- 08.03.2011, 11:06:41
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Wirtshaussteuer: Auch Brauer fürchten Anschlag auf Tourismus und Gasthauskultur
Wien (OTS) - Die österreichische Brauwirtschaft weist den jüngsten
Vorschlag einzelner Gemeinden und Städte, ihre angespannte
finanzielle Situation mittels einer Sondersteuer zu verbessern, aufs
Schärfste zurück. Demnach sollen alkoholische Getränke in der
Gastronomie um rund 15 Prozent teurer werden.
"Eine weitere steuerliche Belastung ist der Gastronomie bzw. den
Konsumenten nicht zuzumuten. Das ist ein Anschlag auf die
Gastronomie, die Wirtshauskultur, den Tourismus - und in einem
Tourismusland wie Österreich damit auch ein Anschlag auf die
Gesamtwirtschaft", spricht sich KR DI Dr. Markus Liebl, Obmann des
Verbandes der Brauereien Österreichs, klar gegen diesen Vorstoß aus.
Biersteuer noch immer zu hoch
Die österreichische Biersteuer wurde im Jahr 2000 - als Ersatz für
die abgeschaffte Getränkesteuer - umgehend drastisch erhöht, eine
Entlastung bei Bier gab es damals also nicht. Aufgrund dieses hohen
Steuersatzes leistet die österreichische Brauwirtschaft jährlich
bereits rund 200 Millionen Euro allein an Biersteuer. Im Jahr 2010
brachten die Steuern auf Bier dem Staatshaushalt insgesamt fast 700
Millionen Euro ein.
Bei einer österreichweiten Umsetzung der "Wirtshaussteuer" hätten
die Konsumenten zusätzlich 270 Millionen Euro zu berappen. Zudem
würde der Finanzminister dadurch zusätzlich 50 Millionen Euro mehr an
Umsatzsteuer lukrieren. Gesamt hätten die Österreicher durch eine
solche Wirtshaussteuer 320 Millionen Euro zu zahlen.
Auch im Vergleich zu unseren Nachbarländern Deutschland und
Tschechien (Länder mit hoher Bierkompetenz) ist eine weitere Teuerung
nicht gerechtfertigt. So beträgt die österreichische Biersteuer mehr
als das 2,5-fache der deutschen Biersteuer (in Deutschland galten
2010 nur 19 Prozent Umsatzsteuer). Das führte schon bisher zu
beachtlichen Kofferraumimporten aus dem Nachbarland.
"Österreich hat bereits jetzt eine der höchsten Abgabenquoten in
Europa. Es kann nicht sein, dass statt gezielter Einsparungen und
Maßnahmen jetzt eine weitere Massensteuer angedacht wird. Für nicht
erfolgende Ausgleichszahlungen des Bundes an die Gemeinden dürfen
weder die Gastronomie noch die Konsumenten zur Kasse gebeten werden",
so Liebl, der sich zudem allen Kommentaren, die den Vorschlag einer
neuen Wirtshaussteuer als "Faschingsscherz" bezeichnen,
vollinhaltlich anschließt.
Rückfragehinweis:
Verband der Brauereien Österreichs Annemarie Lautermüller, Bakk. Zaunergasse 1-3, 1030 Wien Tel.: +43(0) 1 713 15 05; Fax: +43(0) 1 713 39 46 [email protected] www.bierserver.at www.trockenfahrer.at
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