- 08.03.2011, 11:05:41
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Ungebremster Biergenuss
Bierspezialitäten im Vormarsch
Wien (OTS) - Österreich bleibt auch 2010 das Bierland mit
Tradition. Die 172 heimischen Braustätten (inkl. 101 Gasthaus- und
Hausbrauereien) erfüllten mit ihrer reichhaltigen Produktpalette von
mehr als 1.000 verschiedenen Bieren und einem Ausstoß von gesamt rd.
8,7 Mio. Hektoliter auch im Jahr 2010 jeden Konsumentenwunsch.
Heimisches Bier war mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 106,0
Liter auch 2010 das weitaus beliebteste Getränk der Österreicher.
"Wir können mit dem vergangenen Jahr zufrieden sein. Die Absatzzahlen
halten auf hohem, beinahe gleichem Niveau wie 2009 und das bestätigt
uns, dass die Österreicher das heimische Bier in seiner Vielfalt und
hohen Qualität nach wie vor sehr schätzen", sagte KR DI Dr. Markus
Liebl, Obmann des Verbandes der Brauereien Österreichs, heute bei der
Bilanzpressekonferenz in Wien.
Österreich bleibt eine führende Bier-Nation in Europa
Die Bilanz zeigt, dass die Österreicher auch 2010 Bier sehr
schätzten: Die Brauereien verzeichneten einen lediglich minimalen
Absatzrückgang beim Bierausstoß im Inland von -0,3 Prozent auf 8,3
Mio. Hektoliter (Bier -0,3 Prozent, alkoholfreies Bier +0,2 Prozent).
Der Gesamtausstoß war mit -0,7 Prozent ebenfalls nur leicht
rückläufig. Damit stabilisiert sich der Bierkonsum in Österreich auf
hohem Niveau.
Österreich bleibt damit auch im Jahr 2010 eine der führenden
Bier-Nationen in Europa. Im Vergleich zu Deutschland steht Österreich
besser da: Wie das Statistische Bundesamt Wiesbaden veröffentlichte,
weist Deutschland beim Inlandsabsatz (ohne Haustrunk) einen Rückgang
von 2,9 Prozent aus.
Auch im traditionsreichen Bayern sehen sich die Brauer mit
sinkenden Zahlen konfrontiert. Im vergangenen Jahr wurden 21,6
Millionen Hektoliter Bier abgesetzt, das sind 3,2 Prozent weniger als
im Vorjahr, wie der Bayerische Brauerbund Anfang Februar in München
mitteilte. In Tschechien war die Entwicklung sogar noch
unerfreulicher. Der Inlandsausstoß ging dort um 7,1 Prozent zurück.
Lager-/Märzenbier bleibt Nr. 1; Radler, Bierspezialitäten und
Bockbier legen zu
Lager-/Märzenbier ist nach wie vor die beliebteste Biersorte der
Österreicher - rund 5,4 Mio. Hektoliter wurden 2010 konsumiert (plus
rd. 9.000 Hektoliter oder +0,2 Prozent), der Marktanteil gesamt liegt
für Lager/Märzen 2010 bei 65,0 Prozent. Absatzsteigerungen beim
Inlandsausstoß verzeichneten des weiteren auch heuer wieder Radler
mit Alkohol (plus rd. 86.000 Hektoliter oder +24,7 Prozent) und
Bockbier (plus rd. 2.300 Hektoliter oder +11,4 Prozent). Auch
Leichtbier und alkoholfreies Bier konnten zulegen, jedoch auf sehr
niedrigem Niveau.
Die anderen Biersorten mussten Absatzverluste hinnehmen. Am
stärksten betroffen: Radler alkoholfrei (-24,1 Prozent), Schankbier
(-11,2 Prozent) und Pils (-5,8 Prozent).
Damit zeigt sich, dass sich in Österreich zwei Konsumententypen
etabliert haben: Auf der einen Seite Feinschmecker und Bierkenner,
die auch gerne mal zu einem stärkeren Bockbier greifen und auf der
anderen Seite die Personen, die Bier gerne auch als Durstlöscher in
Form von Radler genießen.
Bier am liebsten aus der Flasche
Heimisches Bier gelangt im Inland zu 72 Prozent in
umweltfreundlichen Mehrweggebinden zu den Konsumenten. Der
Flaschenbestand aller österreichischen Brauereien beträgt über 150
Millionen Stück. Insgesamt wurden 2010 beachtliche 3,6 Mio.
Hektoliter aus der beliebten 0,5 l Flasche getrunken, auch wenn diese
Gebindeart einen leichten Absatzrückgang von 1,4 Prozent hinnehmen
musste. Am stärksten betroffen von Absatzrückgängen waren 2010
hingegen 0,33 l Dosen und 5 l Dosen inkl. PET mit -11,1 Prozent bzw.
-12,1 Prozent. Zulegen konnten in erster Linie 0,33 l Flaschen (+10,8
Prozent) und Tankbier (+3,2 Prozent).
Österreichische Brauwirtschaft - Wichtiger Wirtschaftsfaktor und
Jobmotor
Die Verbrauchszahlen aus 2010 veranschaulichen, dass Bier nicht
nur in der heimischen Kultur und Kulinarik tief verwurzelt ist,
sondern auch einen wichtigen volkswirtschaftlichen Faktor darstellt.
In Österreichs Brauereien sind durchschnittlich rd. 3.900
bestqualifizierte Arbeitnehmer mit Personalkosten von rd. 250 Mio.
Euro (Löhne, Gehälter, gesetzlicher und freiwilliger Sozialaufwand)
beschäftigt - die Brauereien sind damit wichtiger Jobmotor für die
heimische Wirtschaft.
Weiters ist die österreichische Brauwirtschaft ein wichtiger
Partner für die heimische Landwirtschaft. Österreichisches Bier ist
ein ausgesprochenes Naturprodukt und wird seit eh und je aus
natürlichen Rohstoffen hergestellt. So stammt die zur Herstellung
österreichischen Bieres verwendete Braugerste (2010 rd. 173.000
Tonnen Sommergerste) größtenteils aus heimischem Anbau - das sichert
wiederum Arbeitsplätze. Auch der gesamte im Inland geerntete Hopfen
(2010 rd. 370 Tonnen) aus dem Mühl- und Waldviertel sowie dem
Leutschacher Gebiet wird in österreichischen Brauereien verarbeitet.
Biersteuer lässt Konsumenten tief in die Tasche greifen
2010 erzielten die österreichischen Brauereien einen Umsatz von
mehr als 1 Mrd. Euro und erbrachten eine Steuerleistung von über 250
Mio. Euro. Die Steuern auf Bier insgesamt brachten 2010 dem
Staatshaushalt fast 700 Mio. Euro. Die gesamtsteuerliche Belastung
beträgt hochgerechnet fast 50 Prozent - Bier ist damit nach wie vor
extrem hoch besteuert. Die österreichische Biersteuer beträgt mehr
als das 2,5-fache der deutschen Biersteuer (in Deutschland galten
2010 19 Prozent Umsatzsteuer). "Aufgrund dieser unterschiedlichen
Besteuerung ergibt sich in Österreich gegenüber Deutschland ein um
durchschnittlich 20 Prozent höherer Flaschenbierpreis - ein
Preisunterschied, der überhaupt nicht gerechtfertigt ist, die
heimischen Brauer unter Druck bringt und die Konsumenten zwingt, tief
in die Tasche zu greifen", stellt Liebl fest. Die Branche fordert
daher weiter die Angleichung der Bierbesteuerung an die benachbarten
Biernationen, sowie die Ausweitung der Biersteuermengenstaffel auf
Brauereien mit einem Jahresausstoß bis 200.000 hl.
Bitte beachten Sie auch die heute im Rahmen der Pressekonferenz
präsentierte Bierstudie des Verbandes der Brauereien Österreichs
(eigene Pressemeldung).
Rückfragehinweis:
Verband der Brauereien Österreichs Annemarie Lautermüller, Bakk. Zaunergasse 1-3, 1030 Wien Tel.: +43(0) 1 713 15 05; Fax: +43(0) 1 713 39 46 [email protected] www.bierserver.at www.trockenfahrer.at
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