OTS0244   8. März 2011, 14:35

Forschungsrat begrüßt die FTI-Strategie der Bundesregierung als wichtigen Meilenstein

Nun sind die richtigen Umsetzungsschritte zu setzen


Aus der Sicht des Rates für Forschung und
Technologieentwicklung ist die FTI-Strategie der Bundesregierung ein
wichtiger Meilenstein für die zukünftige Entwicklung des
österreichischen FTI-Standorts. Die formulierten Zielsetzungen sind
durchaus ambitioniert, aber realistisch. Wichtigste Ausgangspunkte
sind dabei einerseits das politisch akkordierte Ziel der
Bundesregierung, Österreich in die Gruppe der "Innovation Leader"
bringen zu wollen, sowie andererseits die Finanzmarktkrise mit den
daraus resultierenden restriktiven Budgets.

Ein Blick in die innovativsten Länder Europas und der Welt zeigt,
dass diese fast ausnahmslos verbindliche Strategiedokumente besitzen.
Daher ist es sehr zu begrüßen, dass die österreichische
Bundesregierung diesen internationalen best-practice Beispielen
gefolgt ist. Positiv zu unterstreichen ist außerdem, dass die
FTI-Strategie in vielen Punkten konkreter ist als etliche andere
internationale Strategiedokumente.

Positiv hervorzuheben ist weiters die Tatsache, dass die
FTI-Strategie eine Einigung von sechs Ressorts darstellt. Der
Vorsitzende des Forschungsrates, Dr. Hannes Androsch, erklärt dazu:
"Die verantwortlichen Ressorts haben mit dem vorliegenden Papier ihre
Verantwortung wahrgenommen und den Themen Bildung, Forschung,
Technologie und Innovation den ihnen zustehenden Stellenwert gegeben.
Nun aber müssen die gesetzten Ziele in einem verbindlichen Zeitrahmen
vor allem in Bezug auf die Finanzierung und Umsetzung realisiert
werden."

Schließlich ist positiv zu vermerken, dass die Befunde bzw.
Analysen des Status quo durchaus gelungen sind. Sie fassen die
Ergebnisse von Forschungsdialog, Systemevaluierung und Ratsstrategie
gut zusammen und zeichnen ein ehrliches und kritisches Bild von der
heutigen Ausgangs-position des FTI-Standorts Österreich.

Gleichzeitig ist aber aus der Sicht des Rates anzumerken, dass die
in der Strategie formulierten Maßnahmen noch keine konkreten
Verantwortlichkeiten und nur wenige Quantifizierungen aufweisen.
Nächster Schritt sollte daher ein Umsetzungsplan mit Definitionen von
Zuständigkeiten, Priorisierungen von Maßnahmen sowie Budgetierungen
sein. Im Rahmen der avisierten Task Force muss geklärt werden, welche
Maßnahmen mit welchen budgetären Effekten in welchen
Verantwortungsbereich fallen. Denn, so der stellvertretende
Vorsitzende des Forschungsrates, Rektor Univ.-Prof. Dr. Peter
Skalicky, "ohne entsprechende Präzisierungen besteht die Gefahr, dass
die FTI-Strategie ein Papier ohne Folgen bleibt. Die Präzisierung ist
auch deswegen unumgänglich, da nachhaltige Strukturen vorhanden sein
müssen. Die schon nachhaltigen sind verlässlich zu verankern und zu
etatisieren, die nicht nachhaltigen sind zu evaluieren und entweder
nachhaltig zu machen oder einer Struktur- und Profilschärfung zu
unterwerfen. Alles andere läuft dem II. Hauptsatz der Thermodynamik
zuwider."

Wichtig ist weiters die Konkretisierung der zeitlichen Abläufe und
Fristen für die Umsetzung. Dies ist aus Sicht des Rates auch deshalb
dringend erforderlich, um das im Ministerrat im September 2010
beschlossene Umsetzungsmonitoring durch den Rat durchführen zu
können.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0244 2011-03-08 14:35 081435 Mär 11 NEF0010 0435



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Tel. 01 - 713 1414
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