- 18.02.2011, 15:20:14
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Bahn frei für Mehrwegflaschen
"die umweltberatung" kritisiert Grundannahmen in der neuen Ökobilanz für Getränkeverpackungen und fordert PET-Mehrwegflaschen in Österreich
Wien (OTS) - Die heute veröffentlichte Studie des IFEU stellt
fest, dass PET-Mehrwegflaschen die beste Getränkeverpackung sind.
PET-Einwegflaschen schneiden schlechter ab, werden allerdings ähnlich
gut bewertet wie die Glas-Mehrwegflasche. Letzteres beruht jedoch auf
zum Teil äußerst fragwürdigen Annahmen, kritisiert "die
umweltberatung". So wurde zum Beispiel der Transport mit der Bahn
nicht berücksichtigt.
Die heute präsentierte Ökobilanz zu Getränkeverpackungen in
Österreich des IFEU (Institut für Energie- und Umweltforschung
Heidelberg) bringt für "die umweltberatung" einige positive Ansätze
für die Mehrwegdiskussion in Österreich, die Studie basiert jedoch
zum Teil auf fragwürdigen Annahmen, wie "die umweltberatung"
aufzeigt. "Die PET-Mehrwegflasche schneidet in der Studie - wie auch
in allen vorangegangenen Untersuchungen - am besten ab. Die
PET-Einwegflasche schneidet ähnlich ab wie die Glas-Mehrwegflasche,
allerdings wurde dabei mit äußerst fragwürdigen Annahmen gerechnet,
die das Ergebnis stark beeinflussen. Eine allgemeine ökologische
Gleichwertigkeit von PET-Einweg- und Glas-Mehrwegverpackungen lässt
sich aus der Studie jedenfalls absolut nicht ableiten", so Mag. Elmar
Schwarzlmüller, Experte für Ressourcenschonung von "die
umweltberatung"
Nicht berücksichtigt: Transport mit der Bahn
Nach einer ersten Betrachtung der Studie stellt sich für "die
umweltberatung" die Frage, wie aussagekräftig die Zahlen tatsächlich
sind. Einige Annahmen der Studie sind nicht plausibel, haben aber
großen Einfluss auf das Gesamtergebnis: So wurde beispielsweise bei
der Berechnung der Umweltbelastungen aus dem Transport offenbar
einfach vergessen, dass dieser bereits zu einem beachtlichen Teil
über die Schiene erfolgt. Marktführer Vöslauer beispielsweise gibt
an, bereits 28% der Transporte mit der Bahn durchzuführen,
Römerquelle und Coca Cola beliefern Westösterreich nach eigenen
Angaben ausschließlich mit der Bahn. Trotzdem wurden in der aktuellen
Ökobilanz alle Transporte als LKW-Fahrten gerechnet. Dadurch werden
die Umweltbelastungen aus dem Transportbereich klar überschätzt.
Gerade dieser Bereich ist es jedoch, der für die Ergebnisse der
Studie bei den Glas-Mehrwegflaschen ausschlaggebend ist.
Auch andere Annahmen der Studie sieht "die umweltberatung" äußerst
kritisch: Warum nimmt man beispielsweise an, Glasflaschen könnten nur
30 mal wiederverwendet werden? Zum Vergleich: Glas-Mehrwegflaschen
der Gesellschaft Deutscher Brunnen werden im Schnitt 40 mal
wiederbefüllt!
Flaschen unterschiedlicher Größe nicht vergleichbar
Auch wenn man von diesen Mängeln absieht, lässt die Studie in
keinem Fall auf eine allgemeine ökologische Gleichwertigkeit von
Mehrweg und Einweg schließen. Die Ergebnisse sind wesentlich dadurch
bestimmt, dass man Flaschen unterschiedlicher Größe verglichen hat:
1,5 bzw. 2 Liter PET-Einwegflaschen mit 1 Liter Glas-Mehrwegflaschen.
Das Füllvolumen hat jedoch enormen Einfluss auf die Ergebnisse. Die
AutorInnen stellen daher auch klar, dass "beim ökobilanziellen
Vergleich zw. Glas-Mehrwegflaschen und PET-Einwegflaschen mit dem
gleichen Füllvolumen in der Regel das Glas Mehrwegsystem positiver
abschneidet." Warum dann also nicht gleich ein fairer Vergleich?
Auch auf andere Getränkearten und Gebinde lassen sich aus der
Studie keine Rückschlüsse ziehen, wie die AutorInnen betonen. Eine
Bilanzierung der häufig verwendeten kleinvolumigen Flaschen,
Einweg-Glasflaschen und Getränkedosen wäre wünschenswert, diese
Gebinde wurden jedoch ausgeklammert obwohl sie am österreichischen
Getränkemarkt eine große Rolle spielen.
Schade: Die besten sind am Markt nicht mehr erhältlich!
Die Studie zeigt auch ein großes Manko des Getränkeangebots in
Österreich klar auf: PET-Mehrwegflaschen schneiden mit Abstand am
besten ab - eine Verpackung die derzeit in Österreich leider nicht am
Markt ist. Hier herrscht dringender Handlungsbedarf! "Wenn
Umweltschutz bei Getränkeverpackungen ernst genommen werden soll,
dann darf die ökologisch vorteilhafteste Verpackung nicht fehlen!",
fordert Schwarzlmüller. Die PET-Mehrwegflasche verbindet die
ökologischen Vorteile des Mehrwegsystems mit der
konsumentInnenfreundlichen Leichtheit der Verpackung.
Für Glas-Mehrwegflaschen spricht wiederum ein Aspekt, der in
Ökobilanzen nicht abgebildet wird: Glas ist ein inertes Material, das
heißt: Im Gegensatz zu Kunststoffflaschen gehen keine Stoffe aus der
Glasverpackung in das Getränk über. Schwarzlmüller: "KonsumentInnen,
die auf diesen Aspekt Wert legen, sollten in allen Getränkesegmenten
ein entsprechendes Angebot zur Wahl haben."
Rückfragehinweis:
"die umweltberatung" Wien, DIin Sabine Seidl
Tel. 01 803 32 32-72, mobil 0699 189 174 65
[email protected], www.umweltberatung.at
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