- 24.02.2011, 11:47:21
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Ärztekammer warnt: Österreicher spielen mit ihrer Gesundheit
Vor allem Männer sind Präventionsverweigerer - ÖÄK fordert Einführung des Call-Recall-Systems mit persönlicher Einladung zur Gesundenuntersuchung
Wien (OTS) - Die Österreicher und Österreicherinnen werden immer
mehr zu Präventionsverweigerern, schlug der Präsident der
Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner, am Donnerstag in
einer Aussendung Alarm. 2009 nahmen nur 12,8 Prozent der über
18-jährigen Frauen und nur 11,9 Prozent der über 18-jährigen Männer
die kostenlose Gesundenuntersuchung in Anspruch. "Das ist ein
Rückgang von 4,8 Prozent bei den Herren und 2,7 Prozent bei den Damen
gegenüber dem Vorjahr - und das bei ohnehin schon sehr niedriger
Beteiligung", warnte Dorner. Der ÖÄK-Vizepräsident und
Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte, Günther Wawrowsky,
ergänzte: "Diese Zahlen zeigen, dass bisherige Bemühungen seitens der
Politik und des Hauptverbandes keinen Fortschritt gezeigt haben."
Dorner und Wawrowsky fordern daher die lange versprochene Umsetzung
des Call-Recall-Systems mit persönlicher Einladung zum
Gesundheitscheck. "Nur so können wir Bewusstsein bei den
?Vorsorgemüden? schaffen."
Österreich hat EU-weit den stärksten Anstieg behandlungsbedürftiger
chronischer Krankheiten. Zudem sterben noch immer jährlich rund
20.000 Österreicher an Krebs. Dabei könnten bei frühzeitigem Erkennen
90 Prozent der Todesfälle vermieden werden, so der Chef der
niedergelassenen Ärzte. "Das ?Pickerl? für die eigene Gesundheit kann
also Krankheiten vermeiden und somit Leben retten. Doch noch immer
kommen die meisten Leute erst zum Arzt, wenn ihr Leiden bereits weit
fortgeschritten ist".
Männer sind hierzulande besonders nachlässig mit ihrer Gesundheit. Im
vergangenen Jahr unterzogen sich nur 388.604 Anspruchsberechtigte dem
Gesundheitscheck. Doch auch die Performance der Frauen lässt zu
wünschen übrig. 450.756 fanden den Weg zur Vorsorgeuntersuchung. "Um
jene zu erreichen, für die Prävention offenbar ein Fremdwort ist,
müssen sich die Verantwortlichen endlich ihrer Pflicht stellen und
das bereits 2005 versprochene flächendeckende Call-Recall-System
umsetzen", forderte Wawrowsky. Es müsse in der Gesellschaft völlig
selbstverständlich werden, jährlich seinen Körper durchchecken zu
lassen.
Kleine Fortschritte sieht Dorner im Kampf gegen Brust- und
Gebärmutterhalskrebs. 2009 ließen sich 131.835 Patientinnen neben
der "normalen" Vorsorgeuntersuchung gynäkologisch untersuchen. "Das
sind immerhin 13,64 Prozent mehr als im Jahr 2008. Dieser Trend darf
nun nicht abreißen." Das neue System mit persönlicher Einladung an
Frauen sei ein weiterer Schritt in die richtige Richtung, allerdings
dürfe die Untersuchung keinesfalls auf einzelne Zentren beschränkt
werden. "Wenn der Weg zur Vorsorgeuntersuchung weiter wird, gehen
weniger hin. Prävention braucht kurze Wege", so der Ärztepräsident
abschließend. (zk)
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Mag. Martin Stickler
Tel.: (++43-1) 513 18 33-14
Mail: [email protected]
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