• 03.03.2011, 14:07:07
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Brustkrebsvorsorge: Internationale Experten korrigieren Hauptverband

Bedenken gegen vom Hauptverband geplantes Vorsorgeprogramm bestätigt - Ärztekammer drängt auf Verbesserungen

Wien (OTS) - Ein internationales Expertengremium stellt dem von
Hauptverband der Sozialversicherungen und Gesundheitsministerium
österreichweit geplanten Mammographie-Screening-Programm kein gutes
Zeugnis aus. Die renommierten Fachleute waren auf Einladung von
Gesundheitsminister Alois Stöger Dienstag in Wien zusammengekommen
und legten gleichsam ein "State of the Art" für ein flächendeckendes
Mammographie-Screening fest.

Die Experten hielten fest, dass bei dichtem Brustgewebe - in
Österreich betrifft das 40 Prozent der Frauen - unverzüglich nach der
Röntgenuntersuchung eine Ultraschalluntersuchung stattzufinden habe.
Nur dadurch sei sichergestellt, dass auch bösartiges Gewebe erkannt
werde. Im Gegensatz dazu plant der Hauptverband keine routinemäßige
Ultraschalluntersuchung in Zweifelsfällen. Zunächst soll nur eine
Röntgenabklärung stattfinden, der Befund soll der Patientin
anschließend über die Post zugesendet werden. Maximal fünf Prozent
der Frauen sollen dann nochmals zu einer zusätzlichen Abklärung
eingeladen werden, obwohl dies bei 40 Prozent medizinisch
erforderlich sei, so die Kritik.

Gegen diese Vorgehensweise liefen die Radiologen und die
Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) Sturm. Der Bundesobmann Radiologie
in der ÖÄK, Franz Frühwald: "Das Programm des Hauptverbandes der
Sozialversicherungen ist schwer lückenhaft und medizinisch falsch. Es
verunsichert die Frauen, bürdet ihnen unnötige Wege auf. Sie erhalten
den Befund per Post und haben keine Gelegenheit, mit einem Arzt
über ihn zu sprechen." Frühwald pocht darauf, dass es nun zu einem
Screeningprogramm entsprechend den Empfehlungen des internationalen
Expertenmeetings vom 1.3.2011 in Wien kommen müsse.

Die ÖÄK tritt darüber hinaus für die Erweiterung der vom Hauptverband
geplanten ganz wenigen, insgesamt nur 20 Untersuchungsstellen nach
qualitätsgesicherten Kriterien ein, um den Frauen einen komfortablen
Zugang zu den Mammographien zu ermöglichen. Dafür seien laut Frühwald
von heute 290 Untersuchungsstellen in Österreich wenigstens 200
bestens qualifiziert, was eine flächendeckende, wohnortnahe
Versorgung gewährleiste. Im Weiteren sei das Untersuchungsergebnis
durch einen Arzt mitzuteilen und nicht, wie im Programm der
Krankenkassen vorgesehen, anonym mit großer Zeitverzögerung durch
einen Brief.

Die Initiative des Gesundheitsministers, in der Frage der
Brustkrebsvorsorge internationale Experten zu befragen, hält man von
Seiten der ÖÄK für "richtungsweisend". Man sei jedenfalls
erleichtert, denn die Bedenken der Ärztekammer seien international
und objektiv bestätigt worden. Man müsse jetzt in Österreich einen
Weg gehen, der die Brustkrebssterblichkeit auf ein Minimum senke und
den gerechtfertigten Wünschen der Frauen soweit wie möglich entgegen
komme. (ms)

Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Tel.: (++43-1) 513 18 33

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