- 02.03.2011, 12:24:31
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100 Jahre Frauentag im "Jahr des Waldes 2011"
Immer mehr Frauen in forstlichen Organisationen aktiv
Wien (OTS/aiz.info) - Die Forstwirtschaft gilt zwar als reine
Männerdomäne, nichtsdestotrotz haben auch Frauen in diesem Metier Fuß
fassen können. Grundsätzlich gilt, je höher der Bildungsgrad, umso
mehr Frauen sind anzutreffen. Unter den Forstfacharbeitern sind sie
kaum zu finden, im akademischen Bereich hingegen ist bald jede vierte
Fachkraft eine Frau. Insgesamt gibt es in Österreich 52 forstliche
Organisationen, vier davon werden auf Funktionärsebene von Frauen
geleitet. Als Defizit der Forstwirtschaft wird manchmal die fehlende
Kommunikation mit der nicht-forstlichen Öffentlichkeit genannt.
Gerade hier sehen die Frauen neben ihrer fachlichen Kompetenz ihre
großen Stärken und Einsatzmöglichkeiten.
Einstieg der Frauen in Forstwirtschaft über höhere Bildung
Seit 1919 ist es Frauen möglich, an der Universität für
Bodenkultur in Wien zu studieren. Der erste weibliche Diplomingenieur
für Forstwirtschaft war in Österreich Helvig Schütte, die 1936 ihr
Studium abschloss. Im Wintersemester 2010/11 waren insgesamt 566
Forstwirtschafts-Studierende an der BOKU inskripiert, davon 128
Frauen. An der einzigen Försterschule Österreichs, der HBLA in
Bruck/Mur, sind zurzeit 389 Schüler eingeschrieben, davon 27 Mädchen.
Von den insgesamt 41 Unterrichtenden an dieser Schule sind 14 Frauen.
An der Forstfachschule Waidhofen/Ybbs werden zurzeit 43 Schüler
ausgebildet. In früheren Jahren absolvierten dort vereinzelt auch
Mädchen die Ausbildung zum Forstwart.
Vier Forstorganisationen unter weiblicher Führung
In Österreich haben es mittlerweile vier Frauen an die Spitze
forstlicher Organisationen gebracht: Dagmar Karisch-Gierer
(Steiermark) ist die Obfrau des Vereins "Forstfrauen", Elisabeth
Johann (Kärnten) ist Präsidentin des Vereins "Waldpädagogik in
Österreich", Ursula Ludwig (Wien) ist Präsidentin des "Clubs der
Land- und Forstwirte Österreichs" und Hermine Hackl (NÖ) fungiert als
Präsidentin der forstlichen Naturschutzorganisation BIOSA - Biosphäre
Austria.
Ziel des Vereins "Forstfrauen" ist es laut Karisch-Gierer, die
Integration von Frauen im forstlichen Berufsfeld weiter zu
unterstützen, Stärken deutlich zu machen und die Forst- und
Holzwirtschaft insgesamt positiv ins Rampenlicht zu rücken.
"Unabhängig von ihrer beruflichen Ausbildung können dem Verein alle
Frauen, die in der Forst- und Holzwirtschaft tätig sind, beitreten.
Wesentlich ist für uns, den Verein als Netzwerk auszubauen und diesen
Networking-Gedanken auch aktiv zu leben", so die Obfrau. Die
Aktivitäten umfassen den Erfahrungs- und Informationsaustausch unter
den Mitgliedern, Mentoringaktionen, die Pflege internationaler
Kontakte mit ähnlichen Vereinigungen, die Abhaltung von Seminaren und
Tagungen sowie die Imagebildung für die Forst- und Holzwirtschaft
allgemein.
Elisabeth Johann, Präsidentin des Vereins "Waldpädagogik", ist
anerkannte Forsthistorikerin und die zweite Frau in Österreich, die
das Forststudium absolviert hat. Außerdem führte sie über 20 Jahre
lang erfolgreich den familieneigenen Forstbetrieb. "Waldpädagogik in
Österreich bildet ein Netzwerk von Menschen, die daran glauben, dass
nachhaltige Waldwirtschaft und Umweltbildung eine wichtige Zukunft
haben", erklärt sie. Durch das Angebot von fachlich kompetenten und
der menschlichen Entwicklung angepassten Führungen mit Anregung aller
Sinne soll das Verständnis für die Natur gestärkt, die Beziehung
zwischen Menschen und Wald verbessert und Verständnis für den
Wirtschaftsraum Wald mit seinen vielfachen Leistungen geweckt werden.
Der Verein hat rund 600 Mitglieder.
Ursula Ludwig wurde 2009 zur ersten Präsidentin des Clubs der
Land- und Forstwirte Österreichs gewählt und ist selbst erfolgreiche
Unternehmerin im Agrarbereich. Der Club wurde 1875 gegründet und
versteht sich als Plattform mit Netzwerkfunktion, die allen in der
Land- und Forstwirtschaft Tätigen und daran Interessierten offen
steht. Ziel ist es einerseits, "das Verständnis für einen
verantwortungsbewussten und zukunftsorientierten Agrarsektor zu
verbessern und andererseits existenzgesicherte Betriebe zu fördern,
um eine nachhaltige Landbewirtschaftung zu gewährleisten und den
Schutz und die Wahrung der Eigentumsrechte von Grund und Boden zu
sichern". Um dies zu erreichen, organisiert der Club Fachtagungen,
Exkursionen und Studienreisen, belebt das Club-Leben mit gemeinsamen
Besuchen von Kunst-Ausstellungen und Museen und einem Jour fixe. Der
Informationsaustausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Wirtschaft
steht dabei ebenso im Fokus, Organisationen wie Interessenverbände
und Behörden werden eingebunden.
"Unsere Welt braucht Männer und Frauen, sonst stirbt sie aus.
Diese Erkenntnis hat auch maßgeblich mit dem forstlichen Prinzip der
Nachhaltigkeit zu tun", betont BIOSA-Präsidentin Hermine Hackl. Sie
ist unter anderem auch Vizepräsidentin der forstlichen
Kommunikationsplattform wald.zeit Österreich und in den Vorständen
diverser agrarischer Organisationen vertreten. Biosphäre Österreich
ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Eigentümern land- und
forstwirtschaftlicher Flächen, die sich auf privater Basis bereit
erklären, ausgewählte Flächen für Naturschutzprojekte zu Verfügung zu
stellen. Alle Projekte werden mit den Eigentümern abgestimmt und für
die Gemeinschaft durchgeführt. "Dieses Modell des
Vertragsnaturschutzes gewährleistet, dass die unterschiedlichen
Bedürfnisse der Gemeinschaft in partnerschaftlicher Zusammenarbeit
und ohne Konflikte gelöst werden können", so Hackl. Derzeit betreut
die BIOSA 3.000 ha Naturschutzflächen.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Mag. Hermine Hackl, Tel. 0664/837 61 78
[email protected]
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