Wie transparent ist unser Treibstoff?
Gerade im Öl- und Gassektor ist Transparenz wesentliche Voraussetzung zur erfolgreichen Korruptionsbekämpfung in ressourcenreichen Ländern
Wien (OTS) - Die Antikorruptionsorganisation Transparency
International hat eine neue Studie vorgelegt, in der die
Berichterstattung von führenden Öl- und Gasunternehmen im Hinblick
auf Antikorruptionsprogramme, Unternehmensstruktur und
länderspezifische Aufwendungen analysiert wird. Gerade die
Berichterstattung über länderspezifische Aufwendungen ist sehr
rudimentär. Allerdings ist die Transparenz der Berichterstattung
insgesamt im Vergleich zur letzten Studie aus dem Jahr 2008 besser
geworden.
Huguette Labelle, Vorsitzende von Transparency International: "Es
ist eine gute Nachricht, dass sich die Transparenz positiv entwickelt
hat, aber immer noch publizieren zu wenige Unternehmen, was sie an
die Regierungen in den jeweiligen Ländern zahlen, in denen sie tätig
sind. Zwei Drittel der Armen der Welt lebt in ressourcenreichen
Länder. Diese haben ein Anrecht darauf zu erfahren, wie viel Geld
ihre Regierungen von Unternehmen erhalten, um die Ressourcen
auszubeuten".
Christian Humborg, Geschäftsführer von Transparency Deutschland:
"Vielleicht steigt durch die aktuellen Vorkommnisse in Libyen das
Interesse von Investoren und Analysten, viel genauer als bisher zu
erfahren, wie viel Geld auf welchem Weg an welche Regierungen fließt.
Zur Beurteilung des Risikos einer Investition ist das sicher nicht
unwesentlich."
Im Bericht 2011 wird die Berichterstattung von 44 Unternehmen des
Öl- und Gassektors untersucht, die zusammen 60% des weltweiten Öls
und Gas produzieren. Als einziges Unternehmen aus Österreich wird OMV
im Bericht bewertet. Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen aus
den USA und Europa hat sich OMV bisher noch nicht der "Extractive
Industries Transparency Initiative" (EITI) angeschlossen.
"Ziel der EITI ist es, die Korruption in rohstoffreichen Ländern
zu bekämpfen. Dazu sollen Zahlungen der rohstofffördernden
Unternehmen an Staaten und deren Verwendung transparent und damit
öffentlich gemacht werden." so Eva Geiblinger, Vorstandsvorsitzende
von Transparency International - Austrian Chapter.
In der Studie wird gefordert, dass Unternehmen über ihr
Antikorruptionsprogramm berichten und es unabhängig zertifizieren
lassen. Unternehmen sollen über Beteiligungen, Partner und
Geschäftsaktivitäten berichten. Die Ratingagenturen und Analysten
sollen Transparenzmaßnahmen in ihre Risikoevaluierungsmodelle
aufnehmen.
Nähere Informationen sowie die gesamte Studie zum Download finden Sie
unter:
http://www.transparency.org/news_room/in_focus/2011/prt_2011














