OTS0233   4. März 2011, 15:39

Bundesministerin Heinisch-Hosek: Frauen haben immer schon Geschichte geschrieben

Frauenministerin bei Festveranstaltung zum 100. Internationalen Frauentag im Parlament


"Nicht erst seit 100 Jahren bewegen Frauen die
Entwicklung unserer Gesellschaft. Frauen haben immer schon Geschichte
geschrieben", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek heute im
Parlament anlässlich einer Festveranstaltung zum 100. Internationalen
Frauentag. Bei vielen Künstlerinnen und Literatinnen erwies sich
meist, dass sie und ihre Leistungen nicht beachtet wurden. Und:
"Frauen sind auch als Wissenschafterinnen unbedankt geblieben, und
was in der Geschichte mit Naturheilerinnen passiert ist, wissen wir
alle."

Doch vor nunmehr 100 Jahren seien die Frauen für ihre Rechte auf die
Straße gegangen. "Seither ist einiges passiert, was die Situation der
Frauen verbessert hat. Und es sind immer die Frauen selbst gewesen,
die den Anstoß für Veränderungen gegeben haben ", sagte
Heinisch-Hosek. Natürlich habe es dabei mitunter auch Unterstützung
durch Männer gegeben, wie etwa durch Christian Broda bei der
Familienrechtsreform in den 70-er Jahren des 20. Jahrhunderts. Was
bis dahin nur im Schritttempo passierte, sei in den letzten 40 Jahren
im Zeitraffer abgelaufen.

Trotzdem würden auch heute noch zwei Drittel der unbezahlten Arbeit
von den Frauen erledigt, die auch überproportional schlecht bezahlte
Tätigkeiten ausüben. "Die Arbeit an den Menschen - und das ist jene
Arbeit, die vorwiegend von den Frauen geleistet wird - ist immer noch
schlechter bezahlt, als die Arbeit an Maschinen", sagte
Heinisch-Hosek.

Um sicherzustellen, dass sich die notwendige Gleichstellung der
Geschlechter weiter entwickeln könne, stünden drei Themen im
Mittelpunkt: die seit Anfang März verpflichtende
Einkommenstransparenz für Unternehmen, die erst zu beschließende
Quote für Führungspositionen und die bessere Vereinbarkeit von
Erwerbs- und Familienarbeit. Letzteres sei nur möglich, wenn der Bund
dafür Sorge trage, dass ausreichend Kindergartenplätze zur Verfügung
stehen.

"Niemandem ist ein Lebensentwurf vorzuschreiben. Alle sollen das
Recht haben, ihr Leben so zu gestalten und zu leben, wie sie es
wollen und mit wem sie wollen", sagte die Ministerin. Deshalb arbeite
sie daran, dass der Mindestlohn von 1.300 Euro - von dem vor allem
Frauen leben müssten - möglichst bald für alle Sparten
festgeschrieben werde. "Das wollen wir bis zum nächsten Jahr
erreichen", sagte Heinisch-Hosek.

Die Ministerin gratulierte Nationalratspräsidentin Barbara Prammer,
der ersten Frau in dieser Position, weil es ihr bei den
Veranstaltungen der letzten Jahre im Parlament gelungen sei, die
Frauen sowohl als Akteurinnen als auch als Besucherinnen präsenter zu
machen.

Schwerpunkte der heutigen Festveranstaltung im Parlament anlässlich
des 100. Frauentages waren im Rahmen von "Open Space" Frauen in der
Politik, in der Wirtschaft, im Sport und im Öffentlichen Raum
gewidmet. Die Besucherinnen hatten zudem Gelegenheit, sich an über 20
Infotischen in der Säulenhalle über Frauenorganisationen zu
informieren.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0233 2011-03-04 15:39 041539 Mär 11 NBU0003 0451



Bundespressedienst Zur Pressemappe

Rückfragehinweis: Dr. Julia Valsky
Pressesprecherin der Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
Tel.: (01) 531 15 - 2149,
0664/610 62 76
julia.valsky@bka.gv.at

Aussendungen von Bundespressedienst abonnieren: als RSS-Feed per Mail



Errechnete Personen: