- 06.03.2011, 10:00:12
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Jugendliche: "Null Bock" auf Prävention
Vorsorge bei junger Bevölkerung kein Thema - ÖÄK fordert Infokampagnen auch an Schulen
Wien (OTS) - Ein "sträfliches" und gefährliches Desinteresse der
Jugend an Gesundheitsvorsorge ortet der Präsident der
Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner. "Nur verschwindend
geringe 5,5 Prozent der 18- bis 24-jährigen Männer und 7,6 Prozent
der Frauen sind 2009 zur kostenlosen Vorsorgeuntersuchung gegangen",
stellte der Ärztechef am Sonntag in einer Aussendung fest.
Dabei würden gerade in jungen Jahren die Grundsteine für die spätere
Gesundheit gelegt. Gemeinsam mit ÖÄK-Vizepräsident und
Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte, Günther Wawrowsky,
forderte er flächendeckende Image- und Infokampagnen auch an Schulen.
"Schon Maturanten oder Jugendliche, die ihre Lehre abschließen,
sollten über die Wichtigkeit der Vorsorgeuntersuchung informiert und
gleich erstmalig dazu eingeladen werden", nahm Wawrowsky auch die
Bildungspolitik in die Pflicht.
Nach dem Sprichwort, was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr,
entscheide sich schon in der Jugend, welchen Stellenwert Prävention
im täglichen Bewusstsein einnehme. Wer schon als Junger den Wert von
Gesundheit nicht schätze, werde die Vorsorgeuntersuchung später auch
nicht wahrnehmen, so der Chef der niedergelassenen Ärzte. Doch genau
hier sollte die Politik ansetzen. "Prävention ist eine Frage der
gesamtgesellschaftlichen Verantwortung. Hier muss über Ressort- und
Parteigrenzen hinweg an einem Strang gezogen werden, um schon die
Jugendlichen zu erreichen", sagte Wawrowsky. In Österreich würden nur
1,5 Prozent der öffentlichen Gesundheitsausgaben für Prävention
aufgewendet. Das sei stark verbesserungswürdig.
Derzeit sei Gesundheitsbewusstsein offenbar eine Frage des Alters, so
der ÖÄK-Vizepräsident. Bei der jährlichen Vorsorgeuntersuchung seien
2009 die 60 bis 64-jährigen Männer mit 15,5 Prozent die am
zahlenmäßig stärksten vertretene Gruppe. Frauen würden mit 15,8
Prozent das Angebot des Gesundheitschecks ab 55 Jahren verstärkt
wahrnehmen. Die größte Rolle spielen dabei die niedergelassenen
Ärztinnen und Ärzte. Sie seien die ersten Ansprechpartner bei der
Gesundenuntersuchung. Knapp 90 Prozent der Männer und 93 Prozent der
Frauen ließen sich von ihrem Allgemeinmediziner, vom Internisten oder
vom Lungenfacharzt durchchecken.
Wie wichtig neue Ansätze seien, würden die kurzfristigen Effekte
regionaler Kampagnen zeigen, betonte Dorner. So müsse der ehemalige
"Präventionskaiser" Vorarlberg für 2009 die Krone an das Burgenland
abgeben. Massiven Aufholbedarf gebe es in Niederösterreich. "Hier
haben mit nur 6,6 Prozent der Herren und 5,8 Prozent der Damen die
wenigsten Anspruchsberechtigten die Gesundenuntersuchung
wahrgenommen." Bundesweit seien es 11,9 Prozent der Männer und 12,8
Prozent der Frauen gewesen.
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Mag. Martin Stickler
Tel.: +43 664 52 26 825
Mail: [email protected]
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