- 27.02.2011, 14:37:54
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"Bandion Ortner verlagert Scheidungskrieg auf den Rücken der Kinder!"
Frauenring empört über Pläne der Justizministerin betreffend der gemeinsamen Obsorge
Wien (OTS) - Der Österreichische Frauenring nimmt Stellung zum
geplanten Kindschaftsrechtsänderungsgesetz 2012.
Seit geraumer Zeit übt der Frauenring scharfe Kritik an den Plänen
der Justizministerin Claudia Bandion-Ortner, das Obsorgerecht zu
ändern. Christa Pölzlbauer, Vorsitzende des Österreichischen
Frauenrings, meint, dass hier anscheinend dem Druck einer kleinen
aber umso aggressiver auftretenden Väterrechtslobby nachgegeben - und
damit ein frauen- sowie kinderfeindliches Backlash-Paket entwickelt
wurde.
Jüngst versuchten insbesondere Vätergruppen die internationale
Judikatur zu bemühen, um die Schritte der Ministerin zu
rechtfertigen. Pölzlbauer entgegnet jedoch: "Der EGMR hat sich für
Einzelfallprüfungen ausgesprochen, wenn die Väter unehelicher Kinder
an der Obsorge interessiert sind. Darüber hinausgehende Probleme im
österreichischen Obsorgerecht - wie sie Claudia Bandion-Ortner
fordert - hat er mit keinem Wort erwähnt."
"Selbstverständlich bin ich dafür, dass engagierte, wohlwollende
Väter die Obsorge bekommen. Man darf jedoch nicht vergessen, dass es
sich hierbei leider immer noch um eine Minderheit handelt. Deswegen
müssen die Motive im Einzelfall sorgfältig geprüft werden", fordert
Pölzlbauer.
Die geplanten Maßnahmen würden Eltern die Möglichkeit eröffnen,
Kinder im Scheidungskrieg zu instrumentalisieren. Es würde bedeuten,
dass beiden Eltern die Obsorge bei strittigen Scheidungen - also bei
Uneinigkeit - vom Gericht aufgezwungen wird. Würde man Eltern dazu
zwingen, sich zu vertragen, wäre das nicht anderes als eine
Fortsetzung der Familiendramen, ewiger Unfriede und Streitereien. Die
Folgen wären das Gegenteil von "Kindeswohl" - nämlich schwere
psychische Belastungen, glaubt Pölzlbauer.
"Mit Backlash-Politik lässt sich kein Fortschritt machen", ärgert
sich die Vorsitzende des Frauenrings, "Es scheint, als würde die
Ministerin die alltägliche Lebensrealität der Mütter und Kinder
übersehen. Derzeit bedient sie leider ausschließlich die
Väterrechtsbewegung."
Schließlich stellt Pölzlbauer die Frage "Soll dieser Backlash die
Antwort auf den 100. Internationalen Frauentag sein?"
Rückfragehinweis:
Österreichischer Frauenring
Tel.: +43 1 319 56 79
www.frauenring.at
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