- 04.03.2011, 12:50:43
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Ausbeutung nicht unüblich: Ungarische ArbeitnehmerInnen in Österreich
AKNÖ präsentierte Studie zur Arbeitsmarktöffnung am 1. Mai
Wien (OTS/AKNÖ) - Am 1. Mai wird der österreichische Arbeitsmarkt
für ArbeitnehmerInnen aus Ungarn, Tschechien, der Slowakei,
Slowenien, Polen, Estland, Lettland und Litauen geöffnet. Ein Ansturm
wird ausbleiben. Dennoch sieht die AKNÖ Handlungsbedarf, wie eine
aktuelle Studie zeigt.
In der Studie beschreiben die AutorInnen die Schicksale ungarischer
ArbeitnehmerInnen, die in Österreich arbeiten. Die meisten sind
bereit, für bessere Bezahlung als zuhause einiges auf sich zu nehmen:
Sie sind häufig überqualifiziert für ihre Tätigkeiten und dass sie
sich nicht im heimischen Arbeitsrecht auskennen, wird von einigen
Unternehmen ausgenutzt. Von gesundheitsschädlichen Arbeitsbedingungen
ist ebenso die Rede wie von unfreiwilliger Schwarzarbeit wegen
fehlender Anmeldungen bei der Sozialversicherung. "Natürlich kommt
das nicht bei allen vor", sagt AKNÖ-Präsident Hermann Haneder. "Aber
die geschilderten Zustände sind zum Teil erschütternd."
"Wollen kein illegales Lohndumping"
Besseren Schutz erhofft sich Haneder vom neuen Gesetz gegen
Lohndumping, das auf Druck der Sozialpartner zustande kam. "Wer nicht
mindestens den kollektivvertraglichen Lohn bezahlt, muss ab sofort
mit Geldstrafen rechnen", sagt der AKNÖ-Präsident. Mit dem Gesetz
alleine sei aber es nicht getan. Er fordert strenge Kontrollen. "Wer
hier arbeitet, hat die gleichen Rechte wie heimische
ArbeitnehmerInnen. Punktum", legt sich Haneder fest. "Alles andere
fördert illegales Lohndumping und das gefährdet auch die Rechte
heimischer ArbeitnehmerInnen." Erfreut zeigt sich Haneder, dass auch
die Wirtschaftskammer strenge Kontrollen gegen Lohndumping fordert,
um Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern. Die AKNÖ werde auch ihr
Beratungsangebot für ArbeitnehmerInnen aus den Nachbarstaaten
ausweiten, den Auftakt bildet ein Beratungstag in Wr. Neustadt am 5.
Mai.
Kein Massenansturm zu erwarten
Dass es ab 1. Mai zu einer Masseneinwanderung aus Ungarn, Tschechien
und der Slowakei kommen wird, ist nach Ansicht von AKNÖ-Expertin
Claudia Tschernutter nicht zu erwarten. "Natürlich verdient man
hierzulande immer noch mehr als in den Regionen knapp jenseits der
Staatsgrenze. Aber gerade dort ist das Lohngefälle seit dem
EU-Beitritt um einiges flacher geworden."
Ein anderer Punkt ist aus Sicht Tschernutters, dass die
Übergangsfrist teilweise flexibel gehandhabt wurde. Arbeitskräfte aus
50 Berufen etwa waren von den Schutzfristen ausgenommen und durften
schon bisher legal in Österreich arbeiten. "Das hat den Druck etwas
verteilt." Insgesamt rechnet Tschernutter etwa mit 20.000 neuen
ArbeitnehmerInnen aus den Nachbarstaaten. Österreichweit.
Rückfragehinweis
AKNÖ Wirtschaftspolitik, Claudia Tschernutter
01/58883 - 1632
Aktuelle Informationen finden Sie unter noe.arbeiterkammer.at/presse
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AKNÖ Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (01) 58883-1200
mailto:[email protected]
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