• 23.02.2011, 20:39:18
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Ein Lehrstück politischer Ambivalenz (von Claudia Grabner)

Ausgabe 24. Feb. 2011

Klagenfurt (OTS) - Die Suche nach Bildern von Muammar al-Gaddafi
in internationalen Pressearchiven - sie wird dieser Tage zum
Lehrstück politischer Ambivalenz: Als "Libyan leader" wurde er, der
nunmehrige "Diktator", geherzt, umarmt, hofiert, willkommen geheißen
- Gerhard Schröder, Juan Carlos, Silvio Berlusconi, Romano Prodi,
Österreichs Außenminister Spindelegger (im November 2010) und wie sie
alle in Reih und Glied standen oder im Beduinenzelt Platz nahmen ...
Ob ein Regime nun "Schurkenstaat" oder "Partner" ist - das diktiert
der wirtschaftliche "Austausch". Waffen, Öl, Gas: der Handel mit
Libyen floriert. Alleine im Jahr 2009 führte die EU Waren im Wert von
knapp 20 Milliarden Euro aus Gaddafis Wüstenstaat ein, exportierte im
selben Zeitraum EU-Güter für 6,4 Milliarden Euro. Die Welt ist klein
geworden. Zusammengeschrumpft - nicht nur im geografisch-vernetzten
Sinn. Auch in ihren moralischen Kategorien. Weil Marktwirtschaft und
politische Interessen "mithelfen", die Begriffe Gut und Böse zu
definieren ...

Rückfragehinweis:
Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/512000-502
mailto:[email protected]

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