen nicht nur die Gesundheit und das Wohlbefinden der im
Gesundheitsbereich Beschäftigten auf dem Spiel, sondern ebenso die
Attraktivität des Berufes selbst. Und um die Gesundheitsversorgung
der Bevölkerung auch in Zukunft zu gewährleisten, müssen die
Belastungen der Gesundheitsbeschäftigten gesenkt werden - letztlich
geht es um das Wohl der PatientInnen."

Personalmangel, schlechte Personaleinsatzplanung, emotionale
Erschöpfung, körperlichen Belastungen durch Tragen und Heben,
Belastungen aus dem Umgang mit PatientInnen: Derartig hohe
Belastungen müssen und dürfen nicht sein, und sie können auch
wesentlich reduziert werden. Die in der AK Studie erhobenen Probleme
sind ernst zu nehmen. "Es geht um nichts weniger als um die
Nachhaltigkeit unseres guten Gesundheitssystems, nicht zuletzt auch
angesichts der bevorstehenden demografischen Veränderungen", sagt
Kundtner und fordert eine Offensive zum Gesundheitsschutz der im
Gesundheitsbereich Beschäftigten, bestehend aus:
+ Qualifizierungs-Offensive
Um eine umfassende Versorgung mit den notwendigen Gesundheitsgütern
in der nötigen Qualität zu erzielen bedarf es gut ausgebildeter
Gesundheits- und Sozialberufe. Psychischen und physischen Belastungen
muss bereits in der Ausbildung begegnet und die Auszubildenden müssen
auf die künftige Arbeitsrealität vorbereitet werden. Der Umgang mit
Supervision, Burn out-Prävention und betrieblicher
Gesundheitsförderung gehört daher zum Aus- und Fortbildungskanon
aller Gesundheitsberufe.

+ Arbeitsplatzqualitäts-Offensive
Seit Jahren regelt das Arbeitnehmerschutzgesetz die
Arbeitsplatzevaluierung. Besonders den psychischen Belastungen sollte
dabei verstärkt auf den Grund gegangen werden und bestehende Mängel
abgeschafft werden. Dieses Instrument kommt jedoch in Gesundheits-
und Behinderteneinrichtungen nur rudimentär zur Anwendung. Mit einem
Qualitätszertifizierungssystem soll endlich gegengesteuert werden.

+ Arbeitsorganisations-Offensive durch Masterplan
Aus der Tatsache, dass zu wenig qualifiziertes Personal zur Verfügung
steht und Personalbedarfsrechnungen nicht existieren oder nur
unflexibel angewendet werden, ergeben sich für die Betroffenen eine
Reihe von zum Teil schwerwiegenden Problemen: Nichteinhaltung des
Arbeitszeitgesetzes, mangelnde Planbarkeit der Freizeit,
Unvereinbarkeit von Beruf und Familie, Unzufriedenheit durch nicht
erfolgtes Lob oder Gratifikationen.

Die AK fordert daher einen Masterplan für die öffentlichen
Gesundheits- und Sozialeinrichtungen, um
+ um qualifiziertes Personal auch für die Zukunft zu sichern
+ den - auch im internationalen Vergleich - hohen Standard des
österreichischen Gesundheitssystems durch eine gezielte Weiter- und
Fortbildung zu erhalten
+ die Personalentwicklung unter Bedachtnahme auf die Altersstruktur
der Mitarbeiter (altersgerechte Arbeitsplätze, horizontale Karrieren)
neu auszurichten
+ die Evaluierung und betriebliche Gesundheitsförderung mit dem
Schwerpunkt psychische Belastungen zu verstärken.

Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Thomas Angerer
Tel.: +43-1 501 65-2578
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at

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