- 23.02.2011, 10:58:17
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ÖAMTC fordert: Noch 2011 österreichweit einheitlichen Strafenkatalog umsetzen
Verkehrssicherheitsprogramm - Sinnvolles rasch umsetzen, Club gegen Punkteführerschein
Wien (OTS) - 1,2 Millionen Menschen sterben weltweit jährlich bei
Verkehrsunfällen. Die UNO hat deshalb auf Initiative von FIA
(Fédération Internationale de l'Automobile) und ÖAMTC einen
Zehnjahresplan für Verkehrssicherheit, die "Action for Road Safety"
ausgerufen. Die richtigen Verkehrssicherheitsmaßnahmen sollen bis
2020 fünf Millionen Todesopfer und 50 Millionen Schwerletzte
verhindern. Nun liegt es an den einzelnen Ländern, Maßnahmen zu
setzen. Österreich soll das Verkehrssicherheitsprogramm 2011-2020
unter die fünf verkehrssichersten Länder Europas führen - noch ein
weiter Weg vom derzeit nur 16. Rang. "Österreich hat das Potenzial
zum Verkehrsmusterland. Man sollte sich allerdings mit voller Kraft
auf wesentliche Maßnahmen konzentrieren", kommentiert
ÖAMTC-Chefjurist Andreas Achrainer das Verkehrssicherheitsprogramm.
"Ein einheitlicher Strafenkatalog zum Beispiel wäre noch 2011
umsetzbar, wenn der politische Wille da ist und endlich alle an einem
Strang ziehen."
In Österreich gibt es nach wie vor eine vollkommen
unterschiedliche Strafpraxis in den Ländern. Das führt dazu, dass es
bei ein und derselben Verwaltungsübertretung länder- und sogar
bezirksspezifische Unterschiede von oft über 100 Prozent bei den
Strafhöhen gibt. Beim Club ist man überzeugt, dass Strafen präventiv
wirken, aber nur klar kommunizierbare Strafdrohungen auch
Auswirkungen auf die Disziplin der Autofahrer haben. "Wenn sogar
jeder Bezirk sein eigenes Süppchen kocht, bleibt die Einsicht und
damit auch die Verkehrssicherheit auf der Strecke", so Achrainer.
Unerlässlich für den Club sind weiters alle Anstrengungen zum
Schutz der schwächsten Verkehrsteilnehmer. "Sichere Schultransporte,
eine praxisnahe Radfahrprüfung und die richtige Kindersicherung
müssen selbstverständlich werden", so der ÖAMTC-Jurist zu einzelnen
Schwerpunkten des Programms. Auch das Tragen eines Fahrradhelms
gehört für den ÖAMTC zu einer wichtigen Schutzmaßnahme für Kinder und
Jugendliche.
Außerdem sinnvoll und realisierbar ist für den Club die
"Rettungskarte": Diese ÖAMTC-Initiative ist ebenfalls Teil des neuen
Verkehrssicherheitsprogramms. So soll in Zukunft gewährleistet sein,
dass kein Neuwagen mehr ohne Rettungskarte an den Kunden übergeben
wird. In einem weiteren Schritt müssen die Einsatzkräfte via Internet
Zugang zu allen Fahrzeugdaten erhalten. "Im entscheidenden Moment
kann es Leben retten, wenn die Einsatzkräfte Hinweise vor Ort haben,
wo sie die Fahrzeugkarosserie mit dem Bergegerät schnell und sicher
öffnen können", erklärt der ÖAMTC-Jurist. "Noch muss leider jeder
selbst dafür sorgen, dass sich das entsprechende DINA4-Blatt im
Fahrzeug befindet." (Details und Karten zum Download:
www.oeamtc.at/rettungskarte)
ÖAMTC gegen Punkteführerschein und volkswirtschaftliche
Aufrechnung von Unfallfolgekosten
"Sinnvolle Maßnahmen muss man mit Nachdruck umsetzen", sagt
ÖAMTC-Chefjurist Achrainer. "Es gibt im Verkehrssicherheitsprogramm
allerdings auch Punkte, die die Verkehrssicherheit sicher nicht
steigern. Dazu gehören der Punkteführerschein und die Aufrechnung von
Unfallfolgekosten."
* "Vormerksystem in Punkteführerschein überführen" - das wird als
langfristige Maßnahme im Verkehrssicherheitsprogramm definiert.
"Vollkommen unnötig und eine gänzliche Vergeudung von Kräften und
Kosten", konstatiert Clubjurist Achrainer. "Das Vormerksystem hat
sich bewährt, es gibt keinen Änderungsbedarf. Der Punkteführerschein
brächte lediglich einen erhöhten Verwaltungsaufwand."
* "Volkswirtschaftliche Aufrechnung von Unfallfolgekosten" - in
regelmäßigen Abständen werden Zahlen kolportiert, welche Kosten durch
Verkehrsunfälle entstehen. Im Jahr 2006 waren es angeblich 10
Milliarden Euro, 2008 dann 7 Milliarden Euro. Das Rechenmodell
berücksichtigt auch immaterielle Kosten wie Angst oder Verlust an
Lebensfreude. Unter anderem gibt es in der Erhebung die Frage: "Was
wäre es Ihnen wert, nicht zu verunglücken?". "Das mag
wissenschaftlich interessant sein, der Verkehrssicherheitsarbeit tut
man damit aber keinen Gefallen", stellt
ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brandau klar.
"Aufgegriffen werden diese Zahlenspiele nämlich immer von jenen, die
die Autofahrer noch weiter finanziell belasten wollen. Dass zudem
niemand ohne das Zahlen entsprechender Versicherungsprämien ein
Fahrzeug lenken darf, wird dabei immer großzügig übersehen."
Weitere Informationen zur Verkehrssicherheitsarbeit des Clubs und
der "Action for Road Safety" findet man auf der Homepage des ÖAMTC
unter www.oeamtc.at/makeroadssafe
(Schluss)
Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Claudia Kesche
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
mailto:[email protected]
http://www.oeamtc.at
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