• 22.02.2011, 11:35:13
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Häupl/Wehsely: Bildung und Qualifizierung wirken gegen Armut

Wien (OTS) - Erstmals liegt mit der Studie "Erwerbspotential in
der Sozialhilfe" eine umfassende Aufarbeitung der Probleme,
Bedürfnisse, Potentiale und Ausstiegsszenarien von
MindestsicherungsbezieherInnen vor. Im Auftrag der Stadt Wien
(Magistratsabteilung 24 - Gesundheits- und Sozialplanung,
Magistratsabteilung 40 - Soziales, Sozial- und Gesundheitsrecht,
Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds waff) und des AMS Wien
erstellte L&R Sozialforschung in Kooperation mit FORBA Forschungs-
und Beratungsstelle Arbeitswelt die erste große Annäherung an die
Thematik. Wesentliche Forschungsergebnisse flossen bereits in die
Vorbereitungsarbeiten für die Mindestsicherung ein. Die europaweit
einzigartige Studie, die auch aus ESF-Mitteln gefördert wurde, ist
nach den "Städteporträts" (Vergleich der Wohlfahrtssysteme von sechs
europäischen Großstädten) und dem "Wiener Sozialbericht 2010" der
dritte Band der "Sozialpolitischen Schriften" der MA 24. Sie kann
gratis unter der E-Mail-Adresse [email protected] angefordert bzw.
online unter
http://www.wien.gv.at/gesundheit/einrichtungen/planung/index.html
abgerufen werden.

Das Sozialbudget der Stadt Wien weist im Jahr 2011 den Rekordwert von
1,201 Milliarden Euro aus, wobei hier sozialen Leistungen im
Gesundheits-, Bildungs- oder Verkehrswesen sowie im Wohnbau noch gar
nicht eingerechnet wurden. "Jeder investierte Cent kommt unmittelbar
jenen Menschen zugute, die Unterstützung brauchen. Die aktuelle
Studie bestätigt einmal mehr, dass Bildung und Qualifizierung die
besten Mittel gegen Armut sind", erklärten Bürgermeister Dr. Michael
Häupl und die Wiener Sozialstadträtin Mag.a Sonja Wehsely am Dienstag
bei der Präsentation der Studie unisono. "Der Weg, den wir mit der
Mindestsicherung eingeschlagen haben, ist alternativlos."

Ab März 203 Euro Mindestsicherung für Kinder

Um die finanzielle Situation von einkommensschwachen Familien mit
Kindern, insbesondere von AlleinerzieherInnen und Mehrkindfamilien,
noch weiter zu verbessern, erhöht Wien ab 1. März 2011 den
Mindeststandard für minderjährige Kinder in der Mindestsicherung um
50 Prozent auf 203 Euro. Diese Maßnahme verbessert die finanzielle
Situation von rund einem Drittel der Fälle in der Mindestsicherung.
"203 Euro Mindestsicherung für Kinder, zusätzlich zur Unterstützung
der Eltern - das ist in Österreich der absolute Spitzenwert",
unterstrich Wehsely.

Überwiegende Mehrheit in der Mindestsicherung will arbeiten

"Die Gründe, warum Menschen in Wien Mindestsicherung beziehen, sind
äußerst unterschiedlich. Eine gute Ausbildung und ein guter Job
bieten längerfristig materielle Sicherheit. Dennoch können Krisen und
persönliche Notlagen den Einstieg in das System der Mindestsicherung
bedeuten. Zu wenig oder nicht auf dem Arbeitsmarkt nachgefragte
Ausbildung, Krankheit und Schulden machen oft schon den Einstieg ins
Berufsleben und den Aufbau einer stabilen Lebenssituation schwierig",
betonte Mag. Andreas Riesenfelder, Leiter von L&R Sozialforschung.

Die überwiegende Mehrheit der BezieherInnen hat den großen Wunsch,
Arbeit zu finden und wirtschaftlich wieder unabhängig zu werden.
"Anders als vielfach behauptet, sind 90 Prozent der
MindestsicherungsbezieherInnen motiviert, arbeiten zu gehen. Der
Schlüssel für sie ist die Stärkung von Stärken dieser Menschen", so
Riesenfelder. Massive Mängel in den Kenntnissen und Kompetenzen
beschränken aber oft den Einstieg in den Arbeitsmarkt. Die Wiener
Mindestsicherung weist den Weg, wie wirksame Reintegrationsmaßnahmen
aussehen: "Wir holen die Menschen dort ab, wo sie sind, wir bleiben
dran und lassen nicht locker, wenn es um die Eigenständigkeit der
Wienerinnen und Wiener geht", so Wehsely.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

o 90 Prozent der MindestsicherungsbezieherInnen sind motiviert,
arbeiten zu gehen

o Für 16 Prozent der erwerbsfähigen BezieherInnen ist die
Unterstützung mit Mindestsicherung nur eine kurzfristige Überbrückung

o Die Problemlagen sind unterschiedlich und spielen oft in einander:
Oft wird der Verlust der Erwerbstätigkeit durch Schicksalsschläge wie
Tod, Trennung, Krankheit oder durch den Konkurs des Arbeitgebers
ausgelöst.

o Zu wenig Bildung oder falsche Qualifikationen sowie lange
Berufsunterbrechungen - etwa auf Grund von Kindererziehung - gehören
zu den Hauptproblemen.

Die Mindestsicherung löst zentrale Probleme:

o Verbesserter Zugang zu Qualifizierungs- und Bildungsangeboten

o Verbesserter Zugang zu Gesundheitsleistungen

o Anpassung der Angebote des Arbeitsmarktservice an die Erfordernisse
von MindestsicherungsbezieherInnen

(Schluss) me

Rückfragehinweis:

Mag. Michael Eipeldauer
   Mediensprecher Stadträtin Mag.a Sonja Wehsely
   Tel.: 01/ 4000/ 81 231
   Fax: 01/ 4000/99 81 231
   Handy: 0676/8118 69522
   E-Mail: [email protected]

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