Moser: Kassasturz bei ÖBB-Großprojekten wie Brennerbasistunnel&Co
30 Mrd. werden verbaut, während Fahrbetrieb zurückgefahren wird
Wien (OTS) - "Wie sinnvoll und leistbar sind die geplanten
Großprojekte Brennerbasistunnel, Koralm- und Semmeringbasistunnel?
Nach der geplatzten ÖBB-Aufsichtsratssitzung zur Finanzierung des
Brennerbasistunnels (BBT) gibt es jetzt eine neue Chance diese Frage
zu stellen. Ein großer Kassasturz für die Milliardenprojekte von
Schiene und Straße muss endlich gemacht werden. Verkehrsministerin
Bures hat im Vorjahr ihre Evaluierung der ÖBB- und ASFINAG-Projekte
im üblichen Kuhhandel verenden lassen und muss nun die unrentablen
Autobahn- und Schnellstraßenprojekte und die Bahngroßprojekte neu
evaluieren", verlangt Gabriela Moser, Verkehrssprecherin der Grünen.
"Pröll und Bures schieben die heiße Kartoffel BBT hin und her, weil
keiner von beiden am Ende dieses Luftblasenprojekts Schuld sein will.
SPÖ und ÖVP müssen diese Kindergartenspiele endlich beenden und sich
bei allen drei großen Tunnelprojekten das Kosten-Nutzen-Verhältnis
ansehen. Der von der ÖVP immer zitierte Häuslbauer käme nie im Leben
auf die Idee bei einem Bauprojekt weiterzumachen, wenn er weder das
Haus braucht noch das Geld dafür hat".
30 Mrd. Euro sollen die Großprojekte insgesamt kosten. Der BBT kostet
das 14 fache als ursprünglich angenommen. Anstatt usrprünglich 10
Mrd. Schilling sollen jetzt 10 Mrd. Euro ausgegeben werden. "Der
Semmeringbasistunnel wird um 50% länger und dementsprechend teurer,
nur weil der SPÖ-Bürgermeister einer mittelkleinen obersteirischen
Bezirksstadt die lauten Güterzüge lieber in seiner Stadt als
außerhalb haben will", erklärt Moser.
"Mit einem Bruchteil der vielen Milliarden, die so zu den Freunderln
in Politik und Baulobby fließen, könnte das bestehende Bahnnetz und
das Zugsangebot attraktiv wie in der Schweiz gemacht werden. Statt
dessen werden in Österreich die Milliarden in Megaprojekte verbaut
und die Regionalbahnen stillgelegt. Wir fordern einen besseren
Nahverkehr, einen schnelleren Fernverkehr, besseres Service. Das
nützt Bahnreisenden und Güterkunden. Riesentunnels helfen
hautpsächlich der Baulobby. Diese Geldverschleuderung muss endlich
aufhören. Projekte, die weder jetzt noch im laufenden Betrieb
leistbar sind, haben keine Zukunft, ein attraktiver Nahverkehr aber
schon. Es muss jetzt im Interesse der kommenden Generationen hier und
in Brüssel die Notbremse gezogen werden", so Moser.













