- 21.02.2011, 11:49:42
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ÖGV-Chefin Kriz-Zwittkovits gegen Frauenquoten
Gesetzgeber hat bei unternehmensinternen Organisationsfragen keinerlei Kompetenz
Wien (OTS) - Seit einigen Wochen ist in Deutschland wie auch in
der EU Hektik rund um ein neues Thema entstanden: Einige
Gruppierungen wollen eine Mindestquote für Frauen in
unternehmerischen Spitzenfunktionen einführen. Diese Hektik erreicht
nun auch Österreich. Margarete Kriz-Zwittkovits, die Präsidentin des
Österreichischen Gewerbevereins, warnt nun in einer Stellungnahme vor
einer solchen Quote.
"Jeder Eingriff des Staates oder gar der EU in die innere Struktur
von Firmen oder in die Besetzung von Vorstands- beziehungsweise
Geschäftsführungsfunktionen ist grundsätzlich als eine Teilenteignung
abzulehnen. Denn in der Summe führen Eigentümerentscheidungen immer
zu besseren betrieblichen wie volkswirtschaftlichen Ergebnissen als
die planwirtschaftlichen Vorgaben staatlicher Bürokratien", betont
Kriz-Zwittkovits.
Überdies, so die ÖGV-Chefin, würden solche Quoten "alle Frauen in
Spitzenfunktionen automatisch zu Quotenfrauen stempeln und in ein
schlechtes Licht rücken". Das hätten die vielen tüchtigen und
erfolgreichen Frauen, die man heute in der Wirtschaft findet, nicht
verdient.
Gleichzeitig sei es Tatsache, so Kriz-Zwittkovits weiter, dass sich
Frauen für manche - insbesondere technische - Branchen leider noch
nicht in nennenswertem Ausmaß interessieren, sodass dann dort auch
unqualifizierte Frauen zum Zug kommen würden. Sie appellierte daher
insbesondere an junge Österreicherinnen, sich verstärkt für
Ingenieur- und naturwissenschaftliche Karrieren zu interessieren.
Dann würden auch dort in einigen Jahren Frauen in Spitzenfunktionen
einrücken.
Kriz-Zwittkovits warnt aber auch noch vor einer weiteren Konsequenz:
"Wenn einmal die Frauenquote gesellschaftlich akzeptiert sein sollte,
dann wird es mit der gleichen Logik unweigerlich eine Flut weiterer
Quotenforderungen geben." Diese würden sich dann etwa auf Migranten,
religiöse oder ethnische Minderheiten, sexuell anders Orientierte,
Absolventen von am Arbeitsmarkt nicht benötigten Orchideenstudien,
sozial unterprivilegierte sowie bildungsferne Schichten und
Angehörige aller weiteren Gruppen beziehen, die den soziologischen
Statistiken zufolge unter den Geschäftsführern und Vorständen
unterrepräsentiert sind. Für all diese Gruppen sei ja ebenfalls schon
mehrfach öffentlich die Forderung nach staatlicher Hilfe bei den
Berufskarrieren erhoben worden.
"Das würde wie einst in den kommunistischen Staaten mit ihrer
Bevorzugung von Arbeiter- und Bauernkindern die Qualität des
Managements und die Produktivität der österreichischen Wirtschaft
stark lähmen." In Norwegen, wo es die Quote bei Aufsichtsräten von
Aktiengesellschaften gibt, zeigten erste wissenschaftliche Studien,
dass die Bilanz recht durchwachsen ist. Dort sei nicht nur viel
Erfahrung, sondern auch Anlegervertrauen verloren gegangen.
Kriz-Zwittkovits fordert daher die Politiker auf: "Sie sollen endlich
mit dem oft versprochenen Abbau von überflüssigen Vorschriften und
Regulierungen beginnen. Und sie sollen sich nicht ständig neue
belastende Regeln ausdenken, wie sie etwa die gerade für größere
Firmen eingeführte Pflicht zur Erstellung zeitaufwendiger Statistiken
über die einzelnen nach Geschlechter getrennten Gehaltsgruppen
darstellt." Denn nur wenn die Wirtschaft in Freiheit florieren könne,
so betont die ÖGV-Präsidentin, könne sie jene Steuerleistungen
erbringen, die der Staat angesichts seiner Schulden so dringend
brauche.
Rückfragehinweis:
Österreichischer Gewerbeverein Generalsekretär Mag.(FH) Stephan Blahut Tel: 01/587 3633 Fax: 01/587 0192 mailto: [email protected] http://www.gewerbeverein.at
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