OTS0064   7. März 2011, 10:19

Entgegnung Statistik Austria zu Peter Rabls Kommentar im KURIER vom 6.3.2011 "Inflationswarenkorb ist eine Mogelpackung"


In dem am Sonntag, 6.3.2011 im Kurier erschienenen
Kommentar von Peter Rabl zum Inflationswarenkorb werden mehrere
unzutreffende Behauptungen aufgestellt, die Statistik Austria hiermit
richtig stellt:

1. Die Einschätzung von Herrn Rabl, der Warenkorb sei
"unrealistisch" und steht im "eklatanten Widerspruch zum realen Leben
der Konsumenten" ist unrichtig und entspricht nicht den Fakten. Die
Gewichtung der einzelnen Positionen im Warenkorb zur Berechnung des
Verbraucherpreisindex (VPI) spiegelt genau das durchschnittliche
Kaufverhalten österreichischer Haushalte wider. Dazu wurden 2009/10
mehr als 6.500 österreichische Haushalte detailliert befragt. Darüber
hinaus wurden die erhobenen Daten anhand der Umsatzdaten des privaten
Konsums plausibilisiert.

2. Der "Miniwarenkorb" repräsentiere das reale Leben viel besser.
Statistik Austria errechnet neben dem VPI auch einen
"Mikrowarenkorb", der den täglichen Einkauf repräsentiert, und einen
"Miniwarenkorb", der den wöchentlichen Einkauf abbilden soll (hier
bringt Rabl die Begrifflichkeiten etwas durcheinander). Ersterer
besteht rein aus Lebensmitteln des täglichen Bedarfs, letzterer
beinhaltet neben Lebensmitteln u.a. auch Ausgaben fürs Tanken. Gerade
die großen Ausgaben, wie ein Autokauf oder der Kauf großer
Elektrogeräte, spielen aber, was die langfristige Kaufkraft von
Haushalten betrifft, eine wesentliche Rolle. Auch wenn diese Käufe
seltener getätigt werden, sind diese Güter aus einem repräsentativen
Warenkorb nicht auszuschließen - hier würde die Darstellung allein
des täglichen Einkaufs das Bild verfälschen.

3. Das Zitat des Generaldirektors der Statistik Austria, der
"Mogel-Warenkorb zulasten der Konsumenten" "...wurde vor Jahren
politisch so festgelegt" ist unrichtig und wurde so niemals gesagt.
Beim Pressegespräch der Statistik Austria am 28.2.2011, bei dem Herr
Rabl nicht anwesend war, erläuterte Generaldirektor Pesendorfer auf
Anfrage, warum neben dem auf europäischer Ebene harmonisierten
Verbraucherpreisindex (HVPI) auch ein nationaler
Verbraucherpreisindex (VPI) berechnet würde: "Die Tatsache, dass
neben dem HVPI die Berechnung des nationalen VPI weitergeführt werden
solle, ist vor Jahren von der Politik so entschieden worden. Dies ist
mit der besseren Abbildung des Konsumentenverhaltens österreichischer
Haushalte (z.B. ohne Konsum von ausländischen Touristen) durch den
nationalen VPI begründet." Die Zusammensetzung und Gewichtung des VPI
und des HVPI werden auf Basis der modernsten wissenschaftlichen
Methoden und Verfahren erstellt und laufend angepasst - mit
politischen Entscheidungen oder Einflussnahmen hat dies überhaupt
nichts zu tun.

Statistik Austria hält mit Bedauern fest, dass unzulänglich
recherchierte Artikel und falsch dargestellte Zitate in einer sehr
wichtigen Thematik häufig mehr Unsicherheit vermitteln als
Informationen und lädt alle Konsumentinnen und Konsumenten ein, sich
bei etwaigen Fragen zur Berechnung der Inflationsrate direkt an
Statistik Austria zu wenden.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0064 2011-03-07 10:19 071019 Mär 11 STZ0001 0439



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Tel.: +43 (1) 71128-7013 bzw. josef.auer@statistik.gv.at
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Mag. Beatrix Tomaschek,
Medien- und Informationspolitik
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