- 07.03.2011, 09:53:14
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Sind Frauen wirklich zufriedener im Job?
Studie von Accenture: Gefahr, dass sich Frauen mit schlechteren Aufstiegsperspektiven abgefunden haben.
Wien (OTS) - In Österreich sagen deutlich mehr Frauen als Männer,
sie seien zufrieden mit ihrem Arbeitsplatz und der Karrierestufe, die
sie erreicht haben. Die weltweite Untersuchung des
Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleisters
Accenture anlässlich der 100. Internationalen Frauentages wirft die
Frage auf: Sind Frauen tatsächlich zufriedener im Job - oder haben
sie sich mit schlechteren Aufstiegsmöglichkeiten abgefunden?
Nur jede vierte Frau will ihre Karriere im laufenden Jahr selbst
vorantreiben (28 Prozent), dafür doch jeder zweite Mann (47 Prozent).
Laut Befragung fühlen sich 70 Prozent der weiblichen Angestellten
wohl mit ihrem Arbeitsplatz, 80 Prozent sind zufrieden mit der
Position, die sie in der beruflichen Hierarchie einnehmen (Männer: 60
und 65 Prozent).
Alarmierende Ergebnisse
Alarmierende Ergebnisse, findet Catrin Hinkel. Sie ist
Geschäftsführerin bei Accenture und verantwortlich für den Bereich
Human Capital & Diversity: "Offensichtlich haben sich Frauen damit
eingerichtet, dass es für sie im Job häufig nicht weitergeht. Viele
haben die sogenannte 'gläserne Decke' akzeptiert." Darauf deuten auch
folgenden Antworten hin: Nur 30 Prozent der weiblichen Angestellten
wollen auf Positionen der obersten Führungsebene vorstoßen, gegenüber
41 Prozent der Männer. Arbeitnehmerinnen sehen außerdem die Schuld
für mangelnde Aufstiegschancen oft bei sich selbst, stärker als ihre
männlichen Kollegen. Dass sie den nächsten Karriereschritt nicht
machen könnten, weil ihnen Fertigkeiten und Wissen fehlten, sagen 28
Prozent der Frauen - aber nur sieben Prozent der Männer.
"Das ist fatal für Unternehmen, denn ihnen stehen damit weniger
Kandidaten für Positionen mit anspruchsvollen Aufgaben zur
Verfügung", sagt Catrin Hinkel. "ArbeitgeberInnen können daher nicht
länger warten, bis ihre weiblichen Angestellten von sich aus den
nächsten Karriereschritt machen wollen. Sie sollten mehr Frauen ans
kalte Wasser heranführen und aktiv mit Führungsaufgaben betrauen."
Vor allem Frauen mit Kindern scheuten oft diesen Sprung ins kalte
Wasser, hat Catrin Hinkel beobachtet. "Die gesellschaftlichen
Rahmenbedingungen in Deutschland machen es immer noch schwierig, Job
und Familie zu vereinbaren. Berufstätige Mütter müssen sich häufig
fragile und individuelle Konstrukte aufbauen, mit denen sie Beruf und
Familie unter einen Hut bringen. Sie befürchten, dass diese durch
neue Aufgaben in Frage gestellt werden, und vermeiden daher, etwas
daran zu ändern."
Unterstützen könne der Arbeitgeber mit flexiblen Arbeitsmodellen.
Auch bei Männern würden Unternehmen damit punkten: Vereinbarkeit von
Beruflichem und Privatem (Work-Life-Balance) hat für Männer
offensichtlich eine mindestens ebenso hohe Bedeutung wie für Frauen.
35 Prozent sagen: "Work-Life-Balance ist für mich momentan das
Wichtigste im Job". Bei den befragten Frauen sind es 30 Prozent.
Eine gesetzliche Frauenquote befürworten 44 Prozent der
Arbeitnehmerinnen und 22 Prozent der Männer. In Österreich und der
Schweiz sind jeweils nur 26 Prozent der Frauen dafür. Für Catrin
Hinkel bedeutet das: "So weit kann es mit der Zufriedenheit im Job
und den Perspektiven nicht her sein kann, wenn Frauen in Deutschland
einerseits den eigenen Angaben zufolge vergleichbar zufrieden sind,
andererseits deutlich stärker eine Quote befürworten."
Internationaler Vergleich
Zufriedenheit mit Position: In Deutschland sind 80 Prozent der
Frauen und 65 Prozent der Männer zufrieden mit der Position in der
beruflichen Hierarchie. Ähnliche Werte in der Schweiz: 86 Prozent der
Frauen und 70 Prozent der Männer. Anders das Bild in Österreich:
Zufrieden mit ihrer Position sind 64 Prozent der Frauen und sogar 76
Prozent der Männer. Weltweit ist die Zufriedenheit deutlich geringer,
aber homogener (Frauen: 55 Prozent, Männer: 57 Prozent).
Karrierepläne: Während in Deutschland 28 Prozent der Frauen und 47
Prozent der Männer ihre Karriere vorantreiben wollen, sind es in
Österreich 38 Prozent und 50 Prozent, und in der Schweiz 20 Prozent
und 54 Prozent. Der Schnitt der 29 Länder, in denen Accenture die
Befragung durchgeführt hat, liegt bei 44 Prozent (Frauen) und 45
Prozent (Männer).
Ziel Topmanagementposition: Auf einen Job im Topmanagement haben
es 30 Prozent der deutschen Frauen und 41 Prozent der Männer
abgesehen. In der Schweiz ist die Tendenz gleich, der Unterschied
zwischen den Geschlechtern jedoch deutlich größer (Frauen: 28%,
Männer: 44%). In Österreich ist das Verhältnis ausgeglichener
(Frauen: 36%, Männer: 40%), weltweit sind die Unterschiede wiederum
groß (Frauen: 35%, Männer: 52%).
Selbsteinschätzung: Mangelnde Fähigkeiten für den nächsten
Karriereschritt diagnostizieren sich 28 Prozent der Frauen in
Deutschland und sieben Prozent der Männer. Deutlich geringer fallen
die Unterschiede aus bei dieser Selbsteinschätzung in Österreich
(Frauen: 29%, Männer: 23%), der Schweiz (Frauen: 18%, Männer: 23%)
und im Schnitt der weltweit Befragten (Frauen: 22%, Männer: 19 %).
Bedeutung der Work-Life-Balance: Für 35 Prozent der Frauen in
Deutschland hat die Work-Life-Balance momentan Priorität im Beruf
(Männer: 35%). Ähnlich ist die Tendenz in Österreich (Frauen: 40%,
Männer: 48%), anders in der Schweiz (Frauen: 48%, Männer: 34%).
Über die Studie:
Reinvent Opportunity: Looking Through a New Lens
In November 2010, Accenture conducted an online survey of 3,400
business executives from medium to large organizations across 29
countries: Argentina, Australia, Austria, Brazil, Canada, China,
Denmark, Finland, France, Germany, India, Ireland, Italy, Japan,
Malaysia, Mexico, Netherlands, Norway, Philippines, Russia,
Singapore, South Africa, South Korea, Spain, Sweden, Switzerland,
Turkey, United Kingdom and United States. A minimum of one hundred
respondents from each country participated. Respondents were split
evenly by gender and were balanced by age and level in their
organizations.
Über Accenture:
Accenture ist ein weltweit agierender Managementberatungs-,
Technologie- und Outsourcing-Dienstleister. Das Unternehmen bringt
umfassende Projekterfahrung, fundierte Fähigkeiten über alle Branchen
und Unternehmensbereiche hinweg und Wissen aus qualifizierten
Analysen der weltweit erfolgreichsten Unternehmen in eine
partnerschaftliche Zusammenarbeit mit seinen Kunden ein. Mit rund
211.000 Mitarbeitern, die für Kunden in über 120 Ländern tätig sind,
erwirtschaftete Accenture im vergangenen Fiskaljahr (zum 31. August
2010) einen Nettoumsatz von 21,6 Mrd. US-Dollar. Die Internetadresse
lautet www.accenture.at.
Rückfragehinweis:
Accenture
Mirko Alexander Lück
Tel.: +49 (0)6173 94 65 844
E-Mail: [email protected]
www.accenture.at
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