- 07.03.2011, 10:23:24
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Glaukom: Die heimtückische Gefahr
Wien (OTS) - Am 12. März ist Weltglaukomtag. Österreichs
Top-Augenärzte klären auf: Weil die Krankheit schmerzfrei verläuft,
wird der "grüne Star" oft nicht rechtzeitig erkannt. Welche
Auswirkungen dies beim Autofahren haben kann, davor warnt der
Autofahrerklub ARBÖ.
Das Glaukom, besser bekannt als "grüner Star", ist in den
Industriestaaten die zweithäufigste Erblindungsursache. Und das,
obwohl der Zugang zu moderner Diagnose und Therapie einfach ist. Auch
hierzulande.
Trotzdem: In Österreich sind etwa 80.000 Menschen von einem
Glaukom betroffen. Mehr als 35.000 Personen sind bereits
sehbehindert. Denn: Bleibt die Krankheit unentdeckt, kommt es zu
irreparablen Ausfällen im Gesichtsfeld und zu einer starken
Beeinträchtigung des Sehvermögens, die unbehandelt bis zur Erblindung
führen kann.
Schmerzfrei, obwohl Nervenfasern zerstört sind
"Schätzungen zufolge ist lediglich jedes zweite Glaukom entdeckt.
Wir haben es also mit einer hohen Dunkelziffer zu tun. Die Ursache
von Glaukom ist meist ein krankhaft erhöhter Augeninnendruck und /
oder eine schlechte Durchblutung des Sehnervs. Beim - am häufigsten
auftretenden - chronischen Glaukom hat der Betroffene meist keinerlei
Symptome und ist sogar schmerzfrei. Oft sind dann aber schon 50 bis
60 Prozent der Nervenfasern zerstört. So müssen wir noch immer bis zu
16.000 Neuerkrankungen pro Jahr verzeichnen. Das ist leider eine hohe
Zahl", fasst Anton Hommer, Oberarzt an der Augenklinik des
Sanatoriums Hera und Mit-Initiator des Weltglaukomtages in
Österreich, die aktuelle Faktenlage zusammen.
Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählt neben dem Alter und der
familiären Belastung auch der Augeninnendruck, der ein entscheidender
Ansatzpunkt für die Therapie ist. Aber auch Weit- oder
Kurzsichtigkeit, andere Augenerkrankungen und Durchblutungsstörungen
können die Entstehung eines Glaukoms begünstigen. Anton Hommer
erläutert: "Besonders risikogefährdet sind Menschen ab dem 40.
Lebensjahr, da Glaukom eine Erkrankung ist, die mit dem Alter
zunimmt. Wir Augenärzte erkennen die Schädigung des Sehnervs durch
Glaukom an einer charakteristischen Eindellung des Sehnervenkopfes.
Wichtig ist aber, dass die Erkrankung bereits im Frühstadium erkannt
wird, bevor eine funktionelle Schädigung die Sehleistung für immer
beeinträchtigt. Deshalb ist eine einmal jährliche augenärztliche
Untersuchung jedem anzuraten. Früherkennung ist nun einmal die beste
Therapie. Denn an einem Glaukom zu erkranken, bedeutet für die
Betroffenen eine starke Beeinträchtigung der Lebensqualität. Sei es
am Arbeitsplatz, zu Hause oder im Straßenverkehr."
Nur ein Guckloch in der Scheibe? Glaukom beim Autofahren und Gehen
Auf diesen Aspekt macht die Autofahrerorganisation ARBÖ
aufmerksam. ARBÖ-Verkehrsmediziner Josef Nagler klärt gemeinsam mit
Österreichs Augenärzten auf: "Das Gesichtsfeld der
Glaukom-Betroffenen kann massiv eingeschränkt sein, also das, was aus
den Augenwinkeln wahrgenommen wird. Sie übersehen im Laufe der Zeit
immer mehr Objekte am Rande des Gesichtsfeldes, etwa Menschen oder
Hindernisse, die von der Seite her plötzlich auf tauchen. Erst wenn
diese direkt in den zentralen Fokus der Glaukom-Lenker geraten,
werden sie wahrgenommen. Dann kann es aber zum Bremsen oder
Ausweichen schon zu spät sein". Für eine rechtzeitige Reaktion ist
die periphere Sicht (das, was aus den Augenwinkeln wahrgenommen wird)
genauso wichtig, wie das zentrale Sehen.
Eine weitere Falle entsteht dadurch, dass das "gesunde" Auge den
Ausfall des anderen wettmacht. Das "gute" Auge hilft, die zwei
Fußgänger am Zebrastreifen doch noch wahrzunehmen. Weil aber durch
die Glaukom-Erkrankung die Tiefenschärfe verloren geht, können
Autofahrer nicht mehr richtig einschätzen, wie weit diese Fußgänger
von ihm entfernt sind.
Gefährliche Folgen kann eine Glaukom-Erkrankung auch für Fußgänger
haben, die dann Schwierigkeiten haben, Treppen zu steigen oder
Schwellen und Gehsteigränder wahr zu nehmen. Verkehrsmediziner
Nagler: "Stürze und der gefürchtete Schenkelhalsbruch sind die
fatalen Folgen".
Für die Mobilität und die Verkehrssicherheit der Menschen ist es
umso wichtiger, dass man regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung geht.
Im Rahmen einer - völlig schmerzfreien - Vorsorgeuntersuchung wird
der Augeninnendruck gemessen und der Zustand des Sehnervenkopfes
sowie der Nervenfasern bewertet und das Gesichtsfeld überprüft.
Das Therapieziel: Sehen erhalten
Am 12. März findet der Welt-Glaukomtag statt. Anlass für
Österreichs Augenärzte aufzuklären, dass man gegen Glaukom sehr wohl
etwas machen kann. Denn: Ziel jeder Glaukomtherapie ist es, dem
Betroffenen das Sehen und die Lebensqualität zu erhalten, solange er
lebt. Hierbei gilt: Je früher die Therapie ansetzt, desto
erfolgreicher kann sie sein. Ein bereits entstandener Schaden kann
nie wieder repariert werden.
Der Aufklärung in Sachen Augenlicht widmet sich auch
Schauspielerin und Buchautorin Chris Lohner seit Jahren. Chris Lohner
engagiert sich im Rahmen des Hilfsprogrammes "Licht für die Welt" für
Menschen mit Sehbehinderung in Entwicklungsländern.
Ihren Einsatz im Rahmen des Welt-Glaukomtages in Österreich erklärt
sie so: "Es ist erschreckend, dass wir hierzulande noch immer eine
Dunkelziffer von 50% bei Glaukom haben. Ich habe seit Jahren mit
diesem Thema zu tun. Daher kann ich nur appellieren: Spielen Sie
nicht mit Ihrem Augenlicht! Glaukom kann jeden treffen. Daher: Gehen
Sie regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung."
Am 12. März wird im Rahmen des Welt-Glaukomtages ein Zelt auf dem
Herbert-von-Karajan-Platz neben der Oper aufgestellt, wo
Interessierte sowie Betroffene ihr Sehvermögen von Augenärzten
untersuchen lassen können.
Das Video zur Pressekonferenz kann noch am selben Tag - 07.03. -
ab 17 Uhr auch unter www.arboe.at abgerufen werden.
Rückfragehinweis:
Mag. Sigrit Fleisz
mailto:[email protected]
Mobil: + 43 660 73 13 182
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